Rien ne va plus

Wenn Mobilität zum Stillstand kommt

Duisburg – Huckingen – Mündelheimer Str. / Ecke Angerhauser Str – ca. 14:10 Uhr

von je her knubbelt sich zur rush hour dort der verkehr, heuer also weit mehr als „üblich„. quasi nur noch „stop“ und „No-Go“

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Wild Wild West / foto: parcelpanic

wer am Donnerstag in oder um diesen bereich im Duisburger Süden unterwegs war, dürfte ein wenig länger das gute wetter genossen haben, wenn vielleicht auch unfreiwillig.

noch länger, als momentan eh, da die Ehinger Str. zwischen der Steinbrinkstr. und der Richard-Seiffert-Str. wegen einer temporären einbahnstr.-regelung (erstellung abbiegespur zur achterbahn) derzeit nicht befahrbar ist. just dort befindet sich aber auch eine großbaustelle, an der ein recht ansehnliches Logistikzentrum aus dem boden wächst, welches bis zu 800 Arbeitsplätze nach Duisburg bringen soll. es herrscht derzeit hochbetrieb, laster bringen im minutentakt baumaterialen, dazwischen wusseln allerlei baugeräte herum. bei der trockenen wetterlage kann man dort gut seine wüstentauglichkeit testen – wenn man sich in die haupteinflugsschneise der brummis und damit den aufgewirbelten staubwolken stellt – das knischt noch tage später im gebiss…

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Verkehrschaos / foto: parcelpanic

wer den ersten tagen vielleicht noch der umleitung zur teilsperrung der Ehinger Str. gefolgt ist, hat sich von einer stauung zur nächsten ge-stop&go-t – und sucht seit dem vermutlich den besten weg lieber auf eigene faust. zumindest macht das ortsbild zu den besten verkehrszeiten den anschein, wenn vermehrt fahrzeuge durch ruhige wohngebiete zuckeln oder genervt aus der dritten sackgasse umkehren… (-;

alternativ fährt man im günstigsten fall für die ca. 300 gesperrten meter eine zwar nur 800 m längere wegstrecke, die aber ist ohne eine solche zusatzbelastung ohnehin schon „voll“ – woraus schnell 30 minuten zusätzliche wegezeit entstehen können. für PKW-nutzer. wer mit zwei rädern motorisiert unterwegs ist und die vorurteile gegen diese gruppe weiter ausbauen will, wird ggf. eine lösung finden, eine deutlich schnellere, wenn die auch nicht unbedingt STVO-tauglich ist.

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Kampfspurenleser / foto: parcelpanic

heute hatte sich zusätzlich dazu auf einem stark belasteten teilstück der Mündelheimer Str. ein schwerer verkehrsunfall ereignet. kurz vor 14.00 Uhr übersah Polizeiangaben zufolge ein 76-jähriger fahrzeugführer beim links abbiegen das KFZ eines entgegenkommenden 75-jährigen. dessen fahrzeug wurde nach dem aufprall gegen einen ampelmast geschleudert. dabei wurden drei der vier insassen beider fahrzeuge z.t. schwer verletzt, es entstand ersten einschätzungen nach ein sachschaden von 18.000 €. beide autos mussten nach der gut einstündigen sperrung zur unfallaufnahme mittels abschlepper verbracht werden. die stauungen lösten sich nach 15:15 Uhr teils zäh auf. noch läuft der verkehr wieder, kurz nach mitternacht…

der reiz der mobilität verliert sich in den letzten jahrzehnten ein wenig, wenn man einmal überlegt, wieviel zeit man suboptimal unbewegt in der blechmasse in der annahme verbringt, man sei unabhängiger, weil man nicht auf den ÖPNV warten muss.das mag gestimmt haben. damals – zu zeiten, in denen man noch für 20 DM bis ans Meer gekommen ist, auch wenn die küste vielleicht erst in Frankreich lag, freie fahrt nicht nur eine floskel war und als die A2 noch in Helmstadt quasi endete.

smilie_skepsis

„watt?“

damals, als ein Golf den gleichen betrag in DM kostete, den man heute in €uro hinlegt, als alternde fahrzeuge noch teil einer zukünftigen fahrzeuggeschichte werden durften, konnten und nicht wegen einem fehlenden aufkleber ohne tieferen sinn der presse zum opfer fielen oder schlimmer noch, einer abwrackprämie. um freude am fahren zu haben, fährt man heute besser in so kultivierte gegenden wie die Niederlande … oder Holland. je nach dem, was grad näher liegt.

der tägliche aktive „kampf“ im strassenverkehr, aber auch die opfer, die er fordert, die mittel die er verschlingt und der umweltschaden stimmen schon nachdenklich, ob das alles wirklich genau „so not tut“. ob es wirklich sinn macht, wenn bei durchschnittlich vierkommafünf mal einmeterachtundsiebzig (plus allseitige abstände) persönliches mobilitäts KFZ auf fünf sitzplätze nur einskommaeinsacht personen kommen. oder man mit dem identischen platzbedarf nicht viel mehr machen kann… was ein ganz anderes thema, für einen anderen tag ist…

in dem sinne: Gute Fahrt!

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20130418_VUhatte ich noch zurecht gedengelt … aber vergessen

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ein „all time fave“ seit dekaden (oder so)  ein stück musikgeschichte

„für et Entchen“

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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