Business As Usual? – Duisburgs Gedenken

Die brüllende Stille eines unwürdigen Gezerre

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Das Leben ist eine fortwährende Ablenkung, die nicht einmal zur Besinnung darüber kommen läßt, wovon sie ablenkt.“
Franz Kafka

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wenn man derzeit in die medienlandshaft lauscht (oder was man so dafür hält), klingt es fast ein wenig, als würde man die triebwerke eines Jet auf betriebstemperatur bringen?
(unützes randwissen: das geschieht i.d.r. auch, um materialschäden durch den plötzlichen temperaturunterschied einiger 100 °C z.b. in brennkammern zu vermindern)
dabei entwickelt sich aus einem monotonen, sonoren brummen schliesslich ein öhrenbetäubendes spektakel aufheulender turbinen an der leistungsgrenze. und neben der startbahn heulen sich derzeit auch die wölfe schon mal mit wund…
 

DrMotte_twitter_20130523_0541was aber dabei auf der strecke bleibt, sind echte informationen und so bleibt nichts als spekulation. etwa, ob tatsächlich eine lösung für die „Reisekosten der Teilnehmer“ gefunden wurde, wie das vögelchen bereits am 23. (Donnerstag) zu singen wusste? (24.07., Hr. Roeingh) … man weiss es nicht.

zum dritten Jahrestag scheint sich eine art routine zu etablieren, in der die dem rest des jahres dem vergessen-werden-überlassenen artifakte einer augenscheinlich in kauf genommenen katastrophe wieder bei fast jedermann begehrlichkeiten erwecken, andererseits aufs neue jede info um den ablauf der feierlichkeiten als betriebsgeheimnis gehandelt wird.

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„VIP – Rampe“ Okt. 2011 / foto: parcelpanic

aus den erfahrungen der vorjahre scheinen sich keine grundlegenden erkenntnise für irgendjemand ergeben zu haben, wenn man sich des gefühls mal wieder nicht erwehren kann, sollten da alle beteiligten an einem strank ziehen, täten sie das allerdings in mindestens zwei richtungen – also lieber weiter tauziehen, als synergien nutzen? der „gut gemeinte“ hinweis, fragenden menschen könne durchaus geholfen werden, wurde früher mit der diskussionsgeladenen antwort „wen denn?“ quittiert. man lernt dazu, wenn man sich wund-argumentiert und dabei im kreis-disskutiert hat. heute: einfach so tun, als habe man nichts gehört, nicken, weiter gehen! wenn immer noch nirgends angekommen ist, es könnten menschen diese veranstaltung (evtl. erneut) besuchen wollen, die nicht im täglichen hickhack verwoben sind, macht es überhaupt keinen sinn, erneut darlegen zu wollen, warum die öffentlichkeit mitgenommen werden muss? warum zumindest die zeit so kurz vor dem Jahrestag keinesfalls die zeit sein sollte, in der z.b. kabbeleien aus aufgestautem der vergangenen zehn monate im vordergrund stehen sollten? weswegen eine klare planung und info „nach draussen“ im zusammenhang mit dem grund der veranstaltung so wichtig erscheinen?

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„Treppe“ Okt. 2012 / foto: parcelpanic

die welt blickt auf Duisburg. es mag so hochtrabend klingen, wie die ideen für neue „Leuchttürme“ sich zeigen, allerdings ist die aussage näher an der allgemeingültigen realität, als die planmässige umsetzung solcher MonsterMillionenGräber, wie das Landesarchiv etwa oder die TrashKunstSkulptur ein stückchen weiter den innenhafen runter, im wendehammer der sackgasse quasi. hat man nicht nur die verlage im auge, die schreiben, was man lesen will, wird das bild nicht unbedingt klarer, spricht aber dadurch auch bände. mal abgesehen davon, rund 70% der meldungen bezögen sich (inhaltlich meist) auf eine quelle, ist neben der menge auch die streuung bemerkenswert. wer will, findet bereits in der italienischen und spanischen presse wieder erste meldungen. und in den netzwerken… derzeit scheint die glut für eine weitere mediale feuersbrunst zu entstehen.

besonders dann verschwendete zeit und energie, wenn dabei immer aufs neue gerade die durch den reisswolf gezogen werden, die wenigstens etwas tun – Interessensvertretungen, BIs, Vereine mit und ohne e.V. und wie sie alle heissen. und nicht z.b. die Stadt, die eigentlich die fäden zu diesem Gedenken in den händen halten sollte – was ist aus dem beschluss des Rates geworden, dieser tragödie würdig zu gedenken? den weg vieler anderer vollmundiger versprecher versprechen gegangen? oder sieht würdig so aus, als liesse man die dinge erst einmal laufen und nutze dann die angerollte medienzunft? was bitte genau unterscheidet das nun vom ersten Jahrestag – also ohne plan und keinem stil seitens der Volksvertreter? auch so eine sich einschleichende routine?

… nichts genaues weiss man nicht so genau?

es wäre wünschenswert, wenn eine der organisationen, die das was als engagement zu verstehen sein soll auch vergütet bekommen, in irgendeiner art ein wenig öffentlichkeitsarbeit leisten würde und für klarheit sorgen würden. vorrangig für belange der Angehörigen und Betroffenen und vielleicht auch via presse dem gemeinen volk,  z.b. was das „programm“ betrifft. seitens der Stadt erwartet das niemand mehr…

(für A.B & Herrn J.)

p.s.: der tune ist für die BI „stille Helfer“. diese menschen, die abseits der helle lichter und grossen worte seit jahr und tag fast unsichtbar den ort nicht zu dem verkommen lassen wollen, wie es andererorts zu sehen ist.

diese BI ist so still, die wissen nicht mal, sie seien auch eine…

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Quelle HeaderGrafik: J. Teich – Facebook

Über parcelpanic

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