Duisburg – Sinnbild des Scheitern?

Keiner ist unnütz. Für ein schlechtes Beispiel langt es immer!“ (Zitat Oma)

herrlich, oder? kaum ist der Winter gewichen, verdrängt bereits der kommende Sommer das kaum fussfassende Frühjahr. in zeiten wie diesen, wo die natur nicht nur förmlich aus-, sondern sich dabei fast schon überschlägt und man dabei fast zu sehen kann, ist man genügend abgelenkt.

Youbgtimerwetter / foto: parcelpanic

Youngtimerwetter / foto: parcelpanic

es schmeichelt dem auge wohl eher, wenn man durch die dichte vegetation nicht mehr so genau der gesellschaftlichen hinterlassenschaften ansichtig wird? an stellen, wo man zwar diesen sichtschutz unter dem vorwand der landschaftspflege abgeholzt hat, den müll aber liegen liess, muss man halt noch ein wenig darauf warten…

wie in der weltpolitik. man fragt nicht nach und beschäftigt sich mit so negativen dingen wie Boston, einem gefühlten 911-remix. wenn auch ein grossteil der verschwörungstheorien schon im ansatz auch für menschen erkennbar bar ist, die ihre hose mit der kneifzange schliesssen, es bleibt dieser mögliche promillesatz, der schon beim fall der türme nicht von der hand zu weisen war. nicht anders beim vielbeachteten NSU-ShowDown. wer nicht genauer nachsieht, könnte den eindruck gewinnen, hinter jeder „terrorzelle“ stecke mindestens ein V-mann. oder auf die frage kommen, ob es diese ohne den überhaupt gegeben hätte…

sowas gibt genügend nährboden für zukünftiges, quasi aktuelles? besonders, wenn von einer angekündigten, neuen transparenz nichts zu sehen ist. fehler nicht zugeben ist eine sache, sie nicht für sich zu erkennen, eine andere. aber nichts daraus zu lernen? zeitgeist, klingt bekannt…

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neues avatar? / foto: parcelpanic

der kommende auftrieb zum grossen „bürgerpflicht – kreuzchen machen“ ende September kann da etwa ebenso ausgeblendet werden. es ist nicht einmal die mühe wert, die wahlversprechen zur letzten BuTaWa (BundesTagsWahl) ausbuddeln zu wollen und zu fragen, was daraus wurde. oder vorabausrutschern zur anstehenden, wie den schon derzeit besiegelten koalitionsansprüchen. rot-grün oder schwarz-gelb … sonst gibbet nix. wie im osten, damals. egal was du wählst, die du nicht willst spielen trotzdem mit. wir erinnern uns, wenn es soweit ist und sich jemand beklagt… man wählt also mit dem einen übel wohlmöglich ein zweites dazu?

aber schauen wir uns einmal an, wer da überhaupt ordentlich für solche minderheitenentscheidungen seine felle ins rennen wirft und zusieht, wie die von dannen treiben. zunächst darf man vielleicht auch das gerne verwendete horrorszenario nicht ganz ausser acht lassen, wenn man keine der etablierten parteien wähle, sei es als würde man seine stimme gleich bei den rechten abgeben. das muss mindestens darauf relativiert werden, es sei kein protest überhaupt nicht zur wahl zu gehen. auch eine verdrossenheit, wie es gerne bezeichnet wird – es ist i.d.r. die masse, der es schlichtweg egal ist, die garnicht wählen geht.

kein leuchtturm / foto: parcelpanic

kein leuchtturm / foto: parcelpanic

wenn das ein zeichen sein soll, es wird nicht verstanden. sicher beklagt man sich in der wählerherde untereinander. wenn der leidensdruck dann hoch genug ist, sucht man sich vielleicht auch einen sozial noch schwächeren sündenbock für die eigene „unkompatibilität“, vorsichtig ausgedrückt.

oder anders herum: wenn man sich die mitgliederzahlen der parteien ansieht, diese in eine relation zu den möglichen kreuzchen setzt und sich dann fragt, woher wohl der gerne zitierte „Wählerwille“ interpretiert wird, könnte man zu einer möglichen antwort gelangen, die man so nicht haben wollte. was nicht ähnlich überspitzt heissen soll, man dürfe dann auch nur wählen gehen, wenn man sich irgendeiner vereinsmeierei unterwerfe. aber es wäre schon schlau, zu wissen, wofür man sein gefühlt alleiniges entscheidungsinstrument hergibt? im fall der kommenden BuTaWa also entweder für die CDU oder die SPD, selbst wenn sie die Grünen oder die FDP wählen…

was bleibt? nein, nicht nicht-wählen. diese vermeindliche protestnote erreicht ihren empfänger i.d.r. nicht. das führt zwar zu solchen unsäglichkeiten wie der wahl zum OB mit just 18% der stimmberechtigten, hinterlässt aber keinen bleibenden eindruck von protest, könnte man meinen.

Hüttenheim / foto: parcelpanic

Hüttenheim / foto: parcelpanic

wenn man sich schon in schöner regelmässigkeit von den wahlversprechern wahlversprechen, geschönten Armutszeugnissen statistiken zu z.b. nichtvollerwerbsfähigen, armut, etc. oder dergleichen getäuscht glaubt, warum kein wirkliches zeichen setzten. wenn man sich für dumm verkauft sieht, sollte man das auch zum ausdruck bringen. in dem man seine dummheit etwa dadurch zeigt, wenn man einen ungültigen wahlschein in die urne gibt. wenn einem auf dem zettel nichts zusagt, warum nicht seine wünsche formulieren? das sagt deutlich mehr aus, als einfach den nichtwähler zu machen.

aber um auf die reisserische headline zurückkommen zu wollen…

„Duisburg ein Sinnbild des Scheitern?“

nein, es wäre zu hoch gegriffen. scheitern ist dem anschein nach keine option. aber es könnte ein paradebeispiel sein, wie man es richtig falsch macht. nämlich mit nichts tun. so minimiert man vielleicht das risiko zum fehltritt. am ende entsteht so aber auch nur stillstand.

wie gehabt…

 

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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