Ausbeutung zum kleinen Preis?

Primark eröffnet in Düsseldorf / Duisburg in Lauerposition

die einschläge kommen näher. demnächst wird es wohl Krefeld sein, wo eine neue filiale öffnen wird. eine marke die zum schmuddelimage Duisburgs passen würde (wie die berühmte faust aufs auge) greift nach dem zweifelhaften leader der klamottenramscher und pflastert den pott mit seinen Buden. die jagd auf die anderen billigheimer scheint eröffnet. mit derzeit fast 270 niederlassungen zählt Primark noch zu den kleineren lichtern, KIK als vergleich hat €uropaweit nach eigenen angaben etwa 3.100 filialen.

Duisburg NightLight (Schwanentor) / foto: parcelpanic

Duisburg NightLight (Schwanentor) / foto: parcelpanic

anders als bei luftnummern, die bisher über eine hätte-könnte-sollte-planphase nicht hinausgelangten, wie des Möbelmagnaten BaustellenKurt oder dem „investor“ mit den haftanordnungen [1] könnte sich hier die befürchtung bewahrheiten, in Duisburg könnten mal wieder ein paar milliönchen in den sand gesetzt investiert werden, die nicht (auch nicht über ein paar ecken) vom steuermichel ausm säckel kommen. die kämen vom kunden könig…

den Düsseldorfer textildealern im lowbudgetbereich wurde zur eröffnung am vergangenen Dienstag erwartungsgemäss die bude überrannt. auf etwa 5.7000qm, verteilt auf vier etagen wird zum anstandslos günstigen shoppen geladen: T-shirts für 3 €uro, Pullover für 13€, Jeans für 15€.  das die klamotten dafür kaum mehr als ein paar wäschen überstehen, scheint weder käufer noch verkäufer sonderlich zu stören. die bilder der eingestürzten fabrik mit über 1.000 toten, in der u.a. auch Primark seine produkte fertigen lassen soll sind dabei nicht einmal vergessen.

[…] Dass die Ware bei diesen Preisen nur aus einem Billiglohn-Land kommen kann, wo Näherinnen 40 Euro im Monat verdienen, ist Maike Langer bewusst – aber „wo hat man das heutzutage nicht“. […] [2]

hilft auch gegen Verantwortlichkeit! / montage: parcelpanic

aus dem archiv / montage: parcelpanic

„genau! wieso die überhaupt für das geld arbeiten gehen? und wenn denen das nicht passt, sollen sie sich doch bei Aldi an die kasse setzen?! “ möchte man der Maike (20, kundin) hinterherrufen. die würde, wenn sie schlau wäre, einfach den wunschzettel an den Weihnachtsmann weiterreichen. da wo der herkommt, schert man sich um ein menschenleben noch weniger… was bleibt sind nackenschmerzen – vom kopfschütteln.

Duisburg ficht sowas eh nicht an. wo man für das wort eines mit (zeitweise bis zu vier) haftbefehlen gesuchten auf gut glück hunderte verwurzelte menschen vertreibt [3] oder sich in einem unwürdigen gezerre um verantwortung und schuld für die geschehnisse des 24.07.2010 suhlt, dort wird man keinen vermeindlichen geldbringer wegen ethisch-moralischer bedenken schräg anschauen – die müsste man überhaupt erst mal kennen.

allein das argument „Arbeitsplätze“ (hahaha, …`tschuldigung) dürfte unverhofft aufkeimende bedenken vom tisch wischen – siehe FOC?

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Zukunft Duisburg: Blick in die Röhre? / foto: parcelpanic

das Duisburg kein kohlecasting veranstalten muss um dem heer der investoren herr zu werden oder dem unaufhaltsamen abzug von arbeitsplätzen (teils nur just über die stadtgrenze hinweg) nicht beikommt dürfte tief in sich drin auch der schlichteste Politiker erkannt haben. jüngstes beispiel: der verein mit dem vorturner als vermeindlichem opfer eines polizeiübergriffs. [4]. (gute reise, b.t.w.!)

aber: the show must go on! [*konfettikanone*]

apropos polizeiübergriff: sicher kann man einem projekt, bei dem auch bautätigkeiten anfallen etwas „positives“ abgewinnen: es könnte einen boom auf dem „arbeiterstrich“ bewirken, womit es den menschen leichter fiele die herbergspreise mit menschenfreundaufschlag zu zahlen.

kleinen moment bitte. smiley_grummel
ich muss mal die stimme im hinterkopf
zum verstummen bringen, die etwas von 
wer schwarz arbeitet, begeht in der zeit keine anderen straftaten“ 
vor sich hin murmelt …
 

sorry. ach, ich soll ausrichten, die rumänische sprache kenne 30 redewendungen für den begriff Schmiergeld, habe einen CPI (Korruptionswahrnehmungsindex ) von 43 und liege damit auf rang 69 [5]. und irgendwas mit einem seit neuestem erweiterten wirkungsbereich, Polizisten und so. keine ahnung, was gemeint sein soll? ok, nicht so genau hingehört, eine andere stimme hat mir die ganze zeit mit der tetrismelodie im ohr gelegen…

hier würde nun eigentlich eine wirre schreibe von verantwortung, moral, etc. folgen. ein appell an die menschlichkeit und was es bewirkt, wenn geiz geil ist. vielleicht auch ein statement.  och… pffffft… nö… bringt ja nichts. was soll ich schon ändern. und überhaupt: „wo hat man das heutzutage nicht“

in dem sinne: ist auch egal

Portrait_of_a_Clown_VI_by_sythesite

Bild: Portrait_of_a_Clown_VI_by_sythesite / montage: parcelpanic

lesenswertes zum thema Primark:
brandeins.de: „Schnell, schön und schlank“ – 01.2012
 

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[1] DerWesten: „FOC-Investor Roger Sevenheck ward auf der Expo Real in München nicht gesehen“ – 09.10.2013
[2] WZ-newsline: „Primark lässt die Kunden werben“ – 10.12.2013
[3] karusselbremser: „Neues vom FOC Macher“ – 01.02.2013
[4] DerWesten: „Alltours-Chef Willi Verhuven zieht Berufung gegen Gerichtsurteil zurück“ – 13.05.2013
[5] laenderdaten.de: Corruption Perception(s) Index (CPI)

Über parcelpanic

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Eine Antwort zu Ausbeutung zum kleinen Preis?

  1. Stefan Wehmeier schreibt:

    Von der Sklaverei zur Zinswirtschaft

    „Du wurdest wie alle in die Sklaverei geboren, und lebst in einem Gefängnis, das du weder anfassen noch riechen kannst. Ein Gefängnis für deinen Verstand.“

    Morpheus (Matrix)

    Es ergibt sich die nur auf den ersten Blick erstaunliche Tatsache, dass die Ausbeutung im Laufe der Jahrtausende ihrem Wesen nach gänzlich gleich geblieben ist. Es ist grundsätzlich dasselbe, ob in der Vergangenheit der Sklave als Arbeitsmotor infolge seiner persönlichen und daher wirtschaftlichen Unfreiheit unmittelbar für seinen Herrn fronen musste; oder ob im heutigen Privatkapitalismus der Arbeitende vorwiegend infolge des Geld- und Bodenmonopols – also infolge einer unfreien Wirtschaft – nur einen um den Zins verkürzten Arbeitsertrag erhält oder ob schließlich in dem von den Marxisten gepredigten Staatskapitalismus, der sich fälschlich als Sozialismus ausgibt, infolge der Monopolisierung nahezu der gesamten Wirtschaft durch den Staat der Grundsatz der wirtschaftlichen Unfreiheit zur höchsten Potenz erhoben, die Ausbeutung also auf die Spitze getrieben wird, wobei der Zwangsarbeiter zusehen muss, was – nach Befriedigung der Ansprüche der herrschenden Bürokratie und des riesenhaft aufgeblähten Staatsapparates, die begreiflicherweise den Vorrang genießen – zuletzt für ihn übrig bleibt. In allen drei Fällen ist das Ausbeutungsprinzip dasselbe geblieben, bedingt das Monopol die Einschränkung oder gar den Ausschluss der Konkurrenz und damit zugleich die Ausbeutung.

    Nur in der Technik der Ausbeutung besteht ein Unterschied.

    War es früher erforderlich, Sklaven, das heißt persönlich unfreie Menschen, zu halten, um sie auszubeuten, so bringt die Zinswirtschaft das Kunststück fertig, den Menschen sämtliche persönlichen und politischen Freiheiten zu gewähren und sie trotzdem auszubeuten. Obgleich Zinsnehmer und Zinszahler (angeblich) rechtlich einander gleichgestellt und ebenbürtig sind, vermag der eine sich die Früchte der Arbeit des anderen anzueignen. Diese legalisierte Ausbeutung beruht, wie gesagt, auf dem Vorhandensein von Monopolen. An die Stelle des Sklavenhalters ist im modernen Rechtsstaat der Zinsbezieher, an die Stelle des Sklaven der Zinszahler getreten. Die Ausbeutung erfolgt nicht mehr unmittelbar durch die Aneignung der Arbeit des Sklaven, sondern mittelbar durch das Monopol. Es ist begreiflich, dass die Sklaverei für die Ausbeuter uninteressant wurde, seitdem man die wirtschaftliche Unfreiheit der Auszubeutenden – diese einzige Voraussetzung einer jeden Ausbeutung – anstatt durch persönliche Freiheitsberaubung durch die Monopole zu erzielen vermochte:

    Marktgerechtigkeit

    Die erste vollständige Theorie zur Herstellung absoluter Marktgerechtigkeit wurde bereits im Jahr 1906 veröffentlicht – konnte aber vom „Normalbürger“, der sich gedanklich eben nicht in der Realität, sondern noch immer im „Programm Genesis“ befindet, bis heute nicht verstanden werden:

    Einführung in die Wahrheit

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