Geeintes €uropa? … Hier?

Bitte zwei mal „€uropa zweiter Klasse“, all inc. und natürlich dem „Ausflugspaket der größten Elendstourismus – Highlights der Saison“!

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taz:

Die eingewanderten Gettos

Roma besiedeln verfallende Teile von Ruhr-Städten.
Dort fürchtet man die Kosten, die Nachbarn klagen
und die Schattenwirtschaft boomt.
von Andreas Wyputta

In Deutschland präge „extreme Armut das Leben der Zugewanderten“,
so ein Bericht der Duisburger Stadtverwaltung. / Bild: dpa
 

DUISBURG/DORTMUND taz | Die Klagen der Nachbarn des völlig überbelegten Wohnblocks im Duisburger Stadtteil Rheinhausen waren schon vor Monaten laut geworden: Es türme sich der Müll, nachts herrsche „unerträglicher“ Lärm. Die Polizei verzeichnete einen sprunghaften Anstieg von Kleinkriminalität wie dem Diebstahl von Altmetall. In dem Wohnblock leben Menschen aus Bulgarien und Rumänien, viele von ihnen Roma. Nächste Woche will die rechtsextreme „pro NRW“-Bewegung vor ihrem Haus aufmarschieren. […]

… zum Artikel …

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Ent Oder Weder?

Demokratie ist so eine Sache. Und so unpraktisch manchmal…

Duisburg und sein volk steht nicht alleine da mit dem problem kaum jobs und kein geld zu haben. auch nicht damit, von der politik alleine gelassen zu werden… es ist nicht die einzige stadt, die mit einer vermeidbaren Tragödie zu kämpfen hat. oder scheinbar jedem überlassen wird, der sein glück versucht?

Hüttenheim / foto: parcelpanic

Hüttenheim / foto: parcelpanic

die bewaffneten auseinadersetzungen (hier: „Rocker“), mittlerweile zahlreicher als funde von blindgängern, sie kommen nicht aus dieser stadt, man trägt sie hier hin und sie ruinieren sie. da sieht man allerdings niemanden, der gegen Prostitution, Waffen und Drogenhandel oder Bandenkriminalität protestiert und fordert „die müssen weg!“… komisch?

Demokratie ist keine einbahnstrasse. wer von ihr profitiert geht auch die verpflichtung ein zu helfen. neben den sonnenseiten, gefühlt ähnlich stark vertreten wie die erscheinung des ding, welches eigentlich diesen planeten heizt (oder eben auch nicht), muss man auch dann noch zu ihren werten stehen (der der Demokratie), wenn man glaubt im schatten zu stehen, vielleicht weil man mal nicht der nutzniesser ist. es fordert auch mal nachzudenken, was einen vielleicht selbst just nicht so „betrifft“. etwa weil man nicht in einem „problemQuartier“ eines Psychotops der RuhrMetroPole Ruhrgebiet wohnt, weil man sonst nicht gerne, noch weniger sozial denkt oder einfach nicht das glück der geburt am „richtigen“ ort hatte und eben nicht in ein land der erste klasse des kontinents geboren wurde, gar auf einem anderen.

das sucht man sich halt nicht aus?

Ansichtssache / foto: parcelpanic (2009)

Ansichtssache… / foto: parcelpanic

derzeit erlebt das thema zumindest in den medien einen schub, der lange schon als mittel gegen desinformation und einfallene glücksritter diesen punkt hätte erreicht haben sollen.

die demo der rassistisch angehauchten „Pro-NRW“ am 12. März kommt nicht von ungefähr? den vogel in sachen fehleinschätzung der situation vor ort hat Matthias Schneider (Sprecher Grüne Duisburg / Bundestagskandidat Grüne) abgeschossen:

[…] „Wir in Duisburg wissen, wie Integration funktioniert. Da sind wir die Experten. […] [2]

wenn sich die allgemeine erheiterung dann gelegt hat, die tränen getrocknet sind und irgendjemand eingeworfen hat, die wüssten ja auch wie man ehrliche politik macht, sollten wir schon einmal die nackenmuskulatur lockern. nicht das wir morgen wieder verspannt sind – vom kopfschütteln. am ende war das alles genau so gewollt?

IMG_1836

Tor nach Hochfeld / foto: parcelpanic

Demokratie, wie sie sich zu (r)evolutionieren scheint, sie verliert. gefragt ist eine politische mitbestimmung, die möglichst mit Facebook verknüpfbar ist, dann wissen neben Zuckerberg auch die, die das sicher ebenso zum wohl des users – äh, sorry – wähler nutzen, was sie wissen müssen.

als geschenk scheint sie keinen wert zu haben, ebenso wenig wie von einer weltpolizei auferzwungene. sieht man sich dann an, wie mit ihr hier umgegangen wird, wo sie selbstverständlich erscheint, drängt sich einem schon manchmal die frage auf, wie viel man hierzulande von anderen staatsformen gelernt hat im bezug auf eigenverantwortung in der sache. hat man nichts gelernt z.b. aus dem fall der mauer, der als spätfolge einer misslungenen weltherrschaft der „besseren menschen“ jahrzehnte ein land trennte?

p.s.: wer „ja“ sagt zum geeinten kontinent €uropoly, zum €uro und grenzenlosem reisen kann nicht „nein“ sagen zu den €uropäern, die einem nicht in den kram passen.
sonst kann es passieren: grenze Deutschland – Sonstwo, man kommt aus dem Urlaub. „tut mir leid, Sie verdienen nicht genug. Sie kommen hier nicht rein!
glückwunsch?
 
[1] Duisburger Rathausgespräche • 17.03.2013 – 11:00 bis 13:00 Uhr • Rathaus Duisburg – Grosser Ratssaal
[2] RPO: „Grüne fordern Demo gegen Rechts“ – 25.02.2013

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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