Knapp vorbei ist auch daneben

Aus dem bunten Garten der Stilblüten

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StuttgarterNachrichten:

Die Katastrophe von Duisburg wirkt nach

Josef Schunder, 04.04.2013 13:00 Uhr
In Duisburg sind im Jahr 2010 wegen mangelhafter Fluchtwege 21 Menschen bei der Loveparade gestorben. Foto: dpa
In Duisburg sind im Jahr 2010 wegen mangelhafter Fluchtwege 21 Menschen bei der Loveparade gestorben. Foto: dpa
 

Stuttgart – „Die Risikobetrachtungen haben sich in den letzten Jahren geändert“: Mit diesem Satz hat OB Fritz Kuhn (Grüne) begründet, warum er den Stuttgarter Fernsehturm gut 57 Jahre nach der Eröffnung für Besucher sperrte. Dabei erwähnte er auch Duisburg, wo 2010 wegen mangelhafter Fluchtwege 21 Menschen bei der Loveparade gestorben waren – was den dortigen Oberbürgermeister das Amt kostete.

Duisburg hat viele an ihre Verantwortung für die Vermeidung von Katastrophen erinnert und die Furcht vergrößert, dass man im Fall der Katastrophe zur Rechenschaft gezogen wird. Auch in Stuttgart zieht dieses Unglück bis heute teure Nachrüstungen beim Brandschutz sowie bei den Rettungs- und Fluchtwegen nach sich. […]

… zum Artikel …

aus den Kommentaren:

V wie Vendetta
Ein völlig deplazierter Vergleich
Panikursache in Duisburg mit vermeintlichem Brandschutzdefizit am Fernsehturm in Stuttgart in Vegleich zu stellen ist ein gelinde gesagt Jornalistischer Bockmist, werter Herr Josef Schunder. Es ist gegenüber den Betreibern des Stuttgarter Fernsehturms eine unbegründete, rein auf Sensationsefekt ausgelegter, der Sache nicht dienlicher Beitrag. Allein schon der Vergleichsversuch einer hoffentlich vermeidbarer Panikursache zwischen den Vorfällen in Duisburg und einem Brand im Stuttgarter Fernsehturm her zu stellen ist aus Sicht einer neutralen und sachlichen Berichterstattung reine Polemik und Panikmache die niemanden dienlich sein kann, ausser der Befriedigung der Sensationsgier vieler hier und anders wo lesenden und kommentierenden Zeitgenossen. Die Katastrophe von Duisburg hatte andere Ursachen und tragische Folgen als ein hoffentlich nie stattfindender Brand im Stuttgarter Fernsehturm, der seit seiner Inbetriebnahme im Jahre 1956 Brandfrei ohne Schaden für Leib und Leben der rund 20 Millionen Besucher geblieben ist und auch weiter sein wird. Der Sachverstand der Brandschutzexperten in der Vergangenheit und die daraus abgeleiteten Brandschutzmaßnahmen haben gegen alle politischen Aussagen und Handlungen bestand, dessen bin ich mir sicher.

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danke, so ähnlich sehe ich das auch!

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Zwielicht & Blaulicht / foto: parcelpanic

nichts dazu gelernt und die hälfte schon wieder vergessen?

manche Politiker sind sich wirklich für nichts zu schade und vor nichts fies. dazu kommen angeschlossene sendeanstalten, die ihren journalistischen auftrag verstehen, wie schönheitsschnippler den Eid des Hippokrates. was von der einen seite nach „win-win“ aussieht, kann auch schnell zur nullnummer werden.

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macht sinn / foto: parcelpanic

schon der satz „Auch in Stuttgart zieht dieses Unglück bis heute teure Nachrüstungen beim Brandschutz sowie bei den Rettungs- und Fluchtwegen nach sich.“ zeigt, wie wenig von dem thema wirklich in den köpfen angekommen ist. oder sich bestenfalls gar hält.

hier etwa wird ein jahrzehnte langes versäumnis (endlich die nach dem Düsseldorfer Flughafenbrand 1992 zum tragen gekommene Brandschutzverordnung umzusetzen nämlich) elegant umtänzelt und dabei ein vermeindlicher täter noch zum opfer gemacht? Herrn Sauerland, sollte der gemeint sein, hat nicht seine verantwortung für die Loveparade das amt gekostet. sowas muss heute erst gerichtlich geklärt werden und solange gilt der mann bitte als unverantwortlich unschuldig. der gute wurde für seinen umgang mit der katastrophe „zurückgetreten“, freiwillig wollte er beim besten willen nicht den schritt machen…

ebenso schlüssig ist die feststellung andersherum, man könnte ebenso unverfroren gegenfragen: hätten diese verordnungen im rest der republik in den zwei dekaden ihres seins schon mehr beachtung gefunden, vielleicht hätte Duisburgs vermutlich nicht genehmigungsfähige Wanderzirkusvorstellung des herrn Schaller keine chance gehabt, wäre also garnicht möglich gewesen?

aber keine angst: der Prophet gilt im eigenen land nichts. das dürfte smiley_2darfste_garnicht_drübererklären, wie sich eine derart beengte situation, wie sie zum werden der gedenkstätte geführt hat, auf so grossem raumangebot wiederfindet. der oberste abnicker und vorturner dieser unbelehrbaren stadt war selbst (medienwirksamer) gast am zweiten jahrestag der katastrophe und müsste einschätzen können, wie sich die identischen besuchermenge auf dem veränderten platzangebot auswirken könnte – schon allein auf „unbelastete“ besucher. zu diesem konzept würden eigentlich auch wummernde beats und projektionen der bewegt werdenden massen passen… wenn falsch, dann richtig?

achtung_grossveranstaltung, genehmigt!

montage: parcelpanic

oder zum thema zurück: sich selber auf eine stufe mit dem unverantwortlichen des Genehmigungsverfahrens um die Loveparade 2010 in Duisburg zu stellen, dürfte nicht eben im focus der aussage gelegen haben, lässt diese vermutung aber zu – und die presse? druckt es auch noch so, zumindest virtuell. über ein halbes jahrhundert ein nach heutigen erkenntnissen als risikobehaftetes objekt mit einer solch bravourösen unfallstatistik zu betreiben vergleichen zu wollen mit etwas wie dem ergebnis dessen, was wir als das ende der Loveparade kennen – ein armutszeugnis aus eigener feder? wenn „man“ sich etwas dabei gedacht hat – was bloss?

in dem sinne: man weiss es nicht…

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p.s.: da können die herren Stadtwerke und ihr strittiger turm sich mal eine scheibe abschneiden, wenn es darum geht, sich ungeliebter bauwerke zu entledigen. statt da sich erst noch Denkmalschutz einzufangen, zieht man sich an den haaren eine eben diese sträubende story aus dem hut und unterstreicht noch seinen unwillen, mit dem amt verantwortung zu übernehmen. und deren ausgediente Grüne werden OB, nicht OBerster Müllkutscher!  (-;

 

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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