Hörste watt? – Völker? – Signale?

Wohl eher „den Schuß“ nicht gehört…

einschussich habe schon mal was vorbereitet, ein paar schöne und handliche steine bereit gelegt. für die empfindlicheren liegen auch handschuhe parat. es wird dringend gebeten, für gaffer eine gasse zu lassen. warum? jener aufschrei, der unten zitierte artikel folgen wird, kann sich schnell auch gegen die richten, die es wagen fragen stellen zu wollen…

also helm auf zum gefecht?

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DieWelt:

Deutsche Arbeitslose sind die ärmsten in Europa

In Deutschland sind laut einer Studie zwei Drittel der Arbeitslosen von Armut bedroht – deutlich mehr als im Durchschnitt der EU-Staaten. Dafür gibt es nach Angaben der Forscher mehrere Gründe. Von Stefan von Borstel

In keinem Land der Europäischen Union sind die Arbeitslosen so arm wie in Deutschland. Nach einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Gewerkschaften waren 2010 in Deutschland 67,7 Prozent der Arbeitslosen von Armut bedroht. Das waren zwar zwei Prozent weniger als 2009. Damit blieb die Quote aber weit über dem EU-Durchschnitt von rund 46 Prozent. Dies habe mit der Hartz-IV-Reform zu tun, erklärte WSI-Forscher Eric Seils. […]

[…] Es gebe keinen Grund, das System in Deutschland wieder großzügiger zu gestalten. Der IZA-Forscher verwies auf die sinkende Arbeitslosigkeit. „Wir sollten eher schauen, dass wir die Arbeitslosen schneller in Beschäftigung bringen, statt sie besser abzufedern.“

Im internationalen Vergleich sei das Arbeitslosengeld II auch nicht „ausgesprochen karg“. „Jede Erhöhung von Hartz IV führt dazu, dass sich mehr Menschen vom Arbeitsmarkt zurückziehen, weil sie mit ihrer Qualifikation entsprechende Lohnhöhen gar nicht erwirtschaften können.“ […]

… zum Artikel …

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der arme „Deutsche“ arbeitslose *pfffft*…

ist es also ein möglicher umkehrschluss, „den ausländer“ gingen es in Deutschland arbeitslos besser als „den deutschen“?

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Schnittig / foto: parcelpanic

der „irgendwer“ ist etwa so universell, wie „die ausländer„. kennste einen, kennste alle? weit gefehlt, wenn man dem volksmund glauben schenken will. da gibt es die, die man duldet und solche, die man am liebsten „umsiedeln würde“. wobei NichtEingeborenen oder nationalen passinhaber die allgemeinstigmatisierende bezeichnung nach neusten plänen bald vielleicht wieder vergessen können. (übrigens eine gute deutsche tugend, dieses vergessen?) nachdem sich die letzen dekaden immer wieder die flamme auch an den „guten“ ausländern entzündet hat, jene gastarbeiter der wirtschaftswunderzeit mit traditionsbewusstsein beispielsweise, ist es wohl an der zeit, sie von solchen zu unterscheiden, die selbst selbige dann ablehnen – auch wenn jene  streng genommen „mehr €uropäer“ sind. das sehen teile des hiesigen volksstamm ähnlich. es scheint also mehr als nur den einen ausländer zu geben? es spielt kein rolle, wie zugehörig die personen geographisch sind? dann gibt es gebrAUchS- und ungebrAUchS-länder?

Deutschland ist ein recht hoffnungsloser fall. als neulich mal wieder zum sternmarsch des braunen gesocks auf Duisburg geblasen wurde, fanden sich mal eben zwei dutzend ver(w)irrte ein, dazu noch um einen asylmissbrauch anprangern zu wollen, der bei €uropäern wie den gemeinten zugezogenen nicht gegeben ist. davon waren die meisten vermutlich noch aus jener schar berufs-möchtegern-faschos, die mit einem Andrea Berg Tourbus durch die republik gekarrt wurden. wenn das ein erbe des 1000-jährigen reich sein soll – glückwunsch? man bekommt fast schon wieder diese verkrampfung der nackenmuskulatur vom kopfschütteln.

never give up / foto: parcelpanic

never give up / foto: parcelpanic

es vermittelt den eindruck von intuitiv zugeordnet und damit bestätigter lernresistenz, wenn beispielsweise die English Defence League vormacht, wie man sowas nachhaltig anstellt. aus einem vorfall vom 10. März 2009, bei dem heimkehrende soldaten von etwa 15 Islamisten als „Babymörder“ und „Schlächter“ beschimpft wurden, hat sich eine bewegung entwickelt, derer man in solchen weniger recht(s)-restriktiven kulturräume noch schwerer wieder herr wird. und die gerne dort bleiben kann… zaun drum – fertig.

aber das ist wieder weit ab vom thema. das bild ist etwas unstimmig. sicher hat „der arbeitslose“ grundsätzlich erst einmal nicht viel zu lachen. ausser er kennt menschen, die arbeiten gehen und trotzdem von der schikane des aufstockens betroffen sind. jene nicht eben kleine schicht noch immer arbeitender, obwohl es „nicht löhnt lohnt“. wer wie der SteuerMichel oberhalb von mindestlohn und existenzminimum schafft, hat auch nicht viel zu kichern? spätestens, wenn ihm erst in den sinn kommt, er könne mit seinen abgaben die einsparungen im lohngefüge der arbeitgeber von dumpinglöhnen mit jedem handschlag mitfinanzieren. ohne dem entgehen zu können…

anders als bei gewerkschaften. noch kann man frei wählen, ob man sich für die zur zweiten arbeitgebervertretung zu mutieren wollenden vereinigung noch geld aus der tasche ziehen lässt. wer einmal auf deren leistung angewiesen ist, kommt vielleicht zu der erkenntnis schutzgelder wären doch eine bessere versicherung?  es tut schon weh, institutionen wie JobCenter das geld in den rachen werfen zu müssen, wenn man ihre arbeit kennt.

kurz vor nach / foto: parcelpanic

kurz vor nach / foto: parcelpanic

dort ist man derart mit damit beschäftigt, sich um sich selbst zu drehen und das noch als erfolg zu verkaufen, als dass man von dort wirkliche besserung der lage erwarten könnte. um personen dem menschenverachtend gestalteteten zweiten oder dritten arbeitsmarkt zuführen zu wollen und diesen damit zu fördern braucht man keine scharen von gemeinwohlfinanzierten handlangern. wenn auch das ergebnis kein anderes ist, es wäre wesentlich spassiger monatlich diesen betrag anderweitig ebenso sinnfrei zu verpulvern. unnützes wissen am rande: entgegen der allgemeinen auffassung ist die zerstörung von „geld“ in Deutschland derzeit nicht rechtswidrig, man kann es durchaus auch straffrei verbrennen! nach §90 BGB sind €uroscheine und münzen eine sache, an der jeder eigentum gemäß allgemeinen zivilrechtlichen regelungen erwerben und nach belieben verfahren kann. es handelt sich damit um eine „unumkehrbare ausserumlaufnahme“ als um eine beschädigung fremden eigentums, wie es gerne behauptet wird… wem das was bringt?  sonst wäre die thermische verwendung der SteuerMichelAbgabe ggf. auch Knast wert? na – knistert es?

die deutschen arbeitslosen mögen arm sein, nicht nur geldwert die ärmsten sein. so wie die rentner oder die kranken. übervorteilt von einem ausgeweideten generationsvertrag, degradiert von einem nutzbaren nützlichen teil der gesellschaft zum problem selbiger.

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v2a / foto: parcelpanic

arm auch immer dann, wenn es darum geht auch mal den hintern hoch zu bekommen und seine rechte einzufordern. so ist es ein offenes geheimnis – wenn alle tatsächlich anfallenden steuern gezahlt würden und nicht etliche 100te von millionen €uro mittels legaler oder weniger legaler methoden an der gesellschaft vorbei geschafft würden – das bild sähe ganz anders aus?

solange es ein kavaliersdelikt ist und sich selbst die betroffenen an ihrem krankenden system gütlich tun, bleibt das aber „arm“ zu nennen… wirklich arm dran sind in erster linie solche, die trotz vollzeit oder mehrer minijobs noch „dazu hartz-en“ müssen. es ist ein armutszeugnis, wenn es hundertausendfach möglich ist, solche bemühungen täglich vergebens verinnen sehen zu müssen. „kann man halt nichts machen“ sagen meist die könnten, wohl eher nicht wollen… arm sind aber auch nicht die, denen ihre situation schon dadurch wumpe zu sein scheint, weil es sie nicht vom sofa reisst?

dann fehlt aber noch ein begriff für das kommende. wer heute an seine rente und sein leben von denkt, fragt sich vielleicht schon im angesicht der heutigen belastungen, wer einmal seine alterspflege bezahlen soll. erst recht, wenn es „normal“ ist, neben den zwangsabgaben für rente und gesundheit noch etliche zusatzversicherungen von ungewissem ausgang halten zu müssen – vom mindestlohn oder darunter. damit unseren kindern (die einmal u.a. die renten sichern sollen) noch luft zum leben bleibt, braucht es schon eine menge gutbezahlter jobs…

… die ärmsten?

 

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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