Outsourcen, bis es passt / Teil 4

 

liebe/r betrachter/inn, gebt fein acht,
ich hab euch etwas mitgebracht!
 

(was bisher geschah: Teil 1 [HIER]  Teil 2 [HIER]  Teil 3 [HIER])

anfang 2010, in der paketbranche tobt ein preiskampf.

nachdem jahrelang die preisspirale nach unten zeigte und der versand immer günstiger wurde, scheint vor zwei jahren das ende der fahnenstange erreicht. allerdings redet da noch niemand von denen, die tag ein, tag aus dafür sorgen, dass die schönen versprechen an die kunden auch taten folgen. ausgerechnet von Rico Back (Vorstandschef der GLS-Gruppe) stammen jene denkwürdigen worte:

[…] „Der Preisverfall in unserer Branche muss ein Ende haben. Eher nehmen wir in Kauf, dass unser Geschäft in diesem Jahr schrumpft, als dass wir einen weiteren Preisrückgang mitmachen werden“ […] [1]

kein wort davon, dass täglich fahrzeiten überschritten, fahrzeuge überladen und die letzten, die die hunde beissen auch ein bischen daran erinnert wurden, wer sie sind. es geht eher darum, dem PaketSchubserVerein könnte nicht genug profit bleiben. in die kerbe schlagen auch Dieselzuschläge in rechnungen an kunden, wenn die fuhre ja jemand anders macht. GLS, Hermes oder DPD fahrzeuge beispielsweise werden vom „Servicepartner“ unterhalten.

derselbe Rico Back, der 2012 einem maulwurf namens Walraff durch sein unternehmen wühlen lässt und sich halbherzig in schadensbegrenzumg übt. sein zurückrudern gerät zur fahrt der Titanic im gummiboot. sicher, auf einem TrashBlog wird das keinen jucken, in der vier-buchstaben-zeitung findet sich bestenfalls was unter vermischtes, ein dreizeiler vielleicht.

aber obacht: wir staunen, als wir den Feuillettonteil der FAZ aufschlagen:

screenshot FAZ 31.05.2012

wenig später wird er den arbeitskampf der kollegen von DPD in Koblenz unterstützen…

aber zurück zum jahre 2010.

zurück nach Duisburg. nach den turbulenten jahren, bis der gesamte gewerbliche bereich endlich komplett als outgesourct gelten darf, kehrt weiter keine ruhe ein. der dienstleister liegt sich nach dem DPD regelmässig mit dem personal vor gerichten gegenüber. mal geht es um abmahnungen, die wieder zurückgenommen werden, mal um kündigungen. oder auch gerne um lohnzuschläge, die regelmässig eingeklagt werden müssen.

wer dem schreckensgespenst outsourcing (Werksvertrag) schon einmal begegnet ist, kennt die hohen ansprüche des Kunden an den Dienstleister. und wundert sich in diesem fall. Zeitarbeitsfirmen, Personalüberlasser oder wie man es auch immer nennen will, gibt es wie sand am meer, da muss man sich mit einer übertrieben gesagt unterdurchschnittlichen leistung nicht zufrieden geben. bei einem grossen Katalogversandhandel habe ich das spiel zum ende des vergangenen jahrtausend schon miterlebt. und in 18 monaten drei dienstleister kommen und gehen gesehen. böse zungen würden nun vermutungen anstellen, jemand des Kunden könnte in dem nur einen tag vor der ersten übernahme gegründeten unternehmen des Dienstleisters (ganz, ganz) stiller teilhaber sein. macht aber keiner…

der heute zum Umschlagsleiter mutierte ehemalige Hallenarbeiter war nicht ganz untätig, der ver.di schäfchen zuzutreiben. [2] insgesamt spricht man von bis zu 120 mitgliedern, die er und seine schergen zugetrieben haben. ein schlagendes argument für die gewerkschaft kritisches unter den tisch kehren zu wollen?

wenn man sich die partner ansieht, mit denen sich der damals künftige betriebsrat und seine handlanger verbündet, stößt man auch auf DIE LINKE [3] oder die MLPD (Marxistisch Leninistische Partei Deutschland). Internationale mal ganz anders…

foto: DerWesten

aber sehr schön, was man dort über den (immer noch im dienst) befindlichen Schichtleiter Karl A. (name geändert) schreibt:

[…]  Die DPD hat daraufhin über ihren Schichtleiter mit  Schikanen gegen die Kollegen geantwortet. […] [4]

das hat man wohl immer noch drauf…

in den schon in den vorigen teilen zitierten artikeln stösst man auch auf hinweise auf etwas, das sich nach mobbing anhört. dem anschein hat sich da auch mit betriebsrat nichts geändert, vielleicht eher im gegenteil. zumindest würde das mindestens zwei aktuelle fälle erklären, in denen mitarbeiterinnen seit längerem der arbeit fernbleiben müssen, auf ärztlichen rat.

aber dazu kommen wir in der nächsten woche…

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[1] WELTonline: GLS verlangt drei Prozent mehr – DPD bis fünf Prozent […] – 06.04.2010
[2] ver.di: Ehrung für erfolgreiche Werber/innen – 06.07.2011
[3] DerWesten: Buntes aus dem Süden – 12.06.09
[4] mlpd-duisburg: Montagsdemonstration solidarisiert sich mit Kollegen von Deutschen Paketdienst (DPD)  – 12.03.2009

 

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