Ist das Boot schon voll?

Duisburg liest sich anderswo schon lange eher als Negativschlagzeile, nicht erst seit dem Verantwortung in Amt und Würde gerichtlich bewiesen werden muss. Es gilt: Wenn falsch, dann auch richtig…

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DieWelt:

Angekommen im Abseits

Über 5000 Zuwanderer aus Südosteuropa stellen die Stadt Duisburg vor Probleme, die sie allein nicht mehr bewältigen kann. Die Bürgerschaft ist gespalten. Von Stefan Laurin

Er steht zusammen mit zwei Kollegen an der Kreuzung Wanheimer Straße, Ecke Heerstraße. Seinen Namen will er nicht nennen, aber klar, er kommt aus Bulgarien. Und er sucht Arbeit. Hier und an vielen anderen Stellen in Duisburg-Hochfeld stehen Männer den ganzen Tag an der Straße und warten auf Jobs: Als Hilfsarbeiter in Lagern oder auf dem Bau, für drei, vier oder acht Euro in der Stunde. […]

[…] Gemeinsam ist ihnen die Flucht vor der Armut und Perspektivlosigkeit der wirtschaftlichen Lage in Südosteuropa. Kein Land hat in den vergangenen Jahren so viele Einwohner verloren wie Bulgarien: Eine Million Menschen haben den von Korruption und ethnischen Konflikten geprägten Balkanstaat in den vergangenen Jahren verlassen. Jetzt leben noch gut sieben Millionen Menschen in Bulgarien. Nach dem Human Development Index, der den Entwicklungsstatus eines Landes misst, liegt der Staat hinter Chile, Argentinien und Kuba. […]

zum Artikel…

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sie kommen dem elend zu entgehen, in falscher hoffnung und erwartung. [1] mit ihnen wiederholt sich, was aus der vergangenheit nicht eben unbekannt ist, dem anschein nach aber von einer generation zur nächsten geschoben wird, beispiel Hagenshof.

glowing rail / foto: parcelpanic

das spiel läuft i.d.r. nach demselben schema. ein stadtteil entvölkert sich zugunsten eines temporär angesagteren. sozialschwächere beziehen den leerstand, später umsiedler, flüchtlinge – der stadteil bleibt sich selbst überlassen und schon ist ein problemviertel geboren. in den allerwenigsten fällen hat ein mehr an ordnungsmachtpräsenz allein auch nur ein problem gelöst. eher geld gekostet, das an anderer stelle fehlt.

es ist zu kurz gedacht die schuld für die verhältnisse nur bei dieser zu gruppe suchen. wenn man diese menschen bei sich aufnehmen will, sollte man ihnen auch erzählen, wie der hase läuft – kultur, gesellschaft, recht – rechte ziehen immer auch pflichten nach sich.

wenn es schon für halbwegs den gepflogenheiten vertrauten mitbürgern schwer fällt, sich durch den bürokratie-dschungel zu kämpfen um ihre ansprüche geltend zu machen (was nicht heisst sie würden dann auch erfüllt), wie soll das mit mangelnden rechts- und sprachkenntnissen funktionieren?

nicht weit davon wir lernen beim zeitungsstudium, sie wären die vermüllung z.t. aus der heimat nicht anders gewohnt.

[…] Die deutsche Aufregung über Vermüllung ist aus bulgarischer Sicht die Mühe nicht wert. „Dort gibt es keine Tonnen, da ist es üblich, die Tüten auf die Straße zu stellen, da denken sie sich nichts bei“, wirbt Witzke um Verständnis für die Neu-EU-Zuwanderer in Duisburg. […] [1]

MobilTelefon? / foto: parcelpanic

man kann auch sagen, sie hätten es hier auch nicht anders vorgefunden, ich glaube kaum „die“ hätten das ganze stadtgebiet vermüllt. das betrifft fast jeden. die zigarettenkippe oder der schnipsel bonbonpapier macht zusammen mit dem, was so fallen gelassen wird schon eine ansehnliche menge. und wo schon was liegt scheinen die meisten weniger hemmung zu haben, dies auch zu tun.

solange alle missstände zwar benennen können aber nichts dagegen tun, wird sich nichts ändern. der stadtteil ist zu dreckig, aber keiner macht mal den mund auf, wenn er dabei zusieht, wie vor ihm jemand seine leere schachtel irgendwas in die gegend wirft. wer einmal an einer säuberungsaktion teilgenommen hat, wird in seinem umfeld aufmerksamer darauf achten?

aber um zum thema zurückzukommen: der focus sollte da liegen, wo die möglichkeiten zuhause sind. den Bürger damit alleine zu lassen geht früher oder später nach hinten los.

kurz vor nach / foto: parcelpanic

in dieses vakuum drängen dann solche seelenfänger, die das problem auch nicht lösen, aber eine menge neue schaffen. ihr vorbild hat übung mit sowas…

wenn nicht ernsthaft nach lösungen gesucht wird, wie diesem problem – erst nun, wo es weniger als fünf vor zwölf ist, statt früh bei der entstehung – zu begegnen sei, wird der abfall noch das kleinste problem sein. die gräben der OB-abwahl sind noch nicht verfüllt, da reissen bereits neue tiefe wunden. schon jetzt findet man in den durchaus manchmal nicht unberechtigten stimmen auch solche, die schon eine färbung haben, die dem wort umsiedlung schon den klang geben, den manch anderer jedesmal darin liest. Sinti und Roma, umsiedeln, … da war doch was?

wir tun gut daran, besser nach lösungen als schuldigen zu suchen. Lichtenhagen kann überall sein…

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quellen:

[1] DerWesten: Eine Flucht aus dem Dreck und Elend – 28.09.2012

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geht übers ohr durch den kopf ins herz:

Max Herre feat. Philipp Poisel – Wolke 7  / by   via YouTube

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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