Duisburg? Klar kenne ich…

… kommt doch jetzt immer im TV!

nee, Tatort ist nicht gemeint. eher das abstellgleis die schiene „NoGoArea„, die sich momentan so durch den pressewald hangelt. noch ein halbes jährchen, dann kommen zu den „bekannten brennpunktstadtteilen“ medial auch noch die restlichen dazu. da wird seitens der boulevardjournaille ordentlich stimmung gemacht, auf das es das braune gesindel die leute in scharen zutreibt. so genau muss man es da nicht nehmen, die schuld an der misere sucht man am besten auch gleich am ende der kette, beim sozial schwächsten glied. auf denen lässt es sich leichter verbal einprügeln, als auf den gestalten am anderen ende. daran, es könne sich in Duisburg eine weitere parallelgesellschaft (eine?) etablieren, trägt schliesslich auch jeder andere die verantwortung, nur nicht die Politik? die mit der vollkaskoversorgung, deren nichtstun in der sache ordentlich zu den gegeben zuständen beigetragen haben soll, an die traut man sich besser nicht. die wehren sich nämlich, oft auf SteuerMichels rechnung dazu.

aber, man darf noch hoffnung haben. wenn es sogar einer Petra Vogt auffällt, nun da ja „die anderen“ am langen hebel hocken, es könne hier oder dort was im argen liegen, will das schon was heissen. und die maschiert mit wem bei den ungeliebten n€uropäern aus dem osten aus gehöft? eben! einem TV-Sender, der es auch nicht so genau nimmt. ganz grosses kino! was uns aber alle aufatmen lassen kann und quasi ein garant für bessere zweiten ist: am 26. November 2012 wird Bundespräsident Joachim Gauck sich die ehre geben, auch mal ein stell-dich-ein im armenhaus der republik zu geben. es wird alles wieder gut! (oder so) hier dürfen Sie klatschen. schlagen Sie dazu die hände über dem kopf zusammen…

Am Ruhrdeich / foto: parcelpanic

es könnte allerdings auch die chance sein, dem Herrn aus Berlin mal zu zeigen, was Duisburg von der aufgabe hält, die zeche der verfehlten Asyl- und Zuwanderungspolitik seiner genossen kollegen im Reichstag zahlen zu sollen. ich schreibs mal zur sicherheit dazu: auf der strasse, vor ort, wenn er da ist. quasi face to face und nicht face to book. es wird nix nutzen, sich z.b. beim fratzenbuch darüber die finger wund zu liken und/oder teilen.

oder um es mal mit den worten vom Geschäftsführer der Bürgerstiftung Manfred Berns zu sagen:

[…] Wir wollen den Dialog zwischen den mündigen Bürger und Experten, nicht frontal, sondern so nah, dass man das Schwarze im Auge des Gegenüber sehen kann.“ […] [1]

und der wird es wissen. nah ran, sonst verstehen die herren schlipsträger mit Bürgerverdrossenheitssyndrom nämlich nichts. oder meinen nichts gehört zu haben. dazu müsste man allerdings vorm rechner weg, in die welt da draussen…

das bild, welches sich derzeit in den medien zu Duisburg abzeichnet hilft sicher wenig die probleme zu lösen. ausser den meinungsmachern zeichnen aber auch seriöse blätter daran mit, mit mehr fingerspitzengefühl und um aufklärung bemüht. es ist keine frage, dass die zustände benannt werden müssen – es ist die frage, wie das geschieht.

und: wenn nur noch solche investoren interesse haben angeblich hier geld zu vermehren, wie solche aus dem kleinen nachbarland, denen man noch für die steuerschuld hinterherhecheln kann… wen wunderts?

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und musik ab…

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[1] DerWesten: Was ist denn nun typisch Duisburg? – 02.11.2012

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Über parcelpanic

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5 Antworten zu Duisburg? Klar kenne ich…

  1. Werner Jurga schreibt:

    Den Artikel finde ich okay; kritisieren möchte ich die Collage des Stadteingangsschilds „Duisburg – Hauptstadt der No-Go-Stadtteile und Parallelgesellschaften“. Schon klar: das ist satirisch gemeint. Und bevor mir entgegengehalten wird, auch meine Ironie sei mitunter kräftig danebengesemmelt, gebe ich dies selbst zu und ergänze: Man muss auch schon mal etwas riskieren, und sei es einen Schuss in den Ofen.
    Hier jedoch befürchte ich wirklich (gerade weil der „Karussellbremser“ zweifellos ein antirassistisches Profil hat), dass diese Spitzfindigkeit bestenfalls im Nicht-Verständnis verpufft, im ungünstigen Fall aber auch nach hinten losgehen könnte. Das Missverständnis könnte daraus resultieren, dass linke Blogs in der ihnen häufig eigenen Humorlosigkeit häufig genug den eigenen Kiez in „nestbeschmutzerischer“ Art und Weise als No-Go-Area darstellen, damit jedoch nicht hintersinnig den dumpfen Stammtisch bloßstellen, sondern organisierte Nazischläger anprangern wollen.
    Leser, die dies nicht klipp und klar auseinanderklamüsert kriegen, könnten fatale Schlussfolgerungen ziehen.

    • parcelpanic schreibt:

      ich weiss, man antwortet auch nicht auf kommentare… (-;

      nehmen wir als vordergründigen entschuldigungsversuch die bitte, jenes nicht eben zeitnahe freischalten zu erklären. im gegensatz zu behauptungen, ich würde den paar übriggebliebenen steuerzahlern zur last fallen, zu denen ich aber gehöre, muss ich für mein geld arbeiten. klingt hart, macht aber zufrieden…

      um mich gleich zu outen: ich gehöre zu den begeisterten lesern der artikel Ihrer/Deiner artikel. das bringt nun auch nicht unbedingt einen bonus (beiden nicht), bei welcher politischen gesinnung auch immer. musste ich aber mal loswerden.

      aber zum thema:
      was leuten, die anwürfe auf dem niveau eines Marianengraben für eine neue dimension in der bewegung der San-Andreas-Verwerfung halten und dabei bestenfalls sich selbst (auch mit zweit oder dritt-nick) kommentieren und „liken“ von solchen beiträgen halten tangiert mich daher eher nicht einmal peripher. erst recht nicht, wenn diese personen es, ihrem selbstbewerteten totalenwissen wegen, besser wissen und sich dabei selbst belügen…

      man gewöhnt sich daran, wenn man nicht jeden satirische ansatz auch gleich zu erklären versucht (wobei der humoristische teil auch verloren geht) immer auch welche auf den plan zu rufen, die einen falsch verstehen wollen (oder müssen). aber wem erzähle ich das?

      dank features wie dieser kommentarfunktion können solche, die sich nicht ganz sicher sind gerne nachfragen. jeder klick zählt? so bleibt einem auch eher die undankbare aufgabe sich für solches missverständnis eigentlich bei den urhebern solchen mülls auch noch bedanken zu müssen – wegen der fast 107% erhöhung der klickerzahlen in der statistik.

      aber ich versuche es mal im nächsten beitrag zu erklären, wie ich zu dem thema ticke. und könnte wetten, es schlimmer zu machen. in jedem fall möchte ich mich für den hinweis und die anregung bedanken! (und das meine ich ernst, nur falls es erklärt werden muss… (-; )

      p.s.: „danebengesemmelt“, hat in dem zusammenhang was… (-;

      • Werner Jurga schreibt:

        Danke! 1. freue mich, ernst genommen zu werden. 2. befürchte, zu ernst genommen zu werden – habe gerade den Beitrag von heute („geneigte Betrachter“) gesehen.
        Nun ja: die Hoffnung bleibt, dass ich dazu beitragen konnte, den geneigten Betrachtern Undeutlichkeiten zu verdeutlichen – wie z.B., dass es mit uns beiden nicht immer ganz einfach ist 😉

  2. Pingback: Umleitung – Presseschau vom 6.11.2012 » xtranews - das Newsportal aus Duisburg » Duisburg, Presseschau, Umleitung

  3. Pingback: Jakobswege: Niederrhein & Ruhrgebiet

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