Duisburg kann auch anders!

(… kommt aber viel zu selten dazu.)

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DerWesten:

Neue Task-Force im Ordnungsamt Duisburg überprüft Zuwanderer

04.11.2013 | 07:00 Uhr Neue Task-Force im Ordnungsamt Duisburg überprüft ZuwandererNeue Task-Force im Ordnungsamt Duisburg überprüft Zuwanderer
Eine Task-Force soll in Zukunft den Aufenthalt von Zuwanderern in Duisburg überprüfen. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg. Stärkere Kontrollen von Armutsflüchtlingen: Eine eigene Eingreiftruppe des Duisburger Ordnungsamts soll künftig den rechtmäßigen Aufenthalt der aus Bulgarien und Rumänien zugewanderten Bürger überprüfen. Die Task-Force steht dabei vor bürokratischen Hürden – und einer sozialen Problematik.

Das Ordnungsamt wird den rechtmäßigen Aufenthalt von Armutsflüchtlingen aus Bulgarien und Rumänien stärker kontrollieren. Ab Montag sind drei zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz, die sich ausschließlich mit der Überprüfung der Freizügigkeitsrechte nach dem EU-Gesetz beschäftigen. […]

[…] Die Kontrolle des Aufenthaltsrechts steht allerdings auch vor hohen Hürden: Systematisch und ohne Anlass darf die Stadt die Freizügigkeit nicht prüfen. Und: Wer ausreist und direkt wieder einreist, für den beginnt das Verfahren wieder von vorne. Zudem gilt auch als erwerbstätig, wer ein Gewerbe angemeldet hat. Nach dem Stand der letzten Woche war das bei 1220 bulgarischen und rumänischen Staatsangehörigen der Fall. […] [1]

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grün-weisse auf blau / foto: parcelpanic

Warten auf BoatPeople? WasserschutzPolizei / foto: parcelpanic

wenn sie nun ein klatschen zu hören glauben: das sind die hände, über dem kopf zusammengeschlagen – keinesfalls beifall!

es gehe dabei auch darum, ihren „integrationswilligen landsleuten das leben hier zu erleichtern„. da scheint eine verwechselung zwischen „freund & helfer“ und „freundchen, ich helf dir gleich!“ vorzuliegen? und dann soll der (Rechtsdezernent Wolfgang) Rabe das richten? der typ, der „äußerte, sich sicher zu sein, dass auch bei einer nötigen Sperrung des Zugangs zum Veranstaltungsgelände wegen Überfüllung der Besucherstrom problemlos gesteuert werden könne“ [2]. guter mann, der TeflonWolle. da bleibt nix hängen… das ordnungsamt tut einem fast leid und kommt immer mal wieder ins blickfeld, wenn den herrschaften, die zum wohle ihrer wählerherde die geschicke lenken (wahlweise sollten oder meinen) nach langem nichtstun nichts mehr einfällt, was man lassen könne. (der grosse nachteil beim nichtstun: man weiss nie, wann man damit fertig ist?)

genaueres und was schon erreicht wurde kann man am kommenden Montag erfahren, dem 11.11. und damit dem erwachen von Hoppeditz, allerdings zur Sitzung des Rates der Stadt Duisburg, Burgplatz, Ratssaal (Zi. 100). es findet sich unter Top 56: Bildung der Arbeitsgruppe „Projekt Zuwanderung Süd-Ost-Europa / Task-Force Sicherheit und Ordnung“. wer sich schon einlesen möchte (Mitteilungsvorlage, Maßnahmenblätter, u.s.w.) kann das im Ratsinformationssystem tun [HIER].

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montage: parcelpanic

ich habe neben einem tinnitus noch den nachhall von worten eines Herrn Sören aus einer lange vergangenen sitzung in den ohren, der schon irgendeine idee mit den hilfssheriffs hatte, 2012 – und alles würde besser, wenn nicht gar gut. schaut man sich das ganze so an… ich sach ma: *pfffffft*. die grösste wirkung wurde erzielt, als die stimmbänder und der mundraum diesen frommen wunsch in worte formten – bewegte luft. allerdings ist mit dem abklingen der schallwellen auch die speicherzeit der info für den empfänger fast überschritten?

so ganz persönlich sehe ich diese menschen nicht ausschliesslich wie auch im artikel genannt als „Armutsflüchtlinge“. früher hiessen die „Fremden“ nicht so, wenn sie aus gegenden kamen, die wirtschaftlich um die 1960er auch nicht besser dastanden. etwa in der grössenordnung daneben gegriffen wäre, wenn man sagt Duisburg habe kein problem mit latentem alltagsrassismus und ver(w)irrten eXtremos diverser ausrichtungen  – oder eine warnung vor dem kommenden 09. November. 1938, Reichspogromnacht, Sie wissen schon. das wegsehen, der zündelnde gedanken, eine vermeindliche schuldgruppe – nur einige gemeinsamkeiten? wer die vierbuchstabenzeitung liest findet sicher gefallen an solchen headlines. der stempel „Armutsflüchtlinge“ ist eigentlich nur dazu geeignet, der tumben menge an stammtischparolenbrüllern die bestätigung zu geben, diese menschen würden ihnen leistungen wegnehmen, für die sie ebensowenig getan haben, wie sie anderen vorwerfen. und den job, den sie nicht wollen.

und das wort lässt eines gerne vergessen: diese menschen wollen nicht nur der heimat, die keine ist entkommen. mehr wohl auch einer gesellschaft, von der sie an deren rande ghettoisiert werden und man sie am liebsten weg hätte. irgendwie bekannt?

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„… wenn auch nicht von mir…“ / montage: parcelpanic

in dem sinne: man sieht sich

p.s.: Hoppeditz und Rabe – mal sehen, ob ich die beiden und ihre veranstaltungen auseinander halte.

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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