Gestern vor 80 Jahren

Bücherverbrennung in Deutschland

stacheldraht10. Mai 1933: auf dem Berliner Opernplatz und in 21 anderen deutschen Universitätsstädten werden gross inszenierte Bücherverbrennungen abgehalten. diese markieren den vorläufigen höhepunkt der „Aktion wider den undeutschen Geist“, die sich in der hauptsache gegen jüdische, marxistische und pazifistische schriftsteller richtete. eine liste der verbrannten bücher findet man [HIER].

„Das war ein Vorspiel nur, dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen“  Zitat:Heinrich Heine

… und der mann sollte recht behalten. es sollte der auftatkt zu einem der grössten völkermorde der geschichte werden. die taz titelt zum thema Bücherverbrennung „Apokalyptisches Volksfest“ und beleuchet recht anschaulich, wie sich manche dinge dem anschein nach nie ändern werden. berichtet wird von Erich Kästner, dessen bücher auch raub der flammen wurden und seiner erfahrung:

[…] Als der Dichter sich daraufhin beim Düsseldorfer Oberbürgermeister, einem Sozialdemokraten, darüber beschwerte, wurde ihm in einem „jovialen Kaffeestündchen“ mitgeteilt, diese in Anwesenheit von christlichen Pressefotografen und Diakonissinnen geschehene Untat sei ein „Dummerjungenstreich“ gewesen, „den man nicht hochspielen solle“. […] [1]

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Zitat: Kurt Marti / foto & montage: parcelpanic

um himmels willen! bei leibe nicht! ich will hier keinen vergleich zwischen irgendwelchem braunen gesocks, halbroten und / oder irgendwelchen OBsen oder so anstellen. ich wollte auch nicht irgendwelchen andersfarbigen als den (politisch gesehen) braunen irgendetwas nachsagen. weil kirche erwähnt war, auch denen wollte ich damit nichts vor die nase halten, was sie seit jahrzehnten nicht sehen wollen. es fällt lediglich ins auge, mit welcher evolutionären gabe dieses „herunterspielen“ gesegnet ist. fast wie die kakerlaken…

man will auch schon garnicht mehr genauer hinsehen, ob sich vielleicht etwas in der heutigen zeit fände, was einen solchen geschichtlichen griff ins klo schon einmal möglich werden liess – wirtschaftliche eckdaten wie die der beschäftigung als beispiel, gesellschaftlicher wie sozialem frieden oder so nem tüddelkram etwa. bloss nicht! wer heute lostrabt und vor „sowas“ warnen will, findet sich am ende nicht selten selbst am pranger.

was sich aber ohne zweifel feststellen lässt, dürfte die tatsache sein, gestern wie heute würden die geschicke durch die „gewählten vertreter“ nach den jeweils gültigen rechtsfassungen zum wohle des volkes und dessen nutzen geführt – theorethisch.

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Der Wille zählt / foto: parcelpanic (hängt am Rathaus)

ob das nun herrschaft durch das volk und für selbiges ist, es ist die meinungen jedes einzelnen. wer aber einmal genauer hinsehen will, dem stellt sich früher oder später schon die frage, ob da etwas faul ist im Staate Dänemark, wenn die soziale schere immer weiter auseinander klafft und der ehemalige mittelstand im begriff ist, die neue unterschicht zu stellen. der Staatsrechtsprofessor Hans Herbert von Arnim spricht davon, Deutschland werde von einer „politischen Klasse beherrscht“. und der hat studiert. (hoffe ich)

man mag die augen davor verschliessen. aber die hoffnung, wenn man das tue, könne man dabei selbst auch nicht gesehen werden ist, höchst trügerisch. wenn der entwicklung nicht einhalt geboten wird, kann es nur die frage einer generation sein, in der vermutlich nicht einmal in Deutschland startend der feuersturm, in welcher form auch immer, durch €uropa zieht. der glaube, Deutschland befinde sich im frieden gilt nur, wenn man vergisst, wo überall Deutsche Soldaten aktiv oder in der zweiten reihe in nicht eben friedlichen aktionen versuchen den kreuzfahrern gleich den glauben zu bringen. diesmal allerdings an etwas fast ebenso suspektes, die Demokratie. was schon wieder paradox ist, wenn man sich ansieht, was die einzelnen „verbündeten“ der so agierenden missionare selbst darunter verstehen… nichts gegen die Amis, aber dort gilt z.b. waterbording nicht als folter. man nennt es maximal „verschärfte verhörmethode„. und das ziel der kriegerischen befriedungsaktionen gilt ausschliesslich dem volk. etwas so dergestalt nicht als das zu bezeichnen, was es letztlich ist, kommt einem irgendwie schon wieder bekannt vor?

oder ganz anders gefragt. wer, als diejenigen, die diese zeit erleben mussten, könnten uns mahnen, die wir „das glück der späten geburt haben„? und sie tun es. die jüdische musikerin Esther Bejarano spielte im „Mädchenorchster Auschwitz“ und überlebte so den Holocaust. seit sie sich in Deutschland aufgrund ihrer herkunft vom braunen Dumpfbackentum mal wieder als verbrecher beschimpfen lassen musste, tut sie etwas. und das recht eindrucksvoll:

in dem sinne: Krieg ist immer Terror!

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p.s.: sind das also alles „spinner“, denen sich die nackenhaare hochstellen, wenn dieser leicht sonore unterton mit dem fauligen geruch von fremdenfeindlichkeit und sozialer missgunst durch die strassen zieht?

… man weiss es nicht (und schlauer ist man immer erst hinterher)

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quelle(n):
[1] taz.de: Apokalyptisches Volksfest – 10.05.2013

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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