Tag der Einheit – Rampe und Rathaus (Fotos)

03. Oktober – Tag der Deutschen Einheit

… ist nun im dritten jahr der tag, an dem ich zunächst die (provisorische) Gedenkstätte besuche und im anschluss das traditionell zum der „Tag der offenen Tür“ einladende Rathaus. in diesem jahr endlich einmal nicht wieder mit diesem übermächtigen gefühl von ohnmacht und wut im bauch. sicher, es ist längst nicht alles „gut“ und wird es wohl auch nie werden, wie auch immer das aussähe.

Treppe (prov.) Gedenkstätte / foto: parcelpanic

aber ein OB, der zu solchen gelegenheiten auch im Rathaus ist und sich nicht verstecken muss, ist schon ein fortschritt. für Duisburg.

11:00 uhr, nieselregen. zunächst also zur Karl Lehr Straße, zum treffen der üblichen verdächtigen. thema ist natürlich der ort und die aktuelle entwicklung rund um diesen, die öffentlichkeitsarbeit darum, wenn man das so nennen will. würde ich nicht, mich fragt aber keiner  (-;

wie üblich an feiertagen ist auch heute die (provisorische) Gedenkstätte gut besucht, viele kennzeichen von auswärts sind dabei. manche gesichter kennt man von früheren begegnungen hier, andere sind das erste mal hier. manchen wird man im Rathaus wiedertreffen.

der ort wirkt in dem trüben wetter noch trauriger, das grau des gepflasterten rampenkopf scheint in dem des horizont zu verschmelzen, der wind weht ein paar welke blätter herunter. die stille zerschneidet der lärm des vorbeifahrenden verkehr, der immer noch deplaziert wirkt. während das auge von der strasse über die (provisorische) Gedenkstätte wandert, keimt die gewissheit auf, bald auch keine parkenden autos mehr auf der fläche zu sehen. der blick verliert sich auf den stufen der treppe, bleibt an den kreuzen hängen, liest die 21 namen, wie schon hundertfach und fast gleichzeitig die immer wiederkehrende frage: WARUM?

gegen 13:00 uhr geht es dann via Burgplatz / Rathaus, auch hier reger besucherverkehr. einige gesichter kennt man von begegnungen der Sauerlandabwahl oder aus dem kampf für eine würdige Gedenkstätte am ort der katastrophe, andere aus vergangenen Ratssitzungen. hier und da ein schwätzchen, man spricht über den neuen OB, die probleme der stadt, geschichte und geschichtchen.

VorTurnerAusblick / foto: parcelpanic

eines der ersten ziel für mich ist das zimmer 100, der grosse Ratssaal. nein, nicht auf dem platz für den OB probesitzen. das macht man in seinem Büro…  (-;  unter uns: den job wollte ich beim besten willen nicht haben. aus der reihe, in der Sören Link zu sitzen pflegt, habe ich allerdings auch mal einen stuhl probe gesessen, den rechts von ihm. der wird demnächst ja frei, sein derzeitiger nutzer hat sich ja in ein tochterunternehmen gerettet, nachdem ihm die stelle dort geschaffen wurde…

ich bevorzuge das parkett des dilettantenstadl. auf solchen stühlen mal hocken , auf denen die dreistesten der parteisoldaten platz nehmen! welche das sind? hinten links ist derzeit eine gute ecke, um die welt mal aus der sicht von meinungssöldnern und selbstherrlichen gutsherren zu sehen.

danach der übliche turn durch die verschiedenen räume (Mercatorzimmer etc.) und mal schauen, wer dieses jahr so die führungen macht. oft trifft man dabei Politiker mit besuchergruppen und fragt sich beim einen oder anderen auch, ob er nicht vielleicht seinen beruf verfehlt hat. nach eine Käffchen in der Kantine geht es zum jährlichen besuch des Zimmers 123, dem vorposten zu OB-büro. und der ist da…

Sören Link 03.10.2012 / foto: parcelpanic

er nimmt sich zeit für besucher und wirkt recht gelöst. die begegnung mit anwesenden betroffenen verläuft in einer ruhigen, offenen atmosphäre. beide seiten scheinen zu wissen, hier und jetzt sei nicht der ort und die zeit für diskussionen um das thema Gedenkstätte. der termin dafür ist ein offenes geheimnis, beim gehen versichert man sich ein wiedersehen in ein paar tagen. eigentlich sollte er heute wo ganz anders sein, Jahrestag mit seiner lebensgefährtin feiern.

ganz anders als in vergangenen jahren entwickelt sich der besuch in diesem für mich zu einem weniger emotionalen erlebnis. es sieht noch immer nicht nach einer sauberen aufklärung aus, als sollten wir die wahrheit erfahren. warum die veranstaltung am 24.07.2010 so derart aus den rudern laufen konnte und wer dafür verantwortlich ist. nicht das nicht vieles bekannt wäre und auch die verantwortung über 70 menschen zugeschrieben werden könnte. aber die hoffnung auf eine kommende ständige und auch würdige Gedenkstätte lässt es zu, die dinge auch sich entwickeln zu lassen.

der erste stein ist aus dem mosaik gefallen. ein anfang.

anbei eine paar schnappschüsse:

 

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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