Outsourcen, bis es passt / Teil 2

 

liebe/r betrachter/inn, gebt fein acht,
ich hab euch etwas mitgebracht!
 
 
das warten hat sich gelohnt?

(was bisher geschah, Teil 1 [HIER])

wir befinden uns nun im Jahr 2009, der ersten hälfte, … um ebenfalls zeit zu schinden… (-:

keine fake, Duisburger Plakatwerbung / foto: parcelpanic

nicht für alle fängt das jahr gut an. für eine schnittmenge aus denen, die im endspurt des verflossenen jahr auch nicht eben punkten konnten, könnte es auch einfach ein anknüpfen an alte gepflogenheiten sein… so lesen wir am 16.01.2009 in der RP [1]

„Die Vorschläge kamen nicht von meinen Mandanten, sondern von Verdi“, so der Rechtsanwalt. Aus diesem Grund sei es nicht überraschend, das es zu keiner Einigung gekommen sei. Lindemann vertritt rund 50 Arbeitnehmer im Rechtsstreit mit dem Logistikunternehmen und denkt einen möglichen Prozess gewinnen zu können. „Der Betriebsübergang der Arbeitnehmer in ein neues Unternehmen ist unserer Meinung nach rechtlich nicht haltbar.“ quelle: [HIER]

nun gut. wenn Sie mit Ihrem nachbarn im streit über den zaun hängen und ein dritter, scheinbar unbedarfter, mischt sich da ein und rät Ihnen, für einen weiss-der-geier-was sonst-was zu machen. oder lassen. na? eben! aber seien Sie beruhigt. vielleicht finden ver.di und die kollegen sich ja noch…

aber zurück zum ort des geschehens: man muss auch nicht zwangsläufig aus eigenen und schon garnicht unbedingt aus fehlern lernen, die andere schon einmal gemacht haben. aussitzen? seit genosse kollege Kohl völlig out. die letzte figur, die feststellen musste, diese altmodische form von problembewältigung des „aussitzen“ führe zu nichts, zumindest nichts „gutem“ – trotz richtigem Parteibuch? der OB21†? der ist nicht zurückgetreten, der wurde zurückgetreten… war ein fast zufälliges beispiel.

Foto: DerWesten

so wie das hier,  zur Mahnwache vor den Toren des DPD [2]?

[…] Sie widersetzen sich der Auslagerung ihrer Arbeitsplätze in die Firma Ergo – und bekamen vor dem Arbeitsgericht Duisburg Recht. Seitdem sind sie von der Arbeit freigestellt – immerhin zum Grundgehalt. Allerdings, sagt Tahir Sogukkan, Sprecher der Gruppe, habe DPD das April-Gehalt bis heute nicht überwiesen. […] „Outsourcen, bis es passt”, zitiert er einen Sprecher des Logistik-Unternehmens. Im Kern gehe es darum, künftig bei Ergo für sieben Euro pro Stunde und mit 20 Urlaubstagen zu arbeiten, während es bei DPD mindestens zehn Euro und 30 Tage gewesen seien. […] quelle: [HIER]

man muss sich das in etwa so vorstellen: im anflug auf das Depot Duisburg trifft Ihr auge zwangsläufig über wochen auf ein zelt quasi in der einflugsschneise zum Depot. dort halten sich die kollegen auf, die dem übergang widersprochen haben und lieber draussen der dinge ihren lauf nehmen lassen, während andere drinnen dafür sorgen, es bliebe noch etwas, für das es den aufwand auch lohnt. mit doppelschichten und allerlei herzblut.

Mannesmann Str. – Duisburg / foto: parcelpanic

so wie die draussen, nur anders… DerWesten [3] schreibt:

[…] Mit einem Zelt, auf Campingstühlen halten sie draußen Mahnwache in der Hoffnung, wieder rein zu dürfen. Die Situation zwischen DPD-Geschäftsleitung und den gekündigten Mitarbeitern aus dem Depotumschlagbetrieb ist verfahren. […]

[…] Es folgten Monate, in denen die 52 Gekündigten auf den ersten Gerichtstermin warteten, Verschiebungen der Termine, die Termine. […] Strittig ist auch die Einstellung der Gehaltszahlungen, „meine Kündigungsfrist läuft trotz Freistellung bis zum August”, sagt Tahir Sogukkat. Einstweilige Verfügungen hatten einige vor dem Arbeitsgericht erwirkt und rückwirkend Lohn bekommen. Von ihrem Arbeitskampf, betont Sogukkat, wolle die Gruppe nicht lassen. „Wir wollen unsere Jobs zurück.” […]quelle: [HIER]

spätestens im Sommer war auch mit der ver.di eine linie gefunden, an der sich die zusammenarbeit entwickeln sollte. mit einem sicher dreistelligen betrag an neuen mitgliedern aus dieser auseinandersetzung allein bis dahin dürfte der kollege eine hausnummer sein. so schreibt die ver.di [4] am 01 Juli 2009:

[…] Seit mehr als sechs Wochen halten 52 Beschäftigte vor dem DPD-Depot in Duisburg-Hüttenheim eine Mahnwache ab. Sie sind seit dem Jahreswechsel von der Arbeit freigestellt, erhalten seit April keinen Lohn mehr. […] Mit dabei war Tahir Sogukkan. Er erinnert sich, dass bei dem neuen Dienstleis-ter Ergo alles so geblieben ist, wie vorher bei DPD, allerdings zu schlechteren Arbeitsbedingungen. Der Druck war größer, Pausen wurden gemacht, wenn die Maschine ohnehin stand. […]

[…] „Wenn Arbeitnehmer für ihre Rechte kämpfen, werden sie schnell zu Quertreibern erklärt„, sagt Tahir Sogukkan. […] quelle: [HIER]

aha. dann kennt er also das gefühl… wie schnell menschen manchmal zu vergessen scheinen, wo sie eigentlich wegkommen!?! das gefühl hätte einer konservierung bedurft um immer mal wieder eine brise zu nehmen, falls – ja falls – mal ein höhenflug kommt?

in diesem ersten monaten des jahres 2009 kochte die stimmung in und um das Depot schon ordentlich hoch. wer sich ein wenig in die archive der lokalen medien ei wenig umsieht, bekommt eine idee, wie sich die stimmung auch auf die, die versucht haben in den wogen der geschichtsentwicklung die Schweiz zu spielen, ausgewirkt haben dürfte. jeden arbeitstag an den kollegen längs ziehen, ein gruss und ab in die tretmühle und den job sichern… harharhar

wenn sich die serie nun ein wenig einbremst und in die länge zieht, kommt es auch nicht von ungefähr. aber dazu und einer menge weiterer kleiner leckerchen werden wir wohl noch ein paar tage geduld aufbringen müssen…  (-;

glauben Sie mir: so wie Sie auf die wirklich heisse story warten brennt mir die unter den nägeln. das wird schon… dran bleiben!

(-;

p.s.: nicht zu verwechseln mit dieser ergo-online [HIER]

+-+-+-+-+-+ quellen +-+-+-+-+-+

[1] rp-online: „Noch keine Einigung“ – 16.01.2009
[2] DerWesten: Mahnwache der DPDGekündigten – 11.05.2009
[3] DerWesten: Mahnwache am Werkstor – 29.05.2009
[4] verd.di News: Nur in Duisburg wehren sich die Kollegen – 01.07.2009

 

Über parcelpanic

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2 Antworten zu Outsourcen, bis es passt / Teil 2

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