Wie gut ist unser teurer Rat?

… und was kann einen ein schlechter kosten?

Duisburg hat da so ein Problemchen. besser: es macht sich eins, in dem es nichts tut. statt sich der problematik zu widmen, wird sich in doktorspielchenmanier an symptomen ergözt. das ist, als werfe der DLRG regelmässig kinder in den brunnen und die blauen vom THW sichern ab – satt einen deckel auf den brunnen zu schrauben?

„Wir hoffen, dass wir Unterstützung von Experten erhalten, die sich mit Fragen der Organisierten Kriminalität auskennen“
– Polizeisprecher Ramon van der Maat – [1]
 
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Duisburg Häfen / foto: parcelpanic

es klingt wie eine mischung aus einsicht und dem vermutlich unfreiwilligen versuch, die diskussion auf ein neues level zu heben? für empfindliche gemüter steht da deutlich mehr als eine vergleichsweise harmlose aussage. es unterstellt einer gruppe menschen den hang zu einer bisher nicht gekannten kriminalitätsqualität? im „volksempfinden“ ist es der unrat, den man nun erst entdeckt.

aber der reihe nach…

„… blabla Unterstützung von Experten blabla blablabla Organisierten Kriminalität blablabla…“ dabei hatte ich auch den gedanken an ex-politiker, die einer geheimen politischen polizei mal zeigen wo der hammer hängt. oder an rocker, glücksspieler, menschenhändler, steuerflüchtige oder wer sonst noch so kriminalistisch organisiert daherkommt. es kann aber eigentlich auch nur heissen, es gebe noch keine ableger organisierter verbrechen in Duisburg. und es lässt den rückschluss zu, solche könne nur von dem klientel ausgehen, an dem Duisburg zu scheitern droht.

sicher eher zufall, wenn die WAZ nachlegt:

[…] Seit zehn Jahren sind die Fußgängerzone sowie die Altstadt Werzingers Revier. Er kennt seine Pappenheimer, weiß, wer in all den Jahren weiter abgerutscht ist oder wer schon einmal gesessen hat. „Nicht jeder Beamte passt in diesen Bezirk“, weiß der 53-Jährige. Er ist der Ansprechpartner für alle: Obdachlose, zugewanderte Rumänen, Prostituierte oder die Grundschulkinder, mit denen er für die Fahrradprüfung lernt. Werzinger möchte nicht tauschen. […] [2]
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Am Wambachsee / foto: parcelpanic

Dortmund? das ist doch jene Stadt, die trotz berichterstattungen (etwa der ARD-Dokumentation „Deutschlands neue Slums“) menschenhändler wie den Kral (Ramazan Çehreli) gewähren lässt – wie Duisburg seinen „Vermieter“. das Kral nun doch schwedische gardinen betrachtet hat mit einem alten strafverfahren zu tun, dessen strafe er bisher aus „gesundheitlichen Gründen“ nicht antreten konnte. dafür klickten am 23.11.2013 in Dortmunds Nordstadt die handschellen.

aber zurück zur eigenen haustür. ende Oktober wollte Duisburg  mal wieder „neue“ wege gehen im kampf gegen die auswüchse der eigenen ohnmacht. wo Politik versagt, muss es mal wieder die Polizei richten. besonders unschön nachdem die ankündigung zuvor, die hilfssheriffmacht vom hauseigenen Ordnungsamt werde dort mit fester hand für ruhe und ordnung sorgen, kaum mehr als eine worthülse blieb und mittlerweile selbst erfahre kriegsberichterstatter das handtuch warfen, u.a. angesichts der untätigkeit der Stadt?

neuer plan: nun hiess es man wolle ein paar bulgarische Polizisten hier mal zeigen lassen, wo der hammer hängt. Dortmund und Duisburg wollen mit hilfe der freundlichen kollegen aufräumen. klingt viel-versprechend, wenn man auf sowas steht? eine briliante idee, als würde man andere minderheiten auch ins land lassen, sie ähnlich benachteiligen wie dort, wo sie geflohen sind und ihre alten häscher holen. Bulgarische Roma, um die geht es, sind in Bulgarien eine der stärksten von der Marginalisierung betroffenen volksgruppe.

polhund_jaeger

Kommisar Zufall & Rex / montage: parcelpanic

vielleicht nehmen die herren ausputzer der bulgarischen Polizei dafür auch ein wenig von der erkenntnis mit nach hause, sowas wie ethnische selektion sei geschichte in zivilisierten (bruder) staaten. oder sich für solche halten? oder soll die deutsche Polizei auf dem gebiet altes wissen auffrischen? man weiss es nicht…

bis dato ist allerdings in Duisburg auch noch kein Ordnungshüter aus dem land erschienen, dessen teils rassistischen übergriffen man sich durch flucht entzogen / entflohen glaubte.  Dortmund hatte da mehr „glück“ – mir wird schlecht, wenn ich sowas lese:

[…] „Ich habe einige Gesichter wiedererkannt“, erzählt Atanas Georgiev von der Polizeidirektion Plovdiv, der gemeinsam mit seinem Kollegen aus Sofia, Dimitar Dimitrov, für zwei Wochen nach Dortmund gekommen ist. […] „Unterschiede gibt es nur im Umfeld. Aber eigentlich ist die Situation hier ähnlich wie in Plovdiv, in den Romavierteln“, sagt Georgiev. […] [3]

na herzlichen glückwunsch! alles richtig  gemacht, das nenne ich mal eine gelungene integration, wenn es für die Roma „wie daheim ist“? da hätte man sich die lange reise ja sparen können? ach nee, menschenschleuser sind ja auch nur menschen, die mit ihrer arbeit eine familie ernähren…

PsychotopRuhrMetroPole

montage: parcelpanic

es geht lange nicht mehr nur darum, wie man den zuzug regeln will. das ist längst versäumt, in Berlin etwa. da schickt man z.b. lieber das geld zur rettung griechischer banken, als dafür zu sorgen die herkunftsländer der flüchtigen zu stabilisieren – wenn das geld hier schon nicht gebraucht zu werden scheint. wozu auch?

dieses „Problemchen“ ist dank der völligen tatenlosigkeit u.a. des Rates der Stadt Duisburg erst so ausgeufert, mittlerweile nutzt brauner abschaum das thema für sich. weniger gefestigte Zonenrandgebiete wären wesentlich anfälliger für die ewig gestrigen rattenfänger und radikalisierten glaubenskämpfer aller couleur. von einem Lichtenhagen ist Duisburg aber nur einen flaschenwurf entfernt…

in dem sinne: Glück auf!

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Demnächst beim Doc: Schnittfrische Kunstfehler / foto: parcelpanic

p.s.: dieser schlechte Rat könnte uns alle teuer zu stehen kommen. am 09.12.2013 findet die nächste ratssitzung statt, unter Top 41 findet sich hierzu eine scheinheilige anfrage der CDU [HIER] Dort heisst es u.a.: „Sind die angekündigten Polizisten tatsächlich in Duisburg eingetroffen und wie werden sie eingesetzt?“

Sie sind herzlich eingeladen. laut auskunft der Stadt Duisburg [HIER] benötigen Sie eine einlasskarte und nennt dazu folgende Kontaktdaten:

Telefon: 0203-283 2759
E-Mail: E-Mail-Adresse des Dezernates

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[1] RP-Online: „Polizei: noch keine Hilfe aus Rumänien und Bulgarien“ – 28.11.2013
[2] WAZ.de: „Kontaktmann für Bürger, Obdachlose und zugewanderte Rumänen“ – 30.11.2013
[3] Deutsche Welle: „Bulgarische Polizisten auf Dortmunds Straßen“ – 03.11.2013

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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