Zwischen Stammtischparolen und Weltverbesserersprüchen

Duisburg, Marxloh – Egonstraße, Schützenhof / nach Sonnenuntergang…

ein gut gemeinter rat vorWEG: erwecken Sie nie den anschein, als seien Sie nur aus medialem grund bei solchen veranstaltungen, wie der „Sondersitzung des Runden Tisches“ (in dem fall Marxloh), wenn Sie mit einer halbwegs objektiven meinung den saal verlassen wollen. es werden sich immer auch menschen finden, die zwar „im vertrauen“ ihre sehr spezielle meinung kund tun wollen, sich aber bei der diskussion nicht zu wort melden. wenn man sich die zeit und musse nimmt, so tut, als würde man zuhören, weiss man auch warum…

ebenso schnell ergab sich die unüberwindbare kluft zwischen dem, was die leute wirklich bedrückt, die sich noch selbst gedanken machen und dem, wessen man sich dann doch „nur“ stellen wollte – dort klaffen keine gräben, es sind mehr als welten. im klartext: die message des abends sollte sein: ankommenden asylbewerber (nicht-€uropäer) sollen übergangsweise abrisshäusern im Marxloh Greenhouse untergebracht werden, bis zur bereitstellung vom Containerdorf (Masurenallee). oder so…

MorningLight / foto: parcelpanic

in der einladung klang es noch so:

[…] Durch den starken Anstieg von Asylantragstellern, speziell aus dem südosteuropäischen Raum reicht der vorhandene Platz für die Unterbringung nicht aus. […]

eingangs wurde auch gleich erklärt, es ginge um die sehr differenzierte problematik der asylsuchenden. hier wäre die erklärung angebracht gewesen, es ginge dann auch nur um die zahl von 60 – 80 personen pro monat an „nicht€uropäern„. also eine eher nicht-mehr-problemgruppe… weil aber dies dem augenschein und ohrensausen nach bis zum verlassen der veranstaltung nicht klar wurde, ging die zumindest kontroverse, wenn auch nicht immer konstruktive rede und gegenrede eher ins leere. oder wenigstens an einander vorbei.

besonders gefallen hat mir (und dafür stelle ich auch ein impressum ein, dann muss keiner mehr bei J.R. anfragen) der Herr Spaniel / Dezernat für Arbeit, Soziales, Wohnen und Sport- Stadt Duisburg. von der erscheinung etwas von Horst Schlämmer, wenn man die augen schliesst – als höre man Dieter Nuhr. ohne sicht auf podium drängen sich dann aber auch die stimmen aus dem hintergrund mehr ins licht die aufmerksamkeit. die, mit den stammtischparolen. nur: wie bei der gegenseite auf dem podium: man wartet ständig auf die pointe…

TaskForce / foto: parcelpanic

… aber witzig ist auch was anderes.

eines seiner am wenigsten gerne gelesenen zitate des abends dürfte das sein, für welches er sich, falls falsch verstanden [… bla, bla bla …] vermutlich entschuldigt hat:

„Halten Sie doch mal den Mund!“

später hat er noch (vermutlich ungewollt), um einer anderen fragestellung auszuweichen, einer alten, fast verkruste wunde den just sich bildenden wundschorf wieder abgerieben: die versorgungslücke zwischen dem, was einem versorgungsberechtigten zusteht und dem, was die stadt erhält…  retten hätte das ganze seine wingman, der Herrn Stemmler – auch irgendwie Stadt Duisburg, können. den hätte man so aber auch eher für einen moderaten thor Moderator gehalten. kritische fragen wurde geschickt ausgewichen → weitergereicht, glücklichsten falls vom bürgerischen ins politische übersetzt. antworten? pfffft….

aber um endlich mal auch des pudels krone das fass aus dem boden zu schlagen: es ging eigentlich „nur“ um 60-80 personen als asylsuchende. die und andere bedrückt ganz anderes.

p.s.: mein lieblingsausspruch eines Marxlohers:
[…] … sonst sieht es hier bald aus wie in Hochfeld! […]
da konnte ich mir mein grinsen auch nicht mehr verkneifen…

 

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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3 Antworten zu Zwischen Stammtischparolen und Weltverbesserersprüchen

  1. Werner Jurga schreibt:

    Netter Bericht!
    Allerdings hatte ich den Horst Schlämmer bereits für den anderen Sozialdemokraten innerhalb der Duisburger Dezernentenriege reserviert:
    http://archiv.jurga.de/html/schlammer_in_duisburg_.html

  2. Claus Krönke schreibt:

    Ein interessanter Kommentar, vielleicht wären einfachere Sätze gut.Man sollte das Thema mal unter dem Aspekt der Bürgerbeteiligung durchleuchten.fest stand: das Thema war „heiß“ und wird im ganzen Stadtteil diskutiert.Zur Info: Wir haben 100 Plakate aufgehängt, 1.000 Handzetteleinladungen in die Briefkästen verteilt. 505 Leute über faceboook eingeladen.Es war, kurz gesagt eine Schweinevorarbeit.Wenn dann natürlich nur rund 50 „einfache“Bürger kommen und der Rest der Besucher aus Politikern, Verwaltungsleuten,Lobbyvereinen (nicht aus Marxloh) besteht und zusätzlich ein Teil der Redner ihre entsprechenden statements abliefern, die intellektuell auf hohem Niveau sind, aber oft den einfachen Bürger nicht ansprechen, dann muss man sich nicht über diesen Verlauf wundern.Auch darf sich kein Bürger beschweren, dass es so gelaufen ist, wie Ihr Eindruck war. Wer nicht da war, hat an diesem Abend seine Stimme verloren.Irgendwie ist es dem „Neuanfang“ ja auch so gegangen.Wo waren die Bürger, die den Neuanfang wollten, als es an die Wahlurne ging ? Es wäre sicher mal ein interessantes Thema, warum der Bürger diese Chance nicht nutzt, um über alle üblichen Hierarchieebenen hinweg seine Probleme, Sorgen und Ängste anzubringen.Die Veranstaltung hat sich direkt an die Bürger Marxlohs gewendet,- nur sind sie nicht gekommen, obwohl, da muss ich Ihnen recht geben auf der Straße ganz anders geredet wird.

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