Prinzip Hoffnung

Schon merkwürdig: GlobalPlayer, die sich selbst zu demontieren scheinen, halten sich und halten sich… Andere, bei denen es rund läuft, sollen schliessen…

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DerWesten:

Mitarbeiter wollen das Wunder schaffen

07.11.2012 | 18:16 Uhr

Duisburg. Die Belegschaft von TSTG Schienentechnik kämpft weiter um den Erhalt des Werks in Bruckhausen. Gestern zogen 150 Mitarbeiter vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt zum Rathaus, wo unter anderem OB Sören Link zu ihnen sprach. […]

[…] Kurz gesagt: Die Malocher der Schienentechnik sind sauer, und zwar stinksauer. Sie haben seit der Nachricht von der drohenden Schließung nicht aufgegeben. Haben einen Sozialplan auf freiwilliger Basis mitgemacht, haben Stellen abgebaut und die verbliebenen Mitarbeiter haben in die Hände gespuckt, um der Konzern(stief)mutter zu zeigen, was das vermeintliche Aschenbrödel des Konzerns drauf hat. […]

[…] Was die Belegschaft kann, hat sie im Oktober bewiesen: Da hat TSTG das zweitbeste Monatsergebnis in der Geschichte des Unternehmens eingefahren: 29.800 Tonnen Schienen. […]

… zum Artikel …

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das thema hat schon ein paar mal einen platz hier gefunden (s.u.), wurde von der öffentlichkeit allerdings trotz mehrfacher berichterstattung in der echten presse noch nicht aufgegriffen.

Duisburger Süden / foto: parcelpanic

 ist aber auch nicht einfach in Duisburg zu vermitteln, man hänge an seinem arbeitsplatz, wenn die mehrheit garnicht weiss, was ein (guter) arbeitzplatz ist? so einer, der noch eine familie ernähren kann und man es sich leisten kann zu leben. von einem job, ohne nebentätigkeit und / oder den grossen sozialtopf. aber gut, wer denkt schon noch weiter und fragt sich, wie die dann von der rente leben wollen… bei der ganzen schattenwirtschaft, die sich dabei entwickelt hat, wäre es vielleicht auch an der zeit zu überlegen, ob es nicht sinn macht, eine schwarzarbeitrentenkasse zu installieren… dazu kommt: das arbeitsrecht wird in Deutschland schon seit jahren unter mittäterschaft der damit übervorteilten ausgehöhlt und unterwandert, es wird zur karikatur dessen, wofür einmal z.b. das Stinnes-Legien-Abkommen von 1918 stand. Namen wie Schlecker tragen da einen ganz anderen klang zum stand des arbeitnehmers ins feld.

aber zurück zu den schienenbiegern: ist Ihnen am foto der WAZ was aufgefallen? da stehen leute auf dem Burgplatz. mit plakaten und dem ganzen tamtam. das nennt sich Demo, kennt man so auch schon fast nicht mehr in Duisburg. wer die geschichte um die TSTG ein wenig verfolgt hat, wundert sich dann noch ein wenig über die transparente der IG Metall. von denen hatten die kollegen sich ob des etwas lahmen engagement ein wenig allein gelassen gefühlt. wie von der politik, nur das die ja eh ganz, ganz andere, eher ureigene interessen vertritt, als man das von Gewerkschaften annimmt.

Rush / foto: parcelpanic

 zeichnet sich da eine parallele zu den pöstchenschiebern im wählerauftrag ab? eigene erfahrungen sprechen da eine solche sprache, wenn Betriebsräte zu zweiten Arbeitgebervertretern mutieren und deren Vorsitzende z.b. plötzlich ohne weiterbildung vom Hallenkapo zum Umschlagsleiter mutiert und die Gerwerkschaft auf hinweise von missbrauch solcher funktionen lieber so tut, als sei das normal. aber das ist eine ganz andere geschichte, für einen ganz anderen post…

den herren Gleisbrätern möchte man zurufen, sie mögen jedweden versprechern versprechungen, egal von wem und was auf der visitenkarte steht vorsicht walten lassen. gevatter Jäger oder landesmutter Kraft haben da nichts bewegt, auch Sören Link wird kaum die schluchtenkackerschlipsträger umstimmen können / wollen / sollen / dürfen … man weiss es nicht …

Duisburg hat seinen strukturwandel zumindest bisher nicht geschafft. oder nicht so, wie er gemeint war. die geschichte wiederholt sich im kleinen just dem anschein nach an der Zinkhüttensiedlung. grosses kino, vollmundige versprechen auf bessere zeiten, leute aus ihrem leben vertrieben und – nix, nopes, nothing, niente. sowenig, wie nur annähernd der verlust der arbeitsplätze durch umbau der „struktur“ aufgefangen werden konnte, werden solche papierenen träume helfen oder der glaube an Leuchttürme etwas positives in der richtung bewirken. Millionen, die in kostenexplosionen verbrannt werden, wie dem nun statt paar `nen 30, derzeit etwa 200 (!) Millionen teuren Landesarchiv im „schicken“ Schwanentorumfeld und im sichtfeld des Rathaus, als gäbe es kein besseres heizmaterial. eine abkehr vom wahnwitz? achwo.

NightLights Duisburg / foto: parcelpanic

der Planungsdezernent Carsten Tum dazu:

[…] „Die laufenden Projekte und die langfristige Planungsperspektive legen eine sichere Grundlage für künftige Investitionen in der Stadt.“ […] [1]

oder um es mit einem anderen bild zu überzeichnen: in einem 1. Ligastadion turnt ein 2. Ligaverein mit dem dauerpokal der roten laterne ein 3. klassiges ballett, vor nicht einmal 9.000 zuschauern – bei einer kapazität von 31.500. Dat is Düsburch! und das findet sich an vielen stellen wieder. das Dilletantenstadl in räumen aus Gutsherrenzeiten mit fiktionen aus einer anderen realität, nur als beispiel. im mittlerweile 28 monat (oder über 470 tagen) nach dem genehmigten desaster tapt man augenscheinlich immer noch völlig im dunkeln, wie das passieren konnte und wer da übernommene verantwortung nicht tragen will.

alles wie immer: grosse worte – ausser luft wird da nichts bewegt?

in dem sinne: Glück Auf!

p.s.: seit der umstellung von DM auf €uro kam auch die frage auf, ob Schwarzgeld dann auch eine neue währung bekäme: afro z.b.?

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quellen:

[1] DerWesten: OB – Offensiv für Duisburg werben -10.10.2012

bisherige posts zum thema:

Weichen gestellt – 14.03.2012
endstation? – 03.04.2012
aufs eigens produzierte abstellgleis? – 18.04.2012
im würgegriff der schluchtenkacker – 24.04.2012
TSTG – Voestalpine 03.10.2012

 

 

Über parcelpanic

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Eine Antwort zu Prinzip Hoffnung

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