Wenn Duisburg seine häßliche Fratze zeigt

Die ersten Brände lodern virtuell bereits, davon unbeeindruckt verharren die Volksvertreter im PolitikerMikado weiter (wer sich zuerst bewegt verliert!), mal wieder ist man sich selbst im Lager der „Guten“ nicht grün und dividiert sich für die anderen schon mal auseinander… Im Westen nichts neues?

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Zitat: Mahatma Gandhi / foto & montage: parcelpanic

mittlerweile kämpft man mit würfelhusten, wenn man das (un-)wort „Problemhaus“ hört. während einem sich das nackenhaar kräuselt und sich die fussnägel aufstellen (oder anders rum?), bildet sich im rachen dieser leicht säuerliche abgang. das wort lässt es nicht unversucht zu suggerieren, die probleme wären quasi hausgemacht. einzig und allein durch die, die hier dem anschein nach ebenso willkommen scheinen, wie es dort der fall war, wo sie zuletzt ähnlich menschenwürdig behandelt und zum weiterziehen „überzeugt wurden“. sie kommen zumeist durch und mit geschichten von einem land, das auf arbeitskräfte nur wartet und in dem milch und honig fliessen. träumen oft von einer zukunft für ihre kinder…

und die realität, deren kunde kaum in der tragweite ihren weg in die herkunftsgegenden zu finden scheint, sie macht schlagzeilen. Duisburg auf dem weg zu einem Lichtenhagen des westen? und die politik, sie schweigt und sitzt aus. ein paar salbungsvolle worte vom OB, ein paar leutchen vom Ordnungsamt hin und wieder und Ratsmitglieder mit AsiTV im schlepptau, … muss reichen. bis dato hat sich niemand derer mit dem volksauftrag der lösung angenommen, bestenfalls etwas an den symtomen gedoktert. und ganz wichtig: die schuld bei anderen suchen! muss ja, muss ja…

entgegen anderslautenden meldungen kann man sich selbst ein bild machen. dazu sollte man zumindest einmal vor ort gewesen sein, besuchen Sie vielleicht einmal die nachtwache. die situation ist grenzwertig und wie gespannt der bogen ist, hat sich jüngst nach einer versammlung gezeigt. gewalt, von wem sie auch immer ausgeht, ist in keinster weise zu tolerieren. diese hochentzündliche stimmung findet ihren nährboden auch in der wortlosigkeit und untätigkeit der politik.

PsychotopRuhrMetroPole

montage: parcelpanic

wenn derzeit die welt wieder in Duisburg zu Gast ist, etwa weil internationale sportliche wettkämpfe hier ihre austragungsorte haben: sollten die auf das thema stossen, wie will man diesen menschen erklären, sie seien willkommener als die „In den Peschen“? etwa mit einem zwei-klassen-ausländertum – guter ausländer, schlechter ausländer? und was passiert, wenn sich ein sportler entschliesst hier bleiben zu wollen? … mich verwirrt so ein rassismusmist nur. erst recht diese inkonsequente Deutschtümelei, die verblendet etwas von rein, deutsch und ehre faselt. mit nem McIrgendWatt in der einen und nem irgendwas anderem fuselgetränk von mütterlein Russland in der anderen. und zur ertüchtigung der manneskraft kann es garnicht exotisch genug zugehen… da ist man fast geneigt von sich zu geben, mit solchen pappkameraden sei auch kein krieg zu gewinnen?

durch Duisburg schwappt eine welle von hoffnungslosigkeit. neben den schienenbiegern bei TSTG stehen mindesten bei zwei weiteren der letzten grossbeschäftiger entlassungen bzw die werksschliessung vor der tür. wie gewohnt sind solche vollversorgerarbeitsverhältnisse als ausgleich nicht in sicht. die wackeligen projekte von MöbelBuden oder dem FOC?

FiveBoats Innenhafen / foto: parcelpanic

FiveBoats Innenhafen / foto: parcelpanic

wohl kaum. wenn überhaupt? selbst die arbeitsplätze, die der „strukturwandel“ gebracht haben will scheinen nicht mehr sicher, wenn einer der reiseriesen bereits im verdacht steht, hier die segel zu streichen. der verein mit dem onkel, der schon mal einen ordnungshüter auf der haube hat(te), etwa. Duisburg steht noch immer im schatten der tragischen ereignisse des 24.07.2010 – der Loveparade, der 21 Verstorbenen, hunderten Verletzten und traumatisierten sowie der fehlenden übernahme auch von poitischer verantwortung und der strafrechtlichen aufarbeitung. mehr als 1.131 Tage (über 37 Monate) waren dazu nicht genug zeit.

anders wird sich das wohl auch nicht verhalten, wenn Duisburg fassungslos vor den ruinen seiner einst vielvölkerischen grundmauern steht, keiner weiss, wie das passieren konnte und politische oder moralische verantwortung erst gerichtsverwertbar bewiesen werden muss…

 

Über parcelpanic

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