Von einem der daheim blieb, andere das Fürchten zu lehren

Warum man Trolle (auch aus Mitleid) besser weder füttern noch mitspielen lassen sollte

wenn`s eng wird... / montage: parcelpanic

wenn`s eng wird… / montage: parcelpanic

dereinst, es begab sich zu einer zeit, in der noch der KleineKönig am thron klebte, lebte in der kommentarwelt eines baumes im grossen blätterwald ein Troll. in der welt der echten realität versuchte er sein glück als muttis-bester, pillenknicker und nachrichten-durchreicher, zeitweise gab er sich gar der vernebelten phantasie hin, in ihm könne etwas schlummern, dem das andere geschlecht kaum widerstehen könne.

obwohl der Troll sich immer wieder selbst neu erfand, lebte er aber doch recht einsam, weil sich das böse in ihm recht schnell zeigte, wenn jemand nicht seiner meinung war.

lange hatte er niemandes kurzweil so recht stören können, die wenigsten beachteten seine schmähungen gar oder waren etwa mit so wenig vorsicht geschlagen, dem Troll noch futter zu geben. schnell war den meisten klar, die erblickten was das possierlich scheinende männlein von sich gab, es könne von ihm nichts gutes ausgehen. jene, die guten willens eine diskussion zu finden glaubten, packte er sogleich und schlug sie an den pranger, wo er sie der menge zu präsentieren gedachte.

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Gleiches Beuteschema / foto: parcelpanic

allein, dieses publikum war so dünn gestreut, ohne eigenes zutun des Troll in immer neuer verkleidungen wäre dem gepeinigten opfer schnell klar gewesen, die gefahr der öffentlicen denunzierung mit den seltsamen realtitätsverzerrten anwürfen des kleinen rackers könne nicht eben gross sein. so, als erzähle man dem mond sein leid.

wenn dann aber der groll des Troll wuchs, tat es in seinem blinden hass allerlei abscheulichkeiten, von denen selbst echte bösewichte lieber nichts wissen wollten. aus der erfahrung, die ein naher verwandter mit diesem jähzorn gemacht hatte und fortan als Rumpelstielzchen in die geschicht(ch)e(n) einging zu lernen, schien ihm zu leicht.

wer war schon dieser Narr, der sich zum preis seiner dienste ein neugeborenes wählte, wenn man wie unser Troll glaubte, der nabel der welt sein zu können? was war schon aus heu gold spinnen, wenn man versuchen konnte, die geschichte so erscheinen zu lassen, wie man sie gerne hätte?

tag ein, tag aus bemühte sich der kleine racker, allem (Blondinen bevorzugt?) was ihm nicht schnell genug aus dem weg gehen konnte, das leben zur hölle zu machen. nun ist die natur vielfältig, eines tages fand sich eine Trollin mit vergleichbarer affinität, ähnlich verwerflicher motivation folgend. endlich hatte er ein werkzeug, damit nicht immer nur seine greifwerkzeuge wundarbeitete,  in dem versuch den selbstgeschusterten mist in dem man stand zur eigenen realität werden zu lassen.

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Tiefe Lampe – Großer Schatten / foto: parcelpanic

leider entsprach dieses gegenstück auch einem trollischen verständnis nach nicht eben dem, was einem so stattlichen racker zuteil werden müsste. was also tun? selbst nachschnitzten, für ein idealbild? zu gewagt. für alles eine antwort und hier kein rat?

dazu verwendete er wohl anzunehmen allerlei hilfsmittel, griff dem anschein nach tief in die trickkiste der musterkoffer und so begab es sich dann eines tages, an dem unser Troll im müssiggang seiner scheinexistenz den weg ins echte leben nicht zurück fand. so sehr er auch dem vermeindlichen ausgang entgegen strebte, es war, als liefe man im kreis. vermeindliche hinweise auf vielbegangene wege, die einen an einem strohhalm klammernd gleichend spuren auf dem weg deuten lassen, im glauben auf dem richtigen weg zu sein – nur um festzustellen hier schon mal gewesen zu sein. dieser erkenntnis nahe, dazu das wissen innewohnend, auch rumpelstielzchen hätte seine scheinexistenz nicht für sich behalten können, erzählt man sich, würden solche sonst putzigen racker ohne rücksicht auf verluste schon mal zu wadenbeissenden trethupen. wenn es die dritten dann hergeben…

der scheinriese begann sich in seinen diversen verkleidungen selbst zu bekämpfen, nebenbei Herkules, Don Quijote und den LaRohn Baron zu Münchhausen noch unterstützend und seiner selbstauferlegten verpflichtung als selbstinszeniertes opferkalb nicht mehr so recht nachkommen zu können. so dreht er sich um sich selbst und wenn der Troll eine gewisse rotation erreicht hat, was zu hoffen ist, kommt es zumindest zu einem kleinen hüpfer…

in dem sinne: Glück Auf!

(aber richtig hoch, bitte!)

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Über parcelpanic

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