Würdeloses Gezerre

Die Unendliche Geschichte einer Gedenkstätte

man hat sich wieder einmal getroffen, in der hoffnung endlich näher zu einer ständigen Gedenkstätte zu kommen – und am ende ist man nicht weiter, als an dem tag, an dem das provisorium einer Gedenkstätte an der Karl-Lehr-Straße einzug fand…

track back / foto: parcelpanic

am vergangenen Samstag (genau 28 monate nach der tragödie) trafen sich neben OB Sören Link, Vertretern der Stadt, Angehörigen, Betroffenen und Unterstützer um weiter an der gestaltung der zukünftigen Gedenkstätte zu arbeiten. dieser zweite termin sollte klarheiten zu besonders brennenden fragen der ersten begegnung bringen. dabei sollten sich Sören Link mit dem Investor der fläche im rahmen einer immobilienmesse verständigen. soweit der plan. allein: BaustellenKurt scheint so seine eigenen pläne zu haben. er erweckt den eindruck sein spielchen mit der Stadt auf dem rücken der Gedenkstätte und der beteiligten noch weiter austragen zu wollen. und die frage taucht auf, was nach den lukrativen 20% randsortiment noch auf seiner wunschliste steht…

Sören Link versucht bei dem elenden gezerre noch eine gute figur zu machen, stellt sich den Angehörigen und Betroffenen. er scheint sich seiner etwas unglücklichen rolle eines vermittlers durchaus bewusst, dank der phänomenalen vorarbeit eines Adolf Sauerland eher eine herausforderung, als z.b. der posten eines zusätzlichen obersten Müllkutschers? kann er den interessensvertretungen noch ein überzeugendes bild bieten, fragt sich ein mann vom schlage eines Kurt Kriegers vermutlich, wer den hampelmann geschickt hat und was er im gepäck hat. um noch weiter ungerecht zu bleiben, müsste man nun auf den zwielichtigen kollegen Investor aus den Niederlanden und dessen seriösität verweisen, nach parallelen suchen.

auf gute nachbarschaft / foto: parcelpanic

… was interessieren solche menschen, heimat oder dererlei kleinigkeiten, wenn das unternehmen in grössenwahn verfällt? daher ist die frage, ob vielleicht ohne not eine ganze siedlung zwangsweise eine neue heimat fand oder sich zukünftigt bauteile der Gedenkstätte auf solchen flächen befinden, an denen menschen ihr leben lassen mussten schon als provokation zu sehen – aus profiteur Investorensicht zumindest. nicht anders lässt sich der recht rüde umgang mit den wünschen derer erklären, die dort entweder ihrer Verstorbenen gedenken, an dem ort unsagbares erlebt haben oder mit allerlei zeit und arbeit für den erhalt der fläche gesorgt haben. menschlichkeit hat im big business halt keinen platz.

böse zungen könnten nun behaupten, einen OB seitens des Rates der Stadt mit solchen aufgaben zu beglücken (die lobbymässig nicht sonderlich gut ankommen) sei schon schlau, wenn man sich als Gutsherr seine quellen erhalten will. mit Vogt, Greulich & Mahlberg sind faktisch die letzten echten OB-unterstützer aus dem rennen, die sich nun auf die probleme stürzen können, deren entstehung sie teilweise mitgetragen haben. Herr Mahlberg durfte das dem augenschein am eigenen leib erfahren, dessen motivation ist dabei am klarsten erkennbar? aber wir driften ab…

wenn man sich die entwicklung der Gedenkstätte betrachtet, möchte man derzeit nicht unbedingt davon sprechen, es sei eine positive entwicklung zu verzeichnen. konnte man zu Sauerlandzeiten noch eine ablehnung klar erkennen, versprach die Link-ära anfangs zum glücklichen gelingen einer würdigen (nicht irgendeiner) Gedenkstätte beitragen zu können. derzeit überwiegt der eindruck, die fläche als erinnerung und mahnung sei zwar gewollt, aber dabei müsse man gleichzeitig auch die lösung für das problem des Sisyphos bringen. so als wolle man das frühstücken auf der A40 wiederholen – während der rushhour.

personalkarussell? / foto: parcelpanic

der karren steckt tief im dreck, da kann der esel ziehen, was er will. wenn jemand an das gefährt heran tritt, sollte das zugtier nicht davon ausgehen, derjenige wolle anschieben. eher wird noch gewicht aufgelegt und das ganze damit zu erklären versucht, so würde der grip erhöht. oder gut ding brauche weile und 28 moante seien kaum ein wimpernschlag. im vergleich der zeitspanne zwischen der abspaltung der Primaten bis zur erfindung des Rad mag das schlüssig klingen. genauso, wie seit dem der mensch beschloss nicht mehr den Affen zu machen, dann aber auch gesellschaftsmässig nicht viel passiert ist. alphatier ist heute ein so aktueller ausdruck, wie zu der zeit, als wir noch hinterm silberrücken hinterherliefen und das wort noch garnicht auf der pfanne hatte?

solange es ernsthaft genug dargeboten wird, findet sich immer jemand, der es für bare münze nimmt – oder:

„jeden tag steht ein dummer auf, man muss ihn nur finden!“

in dem sinne: Glück Auf!

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Über parcelpanic

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2 Antworten zu Würdeloses Gezerre

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