think global – act local

Hallo Welt!

stimmt schon, es ist hier ruhig geworden. wenn ich sehe, der letzte release stamme von anfang September ist das bei einer schlagzahl von vorher (durchschnittlich zwei-komma-irgendwas beiträgen pro tag über fast fünf jahre) schon recht mager. und anfangs war es ein hartes brot, den kopp voller worte nicht über die tastatur zu defrakmentieren…

3yrsWPWordPress hat (vermutlich ungewollt) eine art reanimationsversuch initiert. könnte sein, man würde als registrierter nutzer regelmässig elektronisch post aus deren haus erhält, ist mir vielleicht auch nur nie aufgefallen? zumindest fallen solche posteingänge wieder eher ins auge, wenn man seine eigenen aktivitäten gegen null gefahren hat und damit auch die flut der eingehenden mails an übersichtlichkeit gewinnt. was nicht der einzige vorteil ist, b.t.w.!

wo wir just unter uns nonnenschwestern sind: es gibt einfach nichts zu schreiben, nicht solange sich hier endlich gewaltig etwas zu verändern beginnt. etwa zum postiven für die am ende der fahnenstange etwa, nach dem was als Demokratie verstanden wird lange genug den weg zur klaffenden sozialen schere ebbnen konnte. es fällt einem einfach auch nichts mehr dazu ein, z.b. wenn man sieht, wie sich das untere ende der gesellschaft nicht nur selbst ins aus befördern lässt, sondern sich vielmehr noch in die gleiche schiene lenken lässt, die schon mal für tiefe spuren in den geschichtsbüchern hinterlassen haben. „nie wieder alkohol!“ meint ja auch meist nur drei tage?

aufsichraten

montage: parcelpanic (2013)

die Hamburger „Krise“ mag den herrschaften der hiesigenVolksvertretern vielleicht als (eine willkommene) ablenkung von der eigenen unbeachteten problematik erscheinen, allein: es löst weder die probleme in Italien, Hamburg, Duisburg oder sonst wo. ich wollte nicht der sein, der ein offizielles statement dazu abgeben müsste, welche problematik „wichtiger“ sei und vielleicht mal angegangen werden sollte. von allein oder salbungsvollen worten und leeren willensbekundungen werden sich auch in zukunft keine haltbaren zustände, geschweige den ein lebenswertes habitat bilden. nicht für die in den „problemhäusern“ und auch nicht für die „wutbürger“, schon garnicht für die beifallklatscher der braunen rattenfänger! im fall Duisburg (dem man nachsagt zum ersten €uropäischen Slum jenseits vom Balkan zu verkommen) sind ganz klar die Unverantwortlichen vom Burgplatz gefordert. es ist umgehend u.a. die medizinische versorgung und beschulung sicher zu stellen. sie haben unverzüglich z.b. die zu stoppen, welche sich am elend solcher menschen bereichern. für die wucherpreise, die mancher anscheinend bestens (kommerz) integrierter, ebenfalls nicht-eingeborener aufruft, könnten andere apparatschiken kommunen sogar mit gewinn für ein würdigeres umfeld sorgen? man weiss es nicht…

DU_rechtsFREIDuisburg ist am ende. eine letzte hoffnung für eine sozial gerechtere gesellschaftsform geht verloren, wenn ihre nutzniesser gaffend dabei stehen, während ihnen das wasser abgegraben wird und man sich mit den abgräbern an solchen gütlich hält, die vor solchen zuständen geflohen sind, die hier noch nicht ganz vergessen sein sollten, sich aber bald auch schon wieder zeigen könnten – was sicher niemand ahnen konnte…

„think global – act local“ in der headline fragt auch nach dem mehrgedanken als das, was einem vorgesetzt wird. „Bild Dir Deine Meinung“, jener slogan der im zusammenhang mit dem schundblatt schon wieder ein schenkelklopper ist zeigt recht klar auf, was man von solchen quellen als alleinigen infoinput erwarten darf. aber anders rum: wer etwa den menschen der „problemhäuser“ vorwirft, sie würden etwa mit ihrem nicht immer dem dualem system konformen verhalten auffallen, der muss kein rassist sein. kann aber. er könnte aber auch den gedanken verfolgen, es sei einfacher, sich aus seiner kleinen welt ein passendes bild zu schaffen, als einmal zu sehen, wo diese menschen geflohen sind. es handelt sich bei diesem ortwechsel auch oft nicht etwa um das verlassen einer „Heimat“, wie man das auch immer für sich definieren mag.

gauck01

montage: parcelpanic (2013)

ganz besonders diese volksgruppe, die im hiesigen Zonenrandgebiet zwar so die gemüter erhitzt, aber keinen politiker zum handeln bringt darf getrost besonders im hinblick auf die jüngsten vorkommnise für diese menschen als eine art „deja vu“ gesehen werden. diese volksgruppe hatte schon in ihren herkunftsländern keinerlei chance auf faire behandlung, geschweige denn gleichberechtigung, wurde unter menschenunwürdigen zuständen ghettoisiert. oft ohne solche errungenschaften wie gesundheitssystem, müllabfuhr, strom, wasser und damit der möglichkeit zu sanitären anlagen, um nur ein paar ungleichheiten zu ohnehin schon neidisch auf unseren standart blickende nachbarn zu nennen, die trotzdem lieber daheim im elend leben. deren märkte machen global player gerne zur neuen spielwiese ihrer gesellschaftsperfiden ableger, etwa wenn im „alten“ €uropa die subventionen abgegrast sind. davon wollen wir aber auch lieber nichts wissen… (Bochum war schon mal schlauer!)

wenn es mir besonders im kreis internationaler freunde, bekannter oder zufälliger begegnungen peinlich ist, im besitz eines Deutschen identifikationspapier zu sein, weise ich gerne auf die herkunft meiner ahnen hin und palavere etwas von „wir Briten“. eben jenes inselvolk am speichel der weltpolizei, welches seinem Viatnam auf den Falklands nur knapp entgangen ist und auf der anderen seite die gefuchstheit aufweist, nicht dem €uro verfallen zu sein. (God save the Queen!)

WP_no_racism

Hintergrundbild Cellphone / montage: parcelpanic

Briten, Engländer im besonderen, deren humor (wenn man „das“ so nennen will) auch nicht vor solchen gestalten wie Hitler, Mussolini (aka Duce) oder ähnlichen volksvernichtern halt macht deswegen in eine rechte ecke drängen zu wollen spricht für die hilflosigkeit derer, die oft selbst an dem makel zu kämpfen haben. das ist, als beklage sich der Ami über den terror, dessen geister er selbst rief…

es wäre so einfach, sich mal von der sippenhaft Hitlers hinterlassenschaften befreit, objektiven auges und gar offenen herzens den flüchtlingsproblemen in der tragweite ihrer dramatik zu beschäftigen. jene, die glauben mit diesen menschen zusätzlich an board würde das (rettungs-) boot versinken, sollten sich einmal zu gemüte führen, wieviele reisvolle hände ein kapitalverbrennender volkszertreter volksvertreter fürs überleben ausmacht. das kapital, oft aus derselben quelle, nur weiter oben am lauf, wo auch die hoffnung stirbt? (eine plz?)

dabei sind die etliche Millionengräber weniger aufwühlend als eine im promillebereich schwindende menge an N€u-bürgern. ein Rostock hat mit vergleichbaren „problemgruppen“ versucht an „alte gewohnheiten“ anknüpfen zu wollen – damals war Deutschland dem anschein noch nicht wieder reif dafür, aber die presse hat noch ohne rassistische selektion berichtet? nichts genaues weiss man wieder nicht so genau…

mit Duisburg stirbt nicht nur die hoffnung…

IMG_7352(1)

„Alter Güterbahnhof“  – Juni 2012 / foto: parcelpanic

es hat aus einer bewegung zu (einem auch politischen) neuanfang eine farce gemacht, die üblichen prostituierten politsoldaten im gro gehalten und neue platzieren können. es hat aus seiner früheren unverantwortlichkeit rein garnichts gelernt und scheint auf dem „besten wege“ seine RoteLaternePosition auf lange zeit zu festigen. es wundert nur weltfremde das BaustellenKurt (Krieger) 2013 nicht zu bauen begonnen hat (und es 2014 wohl auch nicht tun wird), wenn das FOC mit seinem grandiosen und Duisburg-gerechtem Investor nichts geschaffen hat oder viele andere tragende projekte im morast versinken und keiner darüber sprechen will? wer auch? hier kommt keiner hin, eher gehen schon wieder die, die das bischen strukturwandel überhaupt ermöglicht haben.

sollten Sie glauben, hier würde ein düsteres bild der chancenlosen stadt am zonenrandgebiet zur sozialen marktwirtschaft gezeichnet, seien Sie beruhigt. ich würde wegziehen aus der wahlheimat, die Duisburg mir seit mehr als einem dutzend jahre ist –  und unerfüllte erwartungen finden ihren grund oft in den ansprüchen. wenn es auch schwer fällt, man muss dem ehemaligen Stadtdirektor und heutigem obersten müllkutscher Dr. Greulich für seine sinngemässe aussage und erkenntnis, DuisBürger seien für echten protest zu dumm und faul respekt zollen! darüber hinaus hat er erkannt, solche erkenntnis sei in der wirtschaft luktativer von sich zu geben. mal sehen, wann er erkennt, wieviel kapital mit dem recyceln von politmüll zu machen sei…

da steckt Duisburgs grosse stärke: es wird vieles anders, das wenigste allerdings besser. ob politik oder fussball: ohne den echten willen zu einem wirklichen neuanfang wird man weiter dem würdelose gehampel zusehen müssen.

in dem sinne…

happy xmas 2013

schon mal vorab / montage: parcelpanic

+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+

IMG_4898(1)p.s.: manchmal denke ich auch so… →

oder so:

[…] …verblödet und verwirrt,
doch bis ins letzte vernetzt.
leute, ihr seit stumm, während ihr sprecht!
ich bin nicht mehr entsetzt,
ich bin nur ein bischen irritiert,
weil ihr sagt das ihr gewinnt,
während ihr verliert.
 
auf Hochglanz poliert, nur ein körper ohne geist.
guck, sie applaudieren und wissen nicht mal, was man meint.
feiern die feste unserer zeit, keiner weiß mehr warum.
wissen tausend sachen, sind aus der sicht von morgen dumm.
bleib in letzter zeit oft stumm, sag nicht mehr oft, was ich denke… […]
 

Quelle: Blockwart – Ich  hab exestiert (Album: Baut euch Bunker!)

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Duisburg, Factory Outlet Center, FOC, Internet, Klüngel, Krieger, Kultur, Leute, MSV, musik des tages, Politik, Problemviertel, Satire, Sören Link, update abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

hinterlasse einen kommentar...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s