Nichts genaues weiß man nicht

noch im gedanken an den sprung des Österreichers prallt man auf die realität vor der tür. die angst vorm blick über den tellerrand.

es gibt sätze, die eine/n in dem verharren lassen, was man just tut und dazu bringen einen moment innehalten. wenn man sich – wie ich – ein albi für letzte woche nur aus den schnappschüssen rekonstruieren könnte, vergisst man schon mal den zusammenhang und wo der satz wegstammt. was dem gesagten keinen abbruch tut:

„Die Leute erwarten gar keine Gerechtigkeit mehr.“

TunnelBlick / foto: parcelpanic

da will sich innerlich schon wieder der kleine troll hochstemmen und gegen windmühlen kämpfen, den dolch zwischen den zähnen und funken aus den augen sprühend. wäre da nicht der allgegewärtige schatten der realität, die täglich sichtbare lethargie, die fehlende empathie…

ja„, kriecht es aus den hinteren regionen des verkümmerten denkapparat weiter nach vorne ans licht, „da ist schon was dran.“ nicht das es einer sagt, aber die nichtreaktion auf die geschehnisse und die an die hand gegebene „Politikverdrossenheit“ – wird immer gerne genommen – könnte man auch so deuten.

ist das so? lässt sich vermutlich sicher nur mit an sicherheitgrenzender wahrscheinlichkeit mit einem eindeutigen vielleicht oder njein beantworten. und einer zusatzzahl? (alle angaben übrigens ohne gewähr!) eigentlich hat man auch die antwort und sucht eher nach der frage, wissentlich auch da keine sicherheit haben zu wollen. quasi auf wahrheitssuche mit dem fernglas ohne die schutzkappen von den gläsern zu entfernen – oder einem kaleidoskop als lesebrille…

CityLights Duisburg / foto: parcelpanic

bischen früh für die winterdepris? ach watt, die weihnachtsklamotten stehen auch schon seit ende september im supermarktregal! mehr so das „gefühlte“ Duisburg, demnach läge Duisburg mehr als zwölf monate in winterdepris, mit dem augenscheinlichen willen sich selbst über die klippe zu kippen. das festhalten an längst unkalkulierbaren LeuchtturmProjekten, die augen-zu-und-durch mentalität u.a. bei den n€Ubürgern vom rechten teil der €Uropakarte, das profit-vor-sicherheit denken und die das-muss-klappen kamikazeaktionen. läge Duisburg auf der berühmten couch, man würde es zur gefahrenabwehr an leib und leben seiner (ihrer?) selbst und dem anderer in die berühmte jacke stecken. die, bei der man sich selbst im arm hält.

was ist da (also hier) los? keine reaktion auf nichts. was da passiert geht jeden an. und wenn wir alle schön mit dem zufrieden sind, was hier so im Duisburger DilettantenStadl über die bühne geht, da ist noch Berlin. Sie wissen schon, der Reichstag. wie kann es keinen aufschrei darüber geben, wenn die Ökoumlage Strom mal wieder steigt, es die strompreise infolge weiter in die höhe schnellen lässt und im gleichen atemzug bekannt wird, gut 2.000 unternehmen seien davon befreit. also zahlt für die der SteuerMichel? es ist richtig, die abgabe würde dann so oder so umgelegt (müssten die diese auch blechen) auf die kunden oder konsumenten jener unternehmen. falsch aber ist es trotzdem, ein desaströses bild dazu.

macht sinn… foto: parcelpanic

Duisburg macht deswegen so untröstlich, weil es sich faktisch nicht verändert. die stadt, ihr bild – ja. die, die eine gemeinschaft ausmachen sollten – nö. so garnicht. es macht ein wenig dieses matrix-bild von körpern, die zur energiegewinnung in einer scheinwelt leben. ein grossteil der „unterhaltungsshows“ im TV ähneln einer Truman Show, bei der die zuschauer sich allerdings quasi selbst zusehen. oder wie ein redakteur unpopulärer zu sagen pflegt: „von asis – mit asis – für asis!„. leider kann man seine GEZahlten beträge nicht zweckbinden, für schlaues fernsehen. gibt es tatsächlich noch…

man hört (oder langsam überhört man es) immer wieder, Duisburg habe eine funktionierende gesellschaft, könne man regelmässig an den gutbesuchten veranstaltungen sehen. wo? Beeker Kirmes? oder das grosse parken auf der Kö? wenn das noch klappt, ist es gut. aber wirkliche gemeinschaft, wie „damals“, als Rheinhausens Stahlkocher auf die eigenen barrikaden stiegen? keine spur. kein hauch Schimi, selbst nicht in Ruhrort, geschweige anderswo. Marxloh als beispiel: aus solidarität müsste der platz schwarz vor leuten und eigentlich ein sicherheitskonzept für den Zinkhüttenplatz erstellt werden. und? pustekuchen…

wenn Sie sich immer noch fragen, wo die reise heute eigentlich hingehen soll, sind Sie so schlau (oder eben auch nicht) wie meiner einer. „die leute wollen gar keine gerechtigkeit mehr…“ – manchmal fällt ein nicken schwer, erscheint aber ehrlicher. und die 40 zeilen dürften auch längst erreicht sein?   (-;

zum abschluss vielleicht noch ein häppchen auf die ohren. nicht jeder wird es als musik bezeichnen, irgendwie ist es das aber doch. wenn man nicht auf schallplatten steht und konserativ ist… (gruß an Holger)

 

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Über parcelpanic

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