Verk(l)appte Situation

Unser täglich Fukushima – unglaublich?

sie ist wieder da. die debatte – oder was man dafür halten könnte. und eigentlich mehr als flüssig, eher völlig „überflüssig“, was fast schon wieder zynisch smiley.phpverstanden werden kann. die lösung (oder besser die base?) wird längst praktiziert. dazu besteht sogar bereits ein funktionierendes desinformationspotential. und keiner spricht darüber! traditionen pflegen & „never change a winnig team?

worum es geht?

gemeint ist die vorgebliche frage, was eigentlich mit den reststoffen der friedlichen und weniger friedlichen nutzung der atomwirtschaft und deren hinterlassenschaften passieren soll. wo soll das zeugs end(lich)gelagert werden, nach seinen irrfahrten durch €uropa, bis es in einigen dekaden nur noch bedingt mehr schädlich ist, als überbleibsel bereits praktizierter vorgehensweisen es angeblich sind? ja, das lässt raum für die spekulation, derzeit werde kein solcher abfall entsorgt oder es bestünde nun gar gefahr. weit gefehlt. die besteht kontinuierlich, seit etwa 50 jahren.

schopenhauer_zitat„The solution to pollution is dilution“
(die lösung von verschmutzung ist verdünnung)
 

etwa: je mehr man einen schadstoff verdünnt, desto unschädlicher wird er, soll es sagen. die theorie vergisst, es könne bei einem so begrenzten planeten wie der erde keine unerschöpfliche quelle zu verdünnenden materials (wasser) geben…

 

die ebenso einfache wie einfältige hoffnung, nämlich mit genügend verdünnung auch eine unschädlichkeit solcher stoffe wie plutonium, uran und konsorten zu erreichen, hing man seit anfang der 1960er jahre nach. und tut es bis heute. sollte damals diese heisse ware eigentlich in tiefen ab 5.000 metern versenkt werden, finden sich heute neben diese eigentlich festgelegten stellen auch „lagerstätten“ in weniger als 170 metern wassertiefe. und kaum 10 seemeilen von bewohnten inseln solche „endlager“. aber natürlich und unbedenklich. und kein böser schurke wird je auf die idee kommen, man könne vielleicht kaum einfacher an material für eine „dreckige bombe“ kommen. (ausser in Duisburg, mit trockenen füssen)smilie_NoAtomStrom

hat man bis in die 1995 noch (vermeindlich) leicht bis mittelschwer kontaminiertes fassgut über die reeling gekippt (mind. 110.000 tonnen in über 220.000 fässern [1]), so folgte auf das verbot dieser art der verklappung die einleitung über rohrleitungen direkt ins meer. beispiele geben z.b. die „aufbereitungsanlagen“ Le Hague (FR) oder Sellafield (GB), wo bis heute auf diese art „entsorgt“ wird. die das tun, wissen von keinen negativen einflüssen oder haben „experten“, die ernsthaft in erwägung ziehen, eine erhöhte leukämierate in der nähe einer aufbereitungsanlage habe einen zusammenhang mit der vermischung von land und stadtbevölkerung. doch, weit nach 1945. auch ausserhalb der alten grenzen, auf einer insel. ein zitat dessen findet man u.a. hier:

[…] Die Anhäufung von Leukämiefällen in der Nähe von Industrieanlagen ist wahrscheinlich das Resultat einer raschen Bevölkerungsbewegung und Vermischung der Bevölkerung in vorher isolierten Gebieten (Leukemia 1998,12, S.1319, Dt.Ärzteblatt, Kongreßbericht Heft 27, 03.07.98 und 14.12.01, C262, atw, Aug/Sept 2001 S. 592 ) […] [2]

IMG_0104(1)fried

Zitat: Erich Fried / foto: parcelpanic

heute weiss man, wenn man das zeugs nicht selbst einleitet, die idee des unschädlich-verdünnens funktioniere nicht besonders. besonders wenn sich an den küsten Frankreichs, Belgiens und der Niederlande in gesammlten gräsern aus dem watt noch schadstoffe aus den „aufbereitungsanlagen“ nachweisbar ist. ach, ich hatte vergessen? Deutschland, bis mindestens Wilhelmshaven. da auch…

kontrolliert wird die atomindustrie bei der gewissenhaften ausübung ihrer entsorgungsverpflichtung (und deren gestaltung) dabei übrigens auf umwegen von keinem geringeren als – *tusch!* – sich selbst. was allerdings noch lange nicht das ende der fahnenstange sein soll.

wer da ohne schuld ist... / foto: parcelpanic

wer da ohne schuld ist… / foto: parcelpanic

vergisst man, welches schindluder mit solchen zivilen hoch-umweltbelastenden-langzeit-altlasten getrieben wurde und macht sich klar, die aufzeichnungen der versenkten fässer bezüglich ihrer lage, menge und intensität der strahlung seien erwiesen kaum das papier wert, auf dem man sie lesen kann, sind das peanuts gegen den militärschrott, der als tickende zeitbombe am meeresgrund schlummert. allein die Russen haben mindestens drei AtomUboote in den meeresgrund gerammt (eins davon kaum 35 meter tief), 14 reaktoren ins feuchte grab geschickt und sich 17.000 container mit ungewissem inhalt entledigt. zwei der drei tauchboote sollten bis spätestens 2014 geborgen sein. dann geht selbst das zerfallen zarenreich von einer „ernstnehmbaren bedrohung“ aus, deren potential wächst und für das noch kein plan abgesegnet wurde… wie bei geographisch näher liegenden auch. wer ein wenig bei herrn Google schaut, wird schnell fündig und sicher eher nicht beruhigter?

soweit ist man in €uropa lange nicht. es würde nicht einmal verwundern, wenn im Retrorausch auch die alte idee der verklappung wieder aufkäme. schliesslich ist auch nach fast 40 jahren nach beginn dieser praxis, die nur scheinbar eingestellt, eher umgestellt wurde noch nicht viel nachteiliges zu berichten?! glaubt man zumindest denen, die das zeug beseitigt haben. regierungen, atomindustrie, militärs – und die werden es wissen. und für sich behalten, um lieber nach kosten-nutzen zu fragen…

in dem sinne: Auf das heute nur die Sonne strahlt?

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p.s.: fluch & segen? da wird eine klimaerwärmung, die damit einhergehende schmelze der eisvorkommen schon wieder zu einem hoffnungsträger, quasi „vor uns die sintflut!“ . gut, wegen der verdünnung – Sie wissen schon…viel hilft viel.
andererseits: bisher ist das vorhandene (begrenzte) material ja auch „gut miteinader ausgekommen“?
oder: 2014 – „da könne Maya ma ja gespannt sein!“

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quellen:
[1] scinexx.de: Atommüllfässer im Atlantik laufen aus  (Report Mainz) 02.11.2011
[2] buerger-fuer-technik.de: Leukämie bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken? – 12.12.2007

Über parcelpanic

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