Auf Stippvisite bei den Großen

für eltern ist es nicht immer ganz leicht beim eigenen kind feststellen zu müssen, allein Internet, DaddelKonsole und TV könnten die brut nicht von Büchern fernhalten. wohlmöglich interessiert sich das kind noch für was?

die letzten tage geht mir immer mal wieder ein ausspruch durch den kopf, der dem guten alten Arthur Schopenhauer zugeschrieben wird. wie ein lied, das nur jemand summen muss und – zack– „hamse den ganzen tach was von!“ quasi ein zitate-ohrwurm…

[…] Der Mensch kann wohl tun was er will
aber er kann nicht wollen was er will […]

Geht auch nur nach Regen / foto: parcelpanic

verblüffend. eigentlich weiss man es, muss einem nur wer sagen. als wenn man den wald vor lauter bäumen nicht sieht. genau, mit eulen im gepäck via Griechenland… zugegeben, es finden sich nicht eben viele, die mit dem alten Schopenhauer etwas anfangen können und / oder ihn nicht mit nationalsozialistischen ideologie in verbindung bringen wollen. halt auch so ein typ, mit dem die zeit noch nichts anfangen konnte. so wie Charles Bukowski, nur anders – oder so. für seine zeit pflegte Schopenhauer schon einen direkten wortgebrauch, der gerne mit dem eines Droschkenkutschers verglichen wurde. zu unrecht, wie ich meine. Bukowski eher schon…

da o.g. zitat ist mir ehrlich gesagt eine zeitlang beschäftigt. ich bin ihm dann irgendwann auf einer Fanta 4 scheibe wieder begegnet, müsste der track „Albert und die Philosophie“ / album „Lauschgift“ (?) gewesen sein, in dem sich Einstein des zitat annimmt, orginalquelle s.u.

[…] „Ich glaube nicht an die Freiheit des Willens. Schopenhauers Wort: »Der Mensch kann wohl tun was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.« begleitet mich in allen Lebenslagen und versöhnt mich mit den Handlungen der Menschen, auch wenn sie mir recht schmerzlich sind. Diese Erkenntnis von der Unfreiheit des Willens schützt mich davor, mich selbst und die Mitmenschen als handelnde und urteilende Individuen allzu ernst zu nehmen und den guten Humor zu verlieren.“  […] Albert Einstein – Mein Glaubensbekenntnis (Schallplatte – 1932), Caputh

Hochh(in)aus / foto: parcelpanic

da hat aber mal einer locker durch die hose geatmet und ein grosses wort gelassen zu gehör gebracht. nicht das wir konform in der annahme gehen, es gäbe den freien willen nicht. das zu vertiefen würde bedeuten, die meisten würden das ende nicht mehr lesen – die 40 zeilen, Sie wissen schon. für jede diskussion darüber zwischen 1985 und 2000 einen €uro und der TrashBlog hätte eine goldkante  (-;

aber wir driften wieder ab. es ging eher um den Arthur. was ihn so beschäftigt hat hat man [HIER] versucht zu skizzieren. muss man aber auch nicht alles wissen. tut aber auch nicht weh… ein weiteres grosses zitat, auf das dieses geschmiere vermutlich sowieso raus wollte – gesteuert vom willen, dessen herr ich nicht bin? – nimmt sich der wahrheit an. das liefert eigentlich keine schlechte ausrede, der unfreie wille: „sorry, ich bin `nen mensch. ich hab das nicht so unter kontrolle!“

wo sich dann auch endlich der bogen zum ende des posts spannt. wie erwähnt, der gute pflegte für seine zeit (*1788 – †1860) schon eine klare sprache. das zitat stammt aus einem 1819 veröffentlichten werk und ist doch recht zeitgemäss.

[…] Die Wahrheit ist keine Hure, die sich denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren, vielmehr ist sie eine so schöne Spröde, daß selbst der, der ihr alles opfert, noch nicht ihrer Gunst gewiß sein darf. […]
Arthur Schopenhauer, Hauptwerke Band I – Die Welt als Wille und Vorstellung

achja, Hure ist schon ein hartes wort. für die zeiten damals. 95 jahre weiter klingt das fast schon wieder geschmeichelt… was ist schon wahrheit, gemessen an der unterschiedlichen realitätswahrnehmung? das gleiche sehen heisst nicht es auch identisch zu bewerten. Sie wissen doch – die drei Wahrheiten, die die Chinesen kennen:

Deine Wahrheit, meine und eine, die wir beide nicht kennen

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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