Armutsbericht – Wenn ein Bericht zum Zeugnis wird

was wir erlebt haben, als sich der BP „sein eigenes“ bild in Duisburg gemacht hat, nichts aussergewöhnliches – und gegen die schönigung des Armutsberichts eine vernachlässigbare grösse.

Im Stechschritt durchs Problemviertel / foto: parcelpanic

eigentlich sollte eben dieser Bericht eine grundlage für die erarbeitung von lösungen der probleme bieten. diese probleme statt dessen quasi aus dem papier radieren zu wollen, mag bequem erscheinen. sowas kann sich aber zum schuss in den ofen entwickeln und deutlich nach hinten losgehen. eine solche entwicklung könnte man beispielsweise in Duisburg sehen … wollte man. es gibt genug zu sehen, man muss halt aber auch hinsehen. sich selbst die augen verdecken – im glauben dann selbst auch nicht gesehen zu werden?

es bringt also nichts, einen solchen Armutsbericht, der dinge wie eine klaffende soziale schere ansprechen könnte mediengerecht aufarbeiten zu wollen. so zu tun, als sei alles knorcke, während es brodelt und gärt geht sicher eine zeitlang gut, treibt aber gleichzeitig auch den keil der sozialen spaltung weiter voran. ein paradebeispiel der schönfärberei:

„Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt.“

das wurde komplett kassiert, gestrichen. ebenso die zahl von über vier millionen menschen, die 2010 für weniger als sieben (7!) €uro stunden“lohn“ beschäftigt waren. an anderer stelle hiess es im entwurf vom September noch:

„Während die Lohnentwicklung im oberen Bereich positiv steigend war, sind die unteren Löhne in den vergangenen zehn Jahren preisbereinigt gesunken. Die Einkommensspreizung hat zugenommen.“

wird aus sinkenden reallöhnen in der aktuellen, bereinigten vorlage ein „Ausdruck struktureller Verbesserungen“. klingt logisch, irgendwie und wenn man das zitat vom BP Gauck noch im ohr hat: der traf hier

„Menschen voller Kraft und Mut in einer Region, in der es sich toll leben lässt.“

es hat was von dem kaninchen vor der schlange oder eher noch des versuchs einer selbsthypnose. dem anschein nach muss man so einen geistigen dünnfiff nur fest genug glauben, damit eine realität daraus entsteht?

na dann: Glück Auf!

 

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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2 Antworten zu Armutsbericht – Wenn ein Bericht zum Zeugnis wird

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