Das vergessene Versprechen?

„gegen das vergessen“

1721 tage sind seit den schrecklichen ereignissen der augenscheinlich geplanten, zumindest aber fahrlässig u.a. vom veranstalter und dem Duisburger Rat in kauf genommenen katastrophe ins land gezogen. bis heute, weniger als drei monate vor dem fünften jahrestag, ist die frage des „Warum“ noch immer nicht hinreichend beantwortet.

(provisorische) Gedenkstätte Februar 2011 / foto: parcelpanic

(provisorische) Gedenkstätte Februar 2011 / foto: parcelpanic

die fakten, denen man bis heute den meisten glauben schenken kann, stammen zumeist von engagierten privatpersonen. von der politik darf man wohl kaum noch unterstützung erwarten, sie hätte längst zeit und gelegenheit dazu gehabt.

besonders unergründlich bleiben da solche personen, wie etwa selbsternannte Panikforscher, menschen aus dem umfeld von Lopavent oder aus dem politischen leben, die im direkten anschluss grosse worte fanden. gemeint sind damit nicht einmal solche unmenschen, die bereits kurz nach den ersten meldungen versuchten, die „schuld“ bei denen zu suchen, die zu schaden kamen oder gar ihr leben lassen mussten. hier wird mit dem finger auf vermeintlich betroffen wirkende gezeigt.

ein beispiel:

[…] „Uns alle lässt das Geschehene nicht los. Es macht uns betroffen, hilflos und manche auch wütend. Viele Fragen, noch zu wenige Antworten. Jede Katastrophe erschüttert uns und lässt uns die Frage nach dem „Warum“ stellen. Für diese Katastrophe gilt das in besonderer Weise. 21 Menschen sind ums Leben gekommen. (…) Ihnen allen und nicht zuletzt uns selbst, sind wir es schuldig, das Geschehene und Unfassbare lückenlos aufzuklären. Wie konnte dies geschehen? Wer trägt Schuld, wer ist verantwortlich? Diese Fragen müssen und werden eine Antwort finden! (…) Der Vater eines der Opfer hat mir eine Bitte mitgegeben, die sich an uns alle richtet. Der grausame Tod seiner Tochter könne im Nachhinein noch einen Sinn bekommen, wenn dieser Tod uns alle mahnt, unser aller Wertesystem zu überdenken. Der Mensch, sein Wohlergehen und seine Sicherheit müsse wieder wichtigste Leitlinie unseres Handelns sein, vor allen anderen Motiven. Das muss und wird unsere gemeinsame Verpflichtung sein.“  […]

Auszug aus der Trauerrede Hannelore Kraft am 31.07.2010 / Salvatorkirche Duisburg

jahrestagLoPa2011 274

Karl-Lehr-Straße (2011) / foto: parcelpanic

diesem versprechen antworten finden zu wollen konnte frau Kraft bis heute nicht gerecht werden. wie sich herausstellen sollte, handelte es auch hierbei nur um leere worthülsen, die schneller zerplatzten als seifenblasen in einem platzregen.

mit jedem tag wird die chance auf aufklärung näher zu kommen geringer und den angehörigen sowie betroffenen ein stück hoffnung genommen der wahrheit und dem „warum“ wenigstens im ansatz zu begegnen. das ist beschämend…

die ganze rede kann man u.a. hier nachlesen (RP vom31.07.2010)

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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