Doppeltes Dilemma

 

wer will da partei ergreifen? es hat bedingt mit dem für & wider des FOC zu tun, mit den vergangenen und zukünftigen (?) genehmigungsgebahren der stadt schon eher. aber auch mit dem Industriebetrieb, der die gefahrenquelle bildet. nicht erst seit heute.

A59 Einfahrt zur Unterführung Bhf-platte / foto: parcelpanic

2008 beim befüllen eines kesselwagen zum transport gab es den letzten grösseren zwischenfall im unternehmen, welches seit etwa 160 jahren ansässig ist. damals trat verflüssigter Stickstoff aus. [1] dieser ist giftig, farblos, riecht stechend und steht absolut nicht im ruf gesundheitsförderlich zu sein, die anwohner haben darauf einen „vorgeschmack“ erhalten. über eine lagerung im freien kann man angesichts der GNS, die auch atomarbelastete abfälle draussen lagern dürfen, kaum noch mit dem kopf schütteln. auch nicht darüber, wenn lustig munter um solche gefahrenquellen drumherum gebaut wird.

„Bestandsschutz gehe nicht vor Brandschutz“ ereifern sich u.a. Charlotte Weyers und Dr. Detlef Feldmann von den Linken. sie wissen schon, die mit Sylvia von Häfen, der kandidatin. so weit daneben liegen die genossen da nicht. hätte ihnen aber auch mal was früher, bei anderen projekten mal auffallen können… nun die gefahren sehen zu wollen, die allen bekannt sein dürften (s.o.) – für mich ähnlich sinnentleert, wie in die nähe eines flughafen zu ziehen (siehe D´dorf) und dann dagegen zu klagen. vergessen wir dabei nicht, es ginge den meisten volkszerredern auch eher um den investor als der bevölkerung rundrum. die hätte man deutlich früher schützen können wollen oder sollen.

ohne titel / foto: parcelpanic

was die schwarze fraktion da mit vorreiter Enzweiler bietet, bedarf schon einem gewissen mass an gesundem irrsinn um der argumentation zu folgen. heute verstösse gegen die Störfallverordnung vorwerfen, zu sofortigem handeln aufzufordern, während man in der vergangenheit die gefährdeten quasi mit jedem abnicken mitangesiedelt hat, ist schon auch für Duisburg nicht ganz ohne, zeigt aber eine beständigkeit.

den investor selbst interessiert das ganze nicht sonderlich, ist es ja nicht sein problem, eher das des unternehmens und der stadt. was auch sagt, ihm sei es egal, ob sein FOC direkt neben einer möglichen störquelle mit tödlichem charakter angesiedelt wird. wenn etwas passiert, wird schliesslich niemand fragen, wie man dort bauen konnte, eher nach der unverantwortlichkeit des alteingesessenen unternehmens suchen.

uns sollte das angesichts des grossbrand letzte woche in Krefeld schon ein wenig mehr bewegen. aus dem „Es besteht keine Gefahr!“ kristallisiert sich langsam ein leicht differenzierteres bild, wo das durchaus gestimmt haben mag und wo man vielleicht etwas voreilig entwarnt hat.

orte wie Duisburg uns sein umland bieten mit der vielfalt an betrieben, die nicht eben mit nur naturverträglichen produkten arbeiten auch ein besonderes risiko. das hat es immer gegeben und wird sich, will man die letzten arbeitsplätze in der region halten, auch nicht ändern. leider auch eine gewisse fahrlässigkeit mit dem umgag derselben.

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quellen:

[1] Der Westen: Chemie-Unfall: Leck abgedichtet- 09.04.2008

 

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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