Gefühlslegasthenie

Wenn Leere schon ein Gefühl ist…

bald ist das jahr schon wieder zur hälfte rum, etwa wie die frage nach dem halbvollen oder halbleeren glas. noch einmal die strecke gehechelt und wir stehen schon wieder vorm jahreswechsel – mit den üblichen versprechen und vorsätzen, von denen wieder soviel bleibt, wie fast üblich, … blubb. nicht das nichts passiert wäre, aber was bleibt? im anlauf auf das sommerloch verblassen selbst die bewegensten themen schon wieder – vielleicht können wir besser fern als klarsehen?

tschussNiveau01

montage: parcelpanic

wenn man sich die themen der ersten hälfte dieses jahres ansieht, die dem anschein nach die welt bewegt hat (was auch man immer darunter versteht), waren die schon nicht ohne. Pe-irgendwer, IS, alltagsrassismus, ertrinkende flüchtlinge, homophobes, kirche, der erweiterte suizid eines Co-Piloten, die Fifa… um die liste nur anzureissen, die eigentlich nachhaltig spuren hinterlassen haben sollten. haben sie aber nicht und sind aus dem newsjungle fast schon wieder als vergessen. wie mittelfristig gesehen Fokushima… da war doch was…? vielleicht ist der zeitgeist dafür einfach zu schnelllebig?

es gab einmal zeiten, in denen eine wirklich schlimme presse dafür sorge trug, für anhaltend schlechte zeiten zu sorgen. aber das war vor der zeit, seit der eine schlechte presse immer noch besser als keine war. ein shitstorm ist heute auch nichts, was einem sorgen machen muss, so bleibt man zumindestens im gespräch. und: es kümmert keine sau. beispiel wendler: den interessiert es doch nicht, wenn ein paar hundert leutchen gröhlend und pfeiffend vor der bühne stehen, die haben zumindest vorher die karten gekauft und einnahmen generiert? das gleiche spiel als up to date beispiel für die Fifa: von irgendwelchem manipulationen mal abgesehen. man muss nicht glauben, die paar dutzend tote, die für die bauarbeiten zur wüsten-wm ihr leben haben lassen müssen, würden irgend etwas bewirken. die diskussion darum, ob es ok ist, die spieler in der hitze spielen zu lassen oder das hier im lande die spiele zu unmöglichen zeiten laufen könnten, haben wesentlich mehr gemüter erhitzt, als die um die menschen, die die stätten für den wahnsinn hoch gezogen haben. so what?

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Rheinpark / foto: parcelpanic (2013)

eigentlich könnte man morgens beim aufstehen schon präventiv für den mist kotzen, mit dem man im laufe des tages überschüttet werden wird und den ein grosser teil nicht blicken wird. oft, weil sie es nicht wollen, allein schon um den schein einer scheinbarer heilen welt erhalten zu wollen. die leutchen, die sich mit brands schmücken, die zu ihrem eigenen elend und dem anderer beitragen. die entrüstet sind, wenn irgendwo menschen für billige waren sterben, den mist aber kaufen. die people, die einer geiz ist geil mentalität frönen, die ihnen selbst das grundwasser abgräbt, um dann den schwarzen peter vermeindlich schwächeren in die schuhe schieben zu wollen. die ihnen angeblich jobs wegnehmen, die sie eh nicht wollen?

dazu wird mit begriffen wie beispielsweise „Wirtschaftsflüchtling“ stimmung gemacht, die schon wieder weit ab von lustig ist. aus einstelligen prozenten von hilfesuchend wird ein problem gezeichnet, von denen wirklich schon ohne solche probleme gekennzeichnete landstriche nur träumen können. perfide? weit ab, menschenverachtend trifft es eher… um noch träume in den wind zu schiessen, muss man auch erst mal welche haben?

gerade in einem land, in dem noch vor ein paar dekaden alles in schutt uns asche lag, an der die einheimischen keinen geringen anteil trugen ist, es schon beschämend dem vermeindlichen fremdbestimmten sozialen abstieg beizuwohnen. besonders, wenn volksvertreter probleme schaffen und aussitzen, die dann anderen angelastet werden. soviel, wie man kotzen möchte, kann man garnicht essen, wenn auch genug da ist…

in dem sinne: Glück auf!

feind_hoert_mit

p.s.: ja, ich muss mich an die eigene nase fassen. kaum aus einem urlaub zurück, der zwar eigentlich minimalistisch angelegt war, bleiben da fragen. im sinne des onkel Dr. Werner muss ich mich fragen (lassen), wie es da zu vereinbaren ist, 5.500 km im eigenen auto abzureissen. auch wenn das gefährt gleichzeitig mittel zur fortbewegung, unterkunft und versorgungsstelle in einem war, war das so nötig? ja, leider wäre man mit dem ÖPNV nie an die orte gekommen, an denen man ohne andere menschen ertragen zu müssen eine der glücklichsten zeiten seines lebens verbracht hat. sorry Werner! (-;

Über parcelpanic

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