Kein Platz in der Herberge?

Wenn das die LandesMutti wüßte…

Duisburg ist nicht Düsseldorf. auch wenn es versucht so auszusehen und sich mit MetroPolenBauten schmücken will. es bringt nichts… ausser bauruinen und einem patchwork aus monsterplänen. mehr gewollt als gekonnt, so als glaube man als femme fatale“ zu wirken und gäbe doch eher das bild einer billigen bordsteinschwalbe ab.

oder wie Großmutter zu sagen pflegte: „auf pommersche beene geht kein pariser schuh!“ (ja, die hat auch schon in kleinen buchstaben gesprochen)

"Alter Güterbahnhof" Januar 2011 / foto: parcelpanic

 „Alter Güterbahnhof“ Januar 2011 / foto: parcelpanic

Duisburg ist auch nicht Dortmund. was ich persönlich auch ganz gut so finde. sicher findet man gemeinsamkeiten oder vergleichbares in beiden städten: wenig arbeit, null politisches interesse weiter bevölkerungsteile, eine verschwindende bildungschicht oder das zusehen bei ghettoisierungen. aber im gegensatz zu unserem kleinen SchmuddelMetroPölchen kann Dortmund auch was. um sich mal das filigrane gedribbel zu sparen und den ball direkt unter die latte zu ballern: beispielsweise Großveranstaltungen, genehmigungsfähig und mit minimalisiertem restrisiko. aus fehlern lernen oder investoren dazu bringen auf „Städtebaulichen Filetstückchen“ auch was werden zu lassen – ausser vielleicht einem renaturierungsgebiet a la BaustellenKurt?

aber was bitte soll man von entscheidungsträgern halten, die bei anderen holzhammerprojekten bis zum bitteren ende und darüber hinaus an leute zu glauben scheinen, die schon mal schwierigkeiten haben, in Deutschland sein zu können. warum sollten die nicht auch glauben, sie könnten jemandem, der sie mit dem kauf schon mal dumm hat aussehen lassen und sie bei der smiley_marionetterandsortimentfrage am ring durch die manege zog, nach ihrer pfeife tanzen lassen?

… ach watt – echt? aber noch bestimmt die musik, der auch dafür zahlt?!?

und der hat keinerlei problem damit, den ehemaligen Güternbahnhof oder die gewollte Duisburger Freiheit ein weiteres mal in den Dornröschenschlaf zu schicken. woanders riskiert er dafür millionenstrafen und es juckt ihn augenscheinlich nicht? [0]

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Kunst? / foto: parcelpanic

aber darum geht es natürlich eigentlich garnicht. kurz vor Weihnachten beginnt Duisburg schon mal den Frühlingsputz. oder glaubt sein „problemzönchen“ mal angehen zu wollen. alle scheinen einig, es sei etwas zu tun. was getan wird, finden die einen so, andere so. (aber mehr so, als so…) den vogel bei dem schützenfest der taktlosigkeiten schiesst aber derzeit dieses zitat ab. es geht darum, was aus den Roma wird, wenn sie auf der strasse stehen. und wieder ist die sprache von „Armutsmigranten“.

[…] „Wir gehen davon aus, dass die Bewohner auf Grund ihrer hohen Mobilität weiterziehen und die Stadt verlassen“ [1]

wer rastet der rostet? das klingt, als habe da jemand im selben zynikerleistungskurs gesessen, wie etwa der panische forscher. sie wissen schon, nicht der fels in der brandung, mehr ein berg des schrecken. ist auch egal… o.g. stammt vom Sozialdezernent Reinhold Spaniel/Duisburg. der sagt weiter:

[…] „Hier gilt: Eine neue Wohnung muss sich jeder selbst besorgen“, so Spaniel, „das ist nicht unsere Aufgabe.“ […] [1]
hoffentlich springt es an... / foto: parcelpanic

hoffentlich springt es an… / foto: parcelpanic

im ernst, Dezernent mit sozial dabei – hab ich nicht erfunden! aber „im ernst“: was meint eine „neue wohnung“? wohl doch eher wieder so ein hochpreisiges lager, wie in der alten „wohnung“? so wie bei dem freundlichen und hilfsbereiten, aber nun doch auf seinen guten ruf (!) bedachten zukünftigen exvermieter. oder gar wieder bei dem – an anderer stelle? wo sollen die hin, wenn das schon ihre letzte chance war? und die stadt? man will sich nicht ins gehege kommen? man weiss es nicht… davon ab. das o.g. zitat hätte ich spontan in eine ganz andere richtung eingeordnet, politisch. und ganz andere zeit.

apropos zeit: wir blättern mal ein paar tage zurück, mom… – ich habe es mal aufgewärmt, liest sich emotionaler…

[…] “Doch viel zu viele Menschen klopfen an fremde Herbergen und werden abgewiesen. Kein Platz in der Herberge – wie es auch viele Menschen in Duisburg zu spüren bekommen.” […] [2]

na? na?  … und? das klapsen die synapsen, wird uns-Ihnen-mir auch klar, was die LandesMutti damit gemeint haben könnte? sagt das dann, es klopften halt zu viele, deswegen würden sie abgewiesen? kein platz in der herberge muss man da auch auffrischen: keine herberge. was anfällig für die art herberge macht, aus der man sie just entmietet. bleibt also alles wie es war: die bevölkerung behandelt einen wie „daheim“, die alten „Ordnungshüter“ trifft man und man ist schneller aus der bleibe, als man auf deutsch bis zehn zählen lernen kann.

grossbrand schrottinsel _ parcelpanic

Großbrand Schrottinsel / foto: parcelpanic

hätte ich auch nicht gedacht, Ihnen – äh … Sie etwa? das haben wir längst alles gewusst, vielleicht nicht verstanden. aber um die Großmutter nochmal ins spiel zu bringen. die sagte gerne: „und wirst du alt wie eine Kuh, du lernst jeden tag dazu!„. Brrrrr, Hohoooh! bevor uns die gäule durchgehen, sollte hier ein widersprüchlein gegen „oma-ihr-sein-wort“ erlaubt sein. theorethisch ja, muss man aber nicht auch zwangsläufig. ist wohl eher so eine option, die sich augenscheinlich weg-evolutioniert. das lernen, das kühe alt werden und so…

wenn also Duisburg in gestalt seines „Sozial-de-zernenten“ die „Armutsmigranten“ aus dem territorial entmieten will, Sie quasi wie die aus Italien in Hamburg gestrandeten anderen unterjubeln, ist die zeit so kurz vor Weihnachten sicher ideal. zumindest könnte irgendein gefühlsdussel den job machen. es nimmt ein wenig die spannung aus der frage, warum das Christkind nur zu den anderen kindern die tollen geschenke bringt, wenn man jede nacht für eine neue bleibe kämpfen muss – im winter, mit kindern. so macht man sich schlagzeilen für eine „neue welle der kriminalität“? soll doch die andere stadt sehen, wie sie klarkommt…

das Ruhrgebiet ist nicht eben der traum vom sonnenverwöhnten urlaubsparadies und Duisburg nicht der nabel der welt. wenn man organische vergleichsmögsmöglichkeiten sucht: auf der andere seite, am ende der wirbelsäule könnte man fündig werden.

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sehen & gesehen werden / foto: parcelpanic

wenn das licht gut fällt, sehen die lichtspiele um die falten dort manchmal aus, wie die skyline eines einst gutlaufenden motor der wirtschaft Ruhrgebiet. Dortmund, Duisburg – nur zwei der städte, die nicht erst seit gestern zulauf aus aller herren länder kennen. und damit leben, von der einen oder anderen dekade vielleicht mal abgesehen., ggf. noch folgende vernachlässigt. es ist noch nicht so ganz lange her, als es einen feuchten dreck darum ging, wo deine wiege stand, sondern was du für ein kollege bist. und noch sein konntest, damals – und schon kommt das bild ins wanken. in dem zuge sollte gleich noch die schulterklopfmaschine geschmiert und gewartet werden. es gibt auch „gewinner“, wenn man so will. solche, die schon länger eine „umsiedlung“ fordern, [HIER] etwa.

neben einigen anwohnern („ich hab ja nix gegen ausländer, aber…“) feiert sicher in der hauptsache auch das braune gesocks und deren mitläufer mit-chiller-tum, dem man z.b. erst beibringen musste, es handele sich bei den Roma (Bulgaren/Rumänen) wohl kaum um asylanten.

„das sind €uropäer, wie Du und ich.“ also wenn falsch, dann bitte richtig!

den brüller aber zum schluss. das wort hat noch mal der herr Sozial-dingens:

[…] … „zurzeit können wir nur tätig werden, wenn Mieter uns alarmieren.“ […] [1]

klingt nach einer guten idee, irgendwie. so wie: „mach mal licht, ich will sehen ob der scharfschütze noch da ist…“ und wie dann tätig geworden lassen werden wird, kann man sich derzeit recht gut ansehen? na, wenn das mal kein anreiz ist. die laufen denen sicher die bude ein…smilie_Duisburg_kann_alles

in dem sinne: – ohne worte –

dafür musik ab:

p.s.: der tune eignet sich besonders, wenn zum fest noch irgendwo staub zu entfernen ist, der baum einer nadelprobe unterzogen werden soll oder ganz vorzüglich, wenn sie sich (just eingezogen) bei den nachbarn mit ihrem musikgeschmack freunde fürs leben machen wollen (oder müssen, weiss man ja nicht…).

ganz, ganz, ganz wichtig ist die basslastige aussteuerung, die membranen sollten sich deutlich wölben. also doll, besser noch richtig dolle!

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[0] moebelkulturonline: „In Lübeck tut sich trotz Vertragsstrafe nichts“ – 17.04.2012
[1] WAZ.de:  „Keine Ersatzquartiere für Roma-Familien aus Duisburger Problem-Häusern“ – 17.12.2013
[2] RP-online: „Ein Plädoyer für die Abgewiesenen“ – 10.12.20123

Über parcelpanic

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