Systematisches Ausschweigen

Duisburg ist eine der städte, in denen nicht wichtig ist, was Du kannst. viel wichtiger ist, wen Du kennst – augenscheinlich die einzige chance, abgesehen von der begnadeten geburt in erbfolge, um stimme zu haben und gehör zu finden. eine der wenigen konstanten. traurig, aber wahr…

Neuer Aufguss! – Luftkurort / foto: parcelpanic

die veranstaltung (bereits) vorgestern zum grossbrand in Krefeld und die auswirkungen auf Duisburg (Süd) war eine sternstunde der hochwertigen PR-arbeit für kommunikation, bürgernähe und vertrauensbildenden massnahmen im rahmen neuer politik und alter zöpfe. wenn man keine ansprüche stellt und  die erwartungshaltung noch unter teppichbodenniveau liegt, sternschnuppen-happy-hour mit doppeltem meilenbonus s.z.s.

wenn man seine persönlichen, völlig unrepräsentativen eindrücke der „neuen“ politik Duisburgs versucht in worte zu fassen, scheitert man nicht unbedingt nur am Baumschulabschluß als höchsten bildungsgrad. man hat dabei schon stuten vorm Rathaus fohlen gesehen oder wie das sprichwort heisst. nun ist es natürlich wesentlich bequemer aus der position eines Statler oder Waldorf über die balkonbrüstung seine höhnisch bis zynischen bemerkungen wasserbomben gleich in das geschehen zu werfen. so wie halt die mehrheitliche minderheit… nun. das alleine wird, wie die junge und jüngere geschichte bestätigt, maximal den sturm im wasserglas zur folge haben. viel blabla auf unteren kommunikationsleveln – FB und konsorten, wenn Sie wissen was ich meine – aber keine echte diskussion. die mär der „offenen diskussion“ scheint nur im www zu funktionieren. wieder die frage der definition, z.b. von funktionieren.

Schnapp-Schuss / foto: parcelpanic

aber um mal „griffiger“ zu werden: weil ich dem <—„kollegen“ heute (wenn auch unfreiwillig) begegnet bin, nehme ich seine erquickliche geschichte mal als beispiel. wir sehen ein investigatives online magazin in person eines redakteurs einen politiker – wenn wir es so nennen wollen – herausfordern. was auch immer wir „nur so nennen“ wollen, beispielsweise „herausfordern“? am ende ginge es um soviel wie verletzte eitelkeit und unerfüllte rache, könnte man meinen, muss man aber nicht. soweit, so naja…

was würde der schlaue, gefestigte platzhalter nun tun? wir grenzen mal die völlig abwegigen varianten wie Selbsterkenntnis & Amoklauf u.ä. statistischen ausreisser aus..

im grundsatz bleiben zwei möglichkeiten. reagieren oder nicht. wer reagiert hat (ausser mit [w i r k l i c h] guten PR-leutchen) so gut wie den matchball verspielt. bleibt „nicht beachten“. ohne absolutes stillschweigen darum auch nicht eben schlüssig im ansatz, aber auch da sind abstufungen. garnichts mitbekommen haben wollen, zwar wahrgenommenn –> nicht drauf reagiert haben oder eben das eher typische „geht mich nichts an“ … so wie gesellschaftlich moralische verantwortung etwa.

wer sich bis hier hin durchgequält hat, respekt. dafür gibbet auch den eigentlichen anlass des post genannt. wenn Sie dies lesen wird heute sein, Samtag 06.10.2012. vermutlich werden Sie ein öffentliches treffen verpassen, bei dem es um gestaltungsvorschläge bis -verbindlichkeiten für die kommende, ständige Gedenkstätte gehen wird. also wie die hochmedialgepriesenen über 650qm mal aussehen werden. dazu gibt es naturgemäss, wie bei den meisten themen, mehr als zwei meinungen – und einen, der versucht etwas wie einen kompromis(s) zu finden, am ende der aber dumme sein wird. sie erkennen die person am geteerten federkleid…

und tschüss / foto: parcelpanic

und um es nicht nur für mich, eher auch für die da draussen, die einen besser kennen als man selbst, noch einmal in worte zu fassen: für mich war wichtig, aus der provisorischen eine ständige Gedenkstätte werden zu lassen. dem galt mein einsatz in form von unterstützung jenseits von vereinen, gruppen, BIs, o.ä als einzelperson. für ein DAS, kein WIE. seit dem zweiten jahrestag sehe ich mich nur noch als beobachter des geschehens… oder wie man es nennen will. ich würde mir nur wünschen, die Gedenkstätte würde in zukunft nicht den charme des Mahnmal verbreiten und sich nicht wie bisher bei der erhaltung auf (un)freiwillige stützen, ohne deren arbeit auch anerkennen zu wollen. ich bin unrealistisch, ich weiss…

jedem, der sich nicht erst seit gestern mit den wie und warum um die (kommende ständige) Gedenkstätte beschäftigt, sind mindestens zwei konträre gruppen bekannt. die eine, der mittels der vergangenen vorturnerin die z.t. abstrusesten unterstellungen förmlich angehängt wurde, hat sich zum einen in wohlgefallen, zum anderen mit verändertem namen in eine BI aufgelöst oder weiter entwickelt. die andere hat ebenfalls einen namenswechsel erlebt, damit aber auch eine informationspolitik, die der silbe information entbehrt, abseits der jahrestaglichen saison. im gesamten prozedere hatte es zwischenzeitlich den anschein, als sollte das geheimtuerische gehabe und die selektive information ein ende gefunden haben, eben für die sache. hätte, könnte, wollte…

Treppe – 07.2012 / foto: parcelpanic

heute aber findet ein treffen statt, bei dem den anschein nach „der sack dicht gemacht wird“. vermutlich meint es die gestaltung der fläche, ich habe mir nachfragen abgewöhnt. dem anschein nach soll die vertane zeit in fünf stunden aufgearbeitet werden. wäre ich zynisch, würde ich schreiben, es geschehe um hinterher notfalls den schwarzen Adolf Sören Peter bei anderen suchen zu können. tu ich aber nicht, ich bin ja nicht dümmer, als der (Lieblings-) kontrahent Meisers angeblich aussehen soll!  (-;

wenn man hinterfragt, wird man oft etwas schräg angesehen. es ist auch eine art von interesse, so gesehen. wenn Ihnen sowas liegt: das beste daraus machen! um aber seine frage auch mit einer antwort versehen zu wissen bedarf es heute im zeitalter von „nachrichten schon vorm geschehen“ selbst etwas mehr als einer pressemitteilung / anfrage. als parzifistischer mensch vermute ich also, dem herrn M. von x.n. wären die antworten des herrn U.G. vom BND  MAD KKK GmbH – ach watt weiss ich – nicht ausreichend. wenn einem ein nach- legen / -treten also so unegal egal ist, würde ich es ins leere (lehre?) laufen lassen. statt dessen auf nebenschauplätzen ein fässchen mit dem korkenzieher aufmachen zu wollen wirkt ein bischen, [kunstpause], … nordisch by nature?

zu meiner eigenen schande muss ich den paar Betrachter/Innen und mir eingestehen nicht sonderlich erzürnt zu sein, wie an jedem gewöhnlichen Samstag meiner nebentätigkeit nachgehen dürfen zu müssen und dem vermeindlichen ruf nicht folgen zu können – dürfen – müssen, oder so. folglich muss ich mir die frage nach einer mehr oder minder gewollten teilnahme auch nicht stellen. im vorgriff allerdings unerquicklich ist die bis dato gewohnte einseitige berichterstattung auf das ereignis ohne eigene teilnahme. bisher waren den drei wahrheiten (eine die Du kennst, eine die ich kenne und die dritte, die wir beide nicht kennen) nicht viel abzugewinnen, wenn man nur anderthalb davon kennt. aus zweiter hand und drittklassiger quelle vielleicht noch? man weiss es ja nicht, woher auch? also:

wenn man keine chance hat, sollte man sie zumindest nutzen?

♠-♣-♥-♦-♥-♣-♠ ↔ ♠-♣-♥-♦-♥-♣-♠

nach langen hin & her, ein sound, der vielleicht ein wenig die stimmung einfängt. auch wenn man damit nichts anfängt, hörenswert…

Armin van Buuren – Going Wrong (with Dj Shah feat. Chris Jones) by Artur Kosina  / via SoundCloud

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Über parcelpanic

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Eine Antwort zu Systematisches Ausschweigen

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