Tödliches Duisburg

Eine Stadt im Blutrausch?

haben früher die betriebsmittel und rückstände der schwerindustrie die böden des Ruhrgebiets getränkt, scheint der strukturwandel an der stelle stattgefunden zu haben. heute tränkt (wieder mal) blut mutter erde…

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damals… / foto: parcelpanic

gewalt hat in Duisburg nicht erst gestern einzug gehalten. die stadt zieht dem anschein nach eine vielzahl an teils dubiosen gestalten und gruppen an, die hier fuss fassen oder zumindest ihre kriege führen wollen. dabei sind solche, die in bereits verbotenen strukturen organisiert sind noch am leichtesten zu erkennne. bei schlips- und uniformträgern wird das schon schwieriger…

es scheint, als spitze sich derzeit die situation auch in Duisburg etwas zu. nehmen Sie den tod des jungen autoknackers von ende April, der mit jedem scheinbaren erkenntnisstand nur noch mehr fragen aufwirft. oder als letztes die messerattacke heute nacht in Beeckerwerth (oder [HIER] vom Wiebold) – und ein weiteres pulverfass rollt derzeit richtung lagerfeuer, wenn man sich den umgang der lösungssuche mit den zugezogenen ansieht, der nicht stattfindet?

denen, die etwas beengt im denken sind, soll hier garnicht erst die gelegenheit zum (kurz-) schluss gegeben werden, es mit einem „ach, die ausländer wieder!“ mal wieder leichtfertig beiseite wischen zu wollen. die vergessen: dazu kommen diverse auseinadersetzungen von leuten, die irrtümlich für Rocker gehalten werden, die auch schon mal dazu führen können, das ein teil der stadt aussieht, fände im Rotlichtbezirk ein betriebsausflug der Polizei statt…

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tatü – tata / foto: parcelpanic

apropos Polizei. noch beunruhigender als die tatsache, Duisburg würde zum sammelbecken von gewaltbereiten gruppierungen jeglicher art & couleur, wirkt in dem zusammenhang eigentlich nur noch die informationspolitik der organe, die für aufklärung sorgen sollen. man muss dabei nicht einmal die de fakto ausgesetzte teilweise aufklärung um die vorkommnisse des 24.07.2010 bemühen, die bis dato fast drei jahre braucht, um zur prozessreife zu gelangen, aber nach wenigen tagen ausschliessen kann, Sauerland, Schaller oder andere hochrangige „willensbildende“ könnten als beschuldigte gesehen werden. da wirkt die etwas delikate begrifflichkeitskrämerei um den tod des autoknackers am Delta jüngst kaum vertrauensfördernder.

[…] Einen Tag darauf meldete die Polizei: „Im Rahmen der Obduktion am 25.04.2013 konnten bei dem Verstorbenen keine Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung festgestellt werden.“ Diese Auskunft aber stimmt nicht. Nach Informationen des Duisburger WDR-Studios wurden der Anwältin der Opferfamilie nun Fotos zugespielt, die dokumentieren, dass der Verstorbene schwer verletzt worden war. […] [1]

man kann nicht sagen, ob die angaben von selbst irgendwann „ergänzt“ worden wären, so muss man sagen, dass erst in die enge getrieben…

[…] … ein Sprecher sagt: „Präziser wäre gewesen: Der Mann hatte keine äußerlichen Verletzungen, die todesursächlich waren.“  […] [1]

stacheldraht

trennlinie / foto: parcelpanic

noch einmal: ob der autoknacker das „verdient“ hat, wie einige kommentare zum artikel das glauben machen wollen, steht in dem zusammenhang nicht zur debatte, ebenso die herkunft des täters – auf welcher seite auch immer.

der springende punkt, der durch solche nebenschauplätze schnell übersehen wird, kann auch da gesehen werden, wo des übels wurzel eher zu suchen ist. Duisburg wird dessen nicht Herr. dieser sog an gewalt und kriminalität könnte zur spirale werden. mit jedem ungesühnten verbrechen, dass durch fehlinformation noch zusätzlich in der strafverfolgung behindert wird, steigt die „attraktivität“ nur noch. jeder versuch, „schützen“ zu wollen, in dem nicht alle fakten auf den tisch kommen, sondern durch dritte „ergänzt“ werden müssen, ist ein akt gegen die demokratie.

es scheint an der zeit, klar zu machen, wem diese stadt gehört. wäre Duisburg nicht in Deutschland, könnte man die bevölkerung dazu bewegen, ein zeichen zu setzen, ein klares null toleranz zu jeglicher gewalt etwa. eine klare aussage gegen jeden, der glaubt seinen krieg hier her- und austragen zu müssen. Duisburg braucht kann keine Probleme lösen, die woanders ihre wurzel haben. nicht solange es nicht einmal mit denen fertig wird, die hausgemacht sind.

und die chance hat Duisburg wohl nicht mehr. spätestens wohl, seit Bürgerbeteiligung nur ein neues mittel ist, sand in die augen zu streuen, um mit alten pläne einen schlechten stil weiter zu pflegen?  … man weiss es nicht.

in dem sinne: Glück Auf!

und musik ab:

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[1] DerWesten: Fotos zeigen Verletzungen des verstorbenen Autoknackers vom Delta Musik Park – 17.05.2013

p.s.: ja, die headline ist bewusst reisserisch gestaltet. der zeitgeist…

 

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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