Auf dem Weg zu einer neuen Seifenblase?

braucht Duisburg neuen platz für visionäre luftschlösser?

nachdem der Innenhafen mit bauruinen und skandalbauten bereits vollgepflastert ist, scheint sich für unnütze millionengräber ein neues plätzchen zu etablieren. die Stadt (aka „das System“) zieht näher an den fluss. bisher hat es erst für eine über 500.000€ teure, sinnfreie treppe von der Friedrich-Ebert-Brücke auf die ehemalige Speditionsinsel gereicht, die man als spende der firma Haniel aus den rippen leiern konnte.

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„Scenic Jewel“ / foto: parcelpanic

heute legte seit langer zeit mal wieder eines jener flusskreuzfahrschiffe an, die man sonst nur an Duisburg vorbei ziehen sieht, in dem fall die „Scenic Jewel„. unter uns, es ist eher ein leichtgewicht unter den flusskreuzern, wenn man denen nachschaut, die eben nicht hier station machen. schon im vorfeld wurden hochtrabende pläne bekannt, Duisburg könne sich nun in die gilde derer städte einreihen, die gerne von solchen pötten angelaufen werden. weil Duisburg ja auch touristisch für gutbetuchte so schrecklich interessant ist und dem benachbarten Düsseldorf unbedingt die stirn bieten kann. wer das glaubt, macht sich sicher die hose auch mit der kneifzange zu und/oder ist politiker.

eigentlich sollte auf der brachfläche gegenüber, die sie auch fünf jahre nach den tollkühnen plänen noch ist, bereits eine blühende landschaft mit industrieansiedlung und einer parkähnlichen anlage entstanden sein. kommt einem irgendwie bekannt vor, wenn man an die „Neue Freiheit“ denkt? oder an „EuroGate„? oder „FOC„? oder, oder, oder…

und was waren nochmal die pläne für das fleckchen erde am fusse der Friedrich-Ebert-Brücke gegenüber der Mühlenweide, wo zukünftig luxusliner halt machen sollen?

Die Spitze der ehemaligen Speditionsinsel und heutigen Mercatorinsel verwandelt sich mit großzügiger Unterstützung des Handels- und Dienstleistungskonzerns Haniel ab Juni 2010 in eine hochwertige Parkanlage. In einem internationalen Wettbewerb entwerfen Landschaftsplaner und Architekten ein Park- und Landschaftsareal und zugleich einen außergewöhnlichen Ort der Kultur. Im Mercatorjahr 2012, dem 500. Geburtstag des berühmten Duisburgers Gerhard Mercator, ist die Einweihung geplant. [quelle: du2010.de]

wen es interessiert, wird unter Kontakt [hier] fündig, wer diesen trugschluss für bare münzen zu nehmen scheint. dort findet man so illustre namen wie „Der Oberbürgermeister Sören Link“, das Kulturdezernat (seinerzeit noch mit Thomas Krützberg) oder Duisburg Marketing GmbH, eine beteiligunggesellschaft von wem? genau, der Stadt. SteuerMichel lässt grüssen!

Duisburg Häfen - Nord / foto: parcelpanic (2009)

Duisburg Häfen – Nord / foto: parcelpanic (2009)

aber schauen wir zurück ins jahr 2009. im selben jahr gewann den wettbewerb zur bebauung des parkgeländes auf der Mercatorinsel eine firma „hutterreiman Landschaftsarchitektur GmbH“, den entwurf findet man [hier]. geblieben ist von all den hochtrabenden plänen nichts als eine einmalige veranstaltung, eine weiterhin gesperrte halbe millionen €uro teure treppe und dem dahin gammelnden schiff „Naumon“, mit welchem die künstlertruppe „La Fura dels Baus“ anreiste.

kann man sehr schön auch der seite der „Stadt Duisburg“ nachlesen [hier].

ebenfalls 2009: auf der Gewerbeimmobilienmesse „ExpoReal“ (noch heute bekannt für mancherlei überraschungen) ging u.a. das gerücht, die „Duisburger Hafengesellschaft duisport“ hätte pläne für das sogenannte „Duisport Sky Center“ vorgestellt und würde auf der Mercatorinsel ansiedeln wollen, damals schon unter (… na, wem wohl? richtig!…) „Hafen-Chef Erich Staake„. die rede war von bis zu sieben hochhäusern mit ca. 65.000 qm bürofläche, etwa 2.000 arbeitsplätzen,  einer parkähnlichen anlage von sieben hektar und einem investitionsvolumen von round about 200 mio €uro. die hoffnung ging wohl auch dahin, einer der hauptmieter würde die DB Logistik. hätte, könnte, wollte… und nix gelernt?

wohl kaum. in der ausgabe der onlineausgabe der WAZ von gestern liest man folgendes:

so what?

"Cormoran" - Neue Triton Werft - DU Meiderich / foto: parcelpanic

„Cormoran“ – Neue Triton Werft – DU Meiderich / foto: parcelpanic

die versierteren leser dürften dabei längst erraten haben, wer an der Duisport beteiligt ist. richtig: der SteuerMichel in form von zwei dritteln als „Land Nordrhein-Westfalen“ und zu einem drittel als die „Stadt Duisburg“. was da so vollmundig als seifenblase durch die stickige luft schwebt und vermutlich den weg vieler anderer grosskopferter pläne ins nopes geht, sind ein paar hunderttausende steuergelder. es tut also keinem unternehmen weh, wenn das ganze wieder einmal als nullnummer im nirwana verschwindet.

wir erinnern uns? „Kulturhafen„, „EuroGate„, „Waterfront“ und so weiter…

na dann: Gute Nacht Duisburg & Glück auf!

p.s.: fragt sich nur, wer daran verdient. wo das geld herkommt ist klar: der „SteuerMichel“ wird es schon richten!

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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