Sturmböen über dünnem Eis

Duisburg hat seine „Farbe“ wieder: Grau in Grau

langsam klingen die hellen, fast aufdringlich-fröhlichen farben ab. vom hellen sonnengelb über ein sattes grasgrün bis hin zu hunderten von rotnuancen, an diversen blautönen – was eben noch in schillernden farben etwa als laub an einem baum hing liegt nun in immer dunkleren brauntönen am boden. fügt man noch kälter werdenden regen dazu (mal als erhöhte luftfeuchtigkeit, mal wie aus dem wasserwerfer) und noch eine ordentlich steife brise → fertig ist der herbst!

Duisburg - Meiderich / foto: parcelpanic

Eisenhüttenglühen an Schmuddelwetter / foto: parcelpanic

ich mag diesen kalten wind ja eigentlich, der einem das frösteln in die glieder treibt. dieses gefühl, wie es sich nach oder noch besser während einer vorahnung einstellt. so, wie es der titel eines schöne-bilder-film glauben lässt (hier, Sie wissen schon: dingenskirchen und ihr gespür für schnee. oder so) – nur anders…

aber mal im … äh, in dem, was ernst sein könnte (weiss man ja auch nicht immer?: der herbst hat auch seine schöne seiten. während dem einen oder anderen die bunte blättervielfalt zusagt, freuen sich andere auf das fallen der blätter. und: der müll sticht dann auch nicht mehr so ins auge, wenn laub auf den fast zum strassenbild gehörenden alltagsmüll und die wilden kippen fällt. zusammen mit diesem vergänglichen material greift schon wieder, es könne zur kunst avancieren… sonst könnte es ja mal weg? aber wer soll es machen? hingeworfen hat es meist „niemand“, die wildwuchskürzer lassen es auch liegen und nicht überall ist Hochfeld? wenn es früh genug schneit, ist das grün vielleicht noch nicht verrottet und das kurze weiß schafft einen nahtlosen übergang – quasi Duisburg im ganzkörper-bodypaiting umgelackt – bis nächstes jahr wieder kein gras über die sachen wächst…

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Auch Schnüffler (Compobrand) / foto: parcelpanic

apropos: egal ob man am liebsten schon frisches drüber wachsen sehen möchte, wärend man die verbrannte grasnarbe noch wachsen hört – bei dem stichwort kommt man an der NSA (hallöle herr spitzel)  nicht vorbei. und an der völlig überzogenen und schlecht dargestellten empörung dessen, was sich da in Bonn am wählerwillen reibt und regierung werden will. war der vermeindliche skandal (ging ja nur um andere) eigentlich mit ein bischen „DuDu Herr Ami!“ und einem erhobenen zeigefinger gen USA schon erledigt, köchelt das süppchen nun doch weiter. aber nicht weil die möchtegern-dauerterrorisierten sich weiter weltweit ihr recht selbst gestalten und menschen verschleppen oder gleich ausschalten. nicht weil sie wider besseren wissen den Irak in schutt und asche gelegt haben. nicht weil es dem grossteil der bevölkerung (nichtkriegsgewinnlern) nach diesem kollateralträchtige demokratisierungkrieg wohl kaum besser geht. nee, weil die (wer hätte das gedacht?) noch immer das ohr am äther haben. und das nicht nur bei solchen, die immer sagen, sie hätten ja nichts zu verbergen, also könne man sie ruhig auf links drehen – oder so.

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Vorurteile verbinden / montage: parcelpanic

abhörskandal, dazu passt b.t.w. ein frühe(re)s missgeschick der superlauscherstaaten im bereich nachrichtendienst: El Alamein (لعلمين‎) – Ägypten, vor gut 61 Jahren. um die „geschichte“ kurz zu halten versorgten die (offiziell noch nicht) im krieg befindlichen USA auch den (feindlichen) Wüstenfuchs mit allen nötigen fakten und geheimplänen derer, die die Amis für kriegsuntauglich hielten und denen man nicht die kohlen aus dem feuer ziehen wollte, bis der krieg auch Amerika erreichte: in Pearl Habour. Rommels geheimwaffe: der Ami – die Funkdepeschen des US Militärattachés Colonel Feller aus Kairo und ein von den Italienern „geliehener“ schlüssel zu dem AmiCode. so wusste der Wüstenfuchs immer, wo er als nächstes aufzutauchen habe. indem sie einen bereits geknackten codierungsschlüssel für die weitergabe von funksprüchen nutzten – auch noch, als man ihnen sagte, der sei unsicher – lieferten sie quasi den zukünftigen verbündeten dem kommenden feind aus. ganz grosses kino – wer solche freunde hat, braucht auch keine feinde mehr?

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Logovorschlag NSA / montage: parcelpanic

moment mal… man könnte ja fast glauben, ich sei den landräubern und ehemaligen sklaventreibern von übersee irgendwie nicht zugetan. das ist nicht so ganz richtig – die wenigsten kenne ich schliesslich persönlich. und sogar in den staaten sind schon menschen in grösserer zahl auf den strassen gesehen worden, die etwas gegen die art von „frieden schaffen“ haben, bei dem die grössere waffenstärke das bessere, gerechtere system ausmacht. eine nation von den anfängen der mechanisierung ins steinzeitalter zu bomben im namen der freiheit und demokratie ist eine gewagte aktion, an der man nicht das erste mal scheitert. vielleicht könnte Frau BundesMerkel zu dem thema mal ein wenig empörung aufkommen lassen. zu den geiseln, als die man gefangene etwa der Guantanamo Bay Naval Base im rechtsverständnis unserer breitengraden sehen könnte. zu der aufrüstung der handlanger, die den Iran ins visier nehmen sollen, zum „ausschalten“ von widersachern in den jeweiligen ländern, ohne gerichtsverfahren. oder etwa über die Jungs, die zum brunnen bauen gingen und zu kugelfängern und splitterkissen wurden. vielleicht auch um das makel des schurkenstaates etwas zu kaschieren? weiss man wieder nicht so genau…

aber, um noch etwas zu finden, was sich fast positiv verkaufen lässt: die Amis haben einfach die bessere regierung. die kümmern sich wenigstens um die ihren, zumindest hört ein teil davon genau zu. vermutlich auch „uns“ (ob man will oder nicht).

in dem sinne: Privat war gestern!

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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