Duisburger Freiheit

Leuchttürme und Luftschlössern?

sie ist fast schon wieder in vergessenheit geraten, jene „Filetfläche“ der Duisburger Stadtentwicklung, besonders nachdem ihr der bärendienst einer versuchten aufwertung durch eine veranstaltung mit „Leuchtturm“-Charakter fast das genick gebrochen hätte – die sog. Duisburger Freiheit.

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Alter Güterbahnhof Anfang 2012 / foto: parcelpanic

anfangs war es noch teil eines als grössenwahnsinnig zu betrachtenden Monsterplan, der Duisburgs angesicht hätte verjüngen sollen und wohl eher eines dieser missglückten faceliftingopfer produziert hätte, wie wir es es aus der „schönheitschirurgie“ kennen – von allem zuviel, quasi kaputt gebastelt. von der riesenfläche, die man glaubte verplanen zu können, blieb nach dem Münchener Coup des Kurt Kriegers kaum mehr als ein vorgarten über, der hochtrabende name „Duisburger Freiheit“ bleibt… letztendlich sind es wieder nur absichtserklärungen, nicht die ersten. so war schon früher, nur als beispiel, von der gestaltung der Bahnhofsplatte die rede – ach, lassen wir das…

es gibt „neues“ zu berichten. aurelis-Regionsleiter Olaf Geist, liest man [HIER] in der RP beklagt sich einerseits Duisburgs Image nach außen sei nicht das beste und sagt: „Wer wie Duisburg mit Imageproblemen kämpft, muss mit guten Projekten überzeugen“. (dann mal mit gutem besispiel voran?), andererseits schwadroniert er Duisburg fehle es an „Leuchttürmen“ und nennt dann das Landesarchive – als positivbeispiel. aha…

dazu passt der leicht missglückte vergleich im anschluss:

[…] „Wenn das Gespräch auf Sidney kommt, denkt doch jeder zuerst an die Oper – obwohl sie wirtschaftlich sicher auch nicht die erfolgreichste Immobilie ist.“ […]

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GewässerLeuchttürme / foto: parcelpanic

das ist mal wirklich selten blöd gelaufen. angefangen damit, jenes „Sidney“ mit der Oper wäre wohl vermutlich Sydney. (das geht wohl eher an die RP?) städte mit dem anderen namen findet man eher in Kanada (BC) oder Ohio, auch übern grossen teich, etwas andere richtung. von der kleinen hinlänglichkeit abgesehen, über die ich mich nicht einmal ein wort verlieren sollte, wenn ich mich hier mal schlechtschreibtechnisch umsehe… aber der vergleich hätte es auch eine nummer kleiner getan. dort (in Australien – die Oper) hat man sich beim bau im endpreis nur um das vierzehnfache verrechnet und die eröffnung erfolgte auch nur acht jahre später als ursprünglich geplant.

warum aber in die ferne schweifen, wenn das gute doch so nah liegt… Hamburg, Elbphilharmonie oder Berlin, Flughafen? auch so „Leuchtturmprojekte„, die einem sofort in den kopf kommen, wenn man die Städtenamen hört. oder Köln, Stadtarchiv? klar, da muss Duisburg dazu gehören, unbedingt! dabei vergisst man allerdings ein wenig, bei Duisburg käme einem auch nicht als erstes eine der bausünden in den sinn. oder gar etwas, was ausser der reihe mal ein positives licht auf die Stadt wirft. und das wird auch nicht „irgendein prozessähnliches schauspiel gegen handlanger“ ändern, von dem man halten kann, was man will.

wenn`s eng wird... / montage: parcelpanic

wenn`s eng wird… / montage: parcelpanic

bis heute hat „man“ schlichtweg so getan, als gäbe es die fakten, wie sie seit etlichen monaten bekannt sind, garnicht – geschweige denn auch nur tendenziell in überlegungen mit einfliessen lassen. eines der ersten indizien, wie wenig das ganze funktionieren konnte (ohne auf rettungspläne, ELA, fluchtwege oder dergleichen überhaupt eingehen zu wollen) ist, was Professor Keith Still nun mit als ursächliches moment sieht: die zu- und abströme zum „Alten Güterbahnhof“, in einer stunde 90.000 rein, 45.000 raus, 135.000 in bewegung – durch die unterführungsanlage?

der weg bis zur genehmigung ist ebenfalls kein staatsgeheimnis. so wusste „man“ etwa über die unmöglichkeit, der sich Schaller und sein Wanderzirkus angesichts der darstellung von fluchtwegen gegenüber sah. es war bekannt, nicht alle würden auf das gelände können, wenn mehr als 250.000 menschen kämen. und hat die mengen nicht einmal annähernd erfasst, statt dessen noch mit nulleingaben den mittelwert runtergefahren… so, what?

wenn sich die „Macher“, Investoren und klügen köpfe weiter in den schulterschluss mit der politik stellen, statt sich für eine rückhaltlose aufklärung stark zu machen, eine politische verantwortung einfordern und aktiv daran mitwirken, sowas nie wieder geschehen zu lassen, wird man noch lange vor der verbrannten erde stehen und sinnfrei saat einbringen wollen – während noch glutnester kokeln…

in dem sinne: Weiter machen!

Über parcelpanic

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