Just A Brick In The Wall

Blindgänger 2013/01 – 1:0 für den Kampfmittelräumdienst!

diese „normal bis planmässigen“ entfernungen kriegerischer altlasten sind und werden auf lange zeit noch ein ständiger begleiter der Duisburger bleiben. anders als bei „akuten“ funden, deren entschärfung/sprengung umgehend angeordnet wird, bleibt eine vorlaufzeit. wie, als wenn man wüsste, es wird winter und es nicht unvermittelt und „oh wunder“ anfängt zu schneien?

IMG_2753(1)

Landflucht / foto: parcelpanic

← Sechs-Seen-Platte, Bootsverleih Kalkweg: dunkelgraues wasser mit mittelgrauer landschaft auf hellgrauem horizont … plus Tretboot mit kalten füssen  (-;

die letzten haben dann heute auch die kunde vernommen, es läge mal wieder die bergung von amerikanischer präzisionswaffentechnik an – etwa in einem der unzähligen staus auf den Autobahnen und rund rum. während die City wie plötzlich verlassen wirkte, knubbelte man sich gemütlich rundherum. aber das kennt man halt auch schon… wie erwartet waren die herren mit den ruhigen händen recht fix durch, allein das entwirren der verkehrs gestaltet sich mit regelmässigkeit langfristig. um 12:09 uhr war es dann schon soweit, theoretisch war alles wieder im urzustand und auch die etwa 3261 zwangsevakuierten des 500 meter bereich um den blindgänger konnten wieder heim. und das stand sogar noch…

das thema dürfte wieder aktueller werden. neben den als altlast eher unbedenklicheren Brandbomben, die zu hunderttausenden zum einsatz kamen, sind es eher die Sprengbomben und Submunition, die heute regelmässig für „Chaostage“ sorgen. von denen sollen im verlauf des zweiten weltkriegs etwa 20 – 25.000 ihrem weg als friedensbereiter im freien fall über Duisburg gefolgt sein. wenn der Ami (und die Briten, ich weiss) schon selbst von etwa 15% blindgängern sprechen, wird das eher nicht weniger sein? wären demnach schon weit, weit unten angesetzt 3.000 mal ein loch in der erde, aber kein „boOOM!“?

IMG_2777(1)

Waschküchenwetter / foto: parcelpanic

 da wird noch so manchesmal ein baggerfahrer ins schwitzen kommen, wenn er feststellt, der stein, den er da zerkleinern will – ist keiner. oder Häuslebauer, wenn der Kampfmittelräumdienst zweimal klingelt, weil eine kleinigkeit vergessen wurde, etwa zu schauen, ob der boden noch „schätze“ birgt, von wem auch immer?

und mit dieser gefahr lässt es sich noch recht ruhig leben. wenn man sich ansieht, wieviel verherrender sich die bis heute gerne verwendeten Landminen auf die teils schon ehemaligen kriegsgebiete (wenn nicht gar „befriedet“) auswirken. 2010 ging man von etwa 4191 getöteten menschen durch sog. „Sprengfallen“ aus. im gleichen zeitraum wurden für räumungsprojekte ca. 480 Millionen Dollar ausgegeben um in 57 ländern und gebieten mindestens 200 quadratkilometer zu räumen – oder etwa 400.000 minen –  so viel wie nie zuvor in einem jahr. aber wir driften ab…

anders als bei den blindgängern des WWII genügt für die zu ächtenden Landminen eine erschütterung. unerheblich ob von einem gepanzerten fahrzeug, einem soldaten, bauern oder einem spielenden Kind… man wird sich wundern, wieviele solcher belastungen wie einer Loveparade die Sprengbombenblindgänger auf dem „Alten Güterbahnhof“ noch schadlos überstanden hätten – nachdem da jahrzehnte tonnenschwere Güterwagoons drübergehumpelt sind.

IMG_2694(1)

„was guckst Du?“ / foto: parcelpanic

was eine solche bombenentschärfung mit den verbundenen massnahmen in der City verkehrstechnisch anrichtet, ist noch in den entfernten aussenbezirken zu spüren, wenn die umleitungsstrecken auch aus den nähten platzen und sich jeder mit einer ahnung von ortkenntnis über den entlegensten trampelpfad dem stillstand zu entgehen versucht. entgegen den erwartungen waren ebenso alle stadtbahnlinien betroffen, die auswirkungen auf die pünktlichkeit der verbindungen waren noch nach 17:00 Uhr spürbar.

apropos spürbar… kann es sein, die Maya hätten nicht eben den penibelsten ihrer kalenderkünstler am werk gehabt – quasi eine art qualitätsbegrenzung wegen günstlingspöstchen. kriterium dabei ist nicht was man kann, sondern wen man kennt. hatten die schon diesen Filz, Klüngel und Vetternwirtschaft, der sich aus der wiege der Demokratie evolutiniert hat und von dem wir glauben, er habe etwas mit Politik zu tun? das zumindest schoss mir kurz durch den kopf, als ich die bilder von dem stückchen planeten über Russland sah. glaubt man der bisherigen berichterstattung, handelt es sich um den grössten bekannten „kosmischen“ schaden der letzten jahrhunderte. wobei, was keiner dazu sagt, auch nur der „materialschaden“ zu buche schlägt. ein leben zählt da leider nichts…

ER_WFund wenn die Maya sich jetzt irgendwo, meinetwegen bei der sechsten nachkommastelle, einen zahlendreher erlaubt haben? und das nur zum zeitpunkt des weltuntergang. wenn der einschlagsort ähnlich genau ausgelotet wurde, müssen wir wohl bald ohne Mond auskommen…   (-;

in dem sinne: Glück Auf!

↔ • ↔ • ↔ • ↔ • ↔ • ↔ • ↔

und musik ab…

wer nicht aus gegebenen gründen den (raben)Vater der Loveparade bemühen möchte, ist mit Westbam (alias Maximilian Lenz) recht gut beraten. einem DER pioniere der kulturveranstaltung, die mit Schaller zum wanderzirkus mutierte.

Karl Lehr Strasse Juli 2011 / foto: parcelpanic

Karl Lehr Strasse Juli 2011 / foto: parcelpanic

die hymne der Loveparade 2006. letztmalig in Berlin und quasi als probefahrt auf der hausstrecke für einen interessenten. gesponsort mit etwa drei millionen vom „neuen“, McSchaller. Motto: „The Love is Back“ … schlecht gedolmetscht stimmt das schon. wenn man für „is back“ „am Ar***“ übersetzt…

nachdem der komische Vogel Nachtfalter, der urvater der Loveparade s.z.s., der angesichts des desaster doch meinte, der Schaller hätte nie „den Spirit“ in €uros zahlen können, der bliebe ihm ewig, hatte ich schon verfrüht geglaubt, nun hätte der alles getopt. denkste… aber anderes thema, anderer post und geht mich ja auch nix an…

aber zum titel. wie immer die unbedingte empfehlung zu reichlichst lautstärke und – ganz, ganz, ganz wichtig – bass. wenn da irgendwo am wiedergabegerät etwas ist, den rein drehen. weiter … richtig! und bei geeigneter, sprich lärmresistenter umgebung und der verwendung von sehrlautsprechern sollte man den bass schon in der tastatur spüren. oder den schalldruck als flirren zu sehen meinen…

↔ • ↔ • ↔ • ↔ • ↔ • ↔ • ↔

p.s.: ich will garnicht wissen, ob man sicherer ist, unter z.b. GNS wäre der boden sauber, blindgängertechnisch. passiert ja wie jüngst schon mal: haus steht, könnte aber noch einer drunter liegen, … sonst trennt eine „dreckige bombe“ nur eine erdschicht und ein wenig beton?

Advertisements

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, alltag, Duisburg, Klüngel, Krieger, Kultur, Leute, Satire, update, Verkehr abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

hinterlasse einen kommentar...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s