Mitten unter uns

Kuschelthemen? Im Sommerloch?!?

man kann es auch als eine art weiteren teaser betrachten, der geeignet sein soll ein feld zur bestellung herrichten zu wollen /sollen. und bei laune halten  (-;

aktenlagen sind solange etwas beruhigendes, wie man nur die eigene kennen will und sich dabei noch einreden kann, es würde alles wieder gut. jetzt. plötzlich. menschen, die einen schritt nach hinten machen, weichen nicht unbedingt zurück. manchmal holen sie nur neu anlauf? die trügerische ruhe auf allen seiten und die anscheinend der hitze geschuldeten, gefühlten bewegungslosigkeit lassen schnell die verbindung zur Fata Morgana aufkommen – und damit eine hanseatische weisheit:

„glaub nur was Du siehst, und davon auch nur die hälfte!“

DurchZug „ScheinenSeien“ / foto: parcelpanic

es gibt orte in Deutschland, an denen kann man einen kleinen eindruck davon erahnen, was sich die generation von „gastarbeitern“ an erfahrungsschatz hat sammeln dürfen. das, was freund Wallraff als u.a. Kumpel „Ali Levent Sinirlioğlu“ erlebt hat. nur andersrum, quasi vor der eigenen haustür [1]. es gibt begriffe, die geeignet sind schnell auch mal eine falsche assoziation in uns zu wecken. wer das anderen unterzuschieben versucht, ist davor selbst nicht gefeit.

nanu… sehe ich da erhobene augenbraue?

keine angst – scrollen Sie mal ein wenig nach oben. rechts, die flagge. ich bin der, der den braunen jungs von der gegenseite winkt. für die unterstellung auch nur auf den hauch von „Deutsch-nationaltum“ fehlt es schlicht an substanz. ich bin nicht mal €uropäer, aber als natinalität wollte man „Mensch“ auch nciht eintragen. wenn ich mich idiologisch verirre, werde ich am ehesten in richtung Britischer Arbeiter“bewegung“ abschmieren – musikalisch also was wie OI! / Ska… aber ich sag dann bescheid  (-;

wenn ich nun davon zu schreiben begänne, es gäbe da einen „neueren“ rassismus (auch in dieser Stadt), der schon allein durch die breite masse massgeblich eher nicht als aggressor verdächtiger, quasi als tabuthema, daher schlich, … würden Sie glauben, es gebe durchaus rassismus von, als zufälligem beispiel, Türken? nicht gegen, von diesen ausgehend?

dem unwahrscheinlichen fall nachgehend, Sie würden mit „Ja“ antworten:

würden Sie das auch so sagen?

schauen wir einmal, was so neben dem eben nicht sofort durch die synapsen rasenden, sich zuerst anbietenden, zu finden ist:

Rassismusdefinition nach Albert Memmi

Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“ (Memmi, S. 103 u. 164)

Memmi weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei um einen «allgemeinen Mechanismus» handelt, er „[Der Rassismus] beschränkt sich weder auf die Biologie noch auf die Ökonomie, die Psychologie oder die Metaphysik; er ist eine vielseitig verwendbare Beschuldigung, die von allem Gebrauch macht, was sich anbietet, selbst von dem, was gar nicht greifbar ist, weil sie es je nach Bedarf erfindet“ (Memmi, S. 83)

quelle: Wikipedia [HIER]

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anmerkung: der text steht in einem leicht anderen zusammenhang, bietet aber auch eine passende erklärung hier für…

broken dreams / foto: parcelpanic

ich kann bei dem kollegen aus Köln schon die nackenhaare aufkräuseln und die fussnägel sich einrollen sehen. diesmal vielleicht sogar nicht „so“ zu unrecht… um wieder platz zur interpretation zu lassen. wobei sich daraus schon wieder ein kleinster gemeinsamer nenner der „diskurse durch die begrifflichkeit“ ergibt. und aufmerksamkeit  (-;

um auf des pudels kern zurückschliddern zu wollen: ein erlebnis aus dem ende des letzten jahrtausend dürfte ein wenig licht ins dunkle bringen, fast schon wörtlich, mehr als tausend worte bilder. wer liest soviel schon?

folgende szene:

München, zweiter tag im Depot eines servicepartners von dem grossen Katalogwarenverschieber mit den vier buchstaben als „taskforce logistik & auslieferung“ – 05 uhr irgendwas, lausig kalt, kaum drei stunden unbequemen schlaf gehabt und noch nicht gefrühstückt. das „hauspersonal“ – eine mischung aus UrururBayern und einer mischung der südlicheren an-rheiner-… äh, mom, nee – an-isar- (?) staaten und kontinenten. während ich mich also verzweifelt zu erinnern versuche, wo der kaffee hier seine quelle hat, höre ich einen mit bayrischem akzent brüllenden menschen einen kollegen stutzen:

“ [blablabla] … und wenn Du das nicht kapierst, verzieh Dich bloss, Kanake!“

es gibt wirklich wenig dinge, die mir aus einer solchen quasi fastlähmung vorm frühstück derart ungebremst die sicherungen durchbrennen lassen. (vermeindlicher) rassismus oder sei es „nur“ als beispiel, wir wären da fern der heimat und familie aufgeschlagen, um „ordnung“ in den laden zu bringen.

(in Bayern, … als „preussen“ [kunstpause] hahaha!)

also mit voller fahrt richtung lärmquelle. mir ist allerdings der kit aus der brille gefallen, als ich um die ecke bog und gegen einen knapp zwei meter typen rassel. – „joa, mei?!“ – ausm kongo, politisch möglichst korrekt gesagt: maximalpigmentiert… in die knie hat er mich aber gezwungen, als er auf meine frage antwortete, wo der kaffe steht. er bot mir an, einen mitbringen zu wollen und fragte, wie wir unseren kaffee wollten.

von mir: „ich? schwarz.“ seine antwort: „ich weiss!“

gut, mit seinem vorwurf, mein humor sei schwarz genug um baumwolle zu pflücken musste ich nach ein paar tagen beschnuppern wohl leben… (Du wirst es nicht lesen Bruder, aber Grüzi!) genauso wie mit der erkenntnis kollegen würden sich schon mal weniger sensibel ansprechen. andere länder andere sitten?

nur eine der begegnungen, die einen lehren, lieber zweimal hinzuschauen. erst recht, wenn etwas eigentlich offensichtlich ist. derart, das es schon wieder unverdächtig erscheint? vielleicht bringt uns ja „Outsourcen, bis es passt / Teil 2“ ein stück näher daran, wo sich soetwas entwickelt haben könnte…

(geplant für FR 24.08.2012 / Teil 1 [HIER])

und musik ab!  (-;

Anne Clark – „Our Darkness“  by tolismsnk via SoundCloud.com

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[1] heute muss er sich für sowas nicht mal mehr als ausländer verkleiden… wie die zeiten sich ändern:

faz.net: „Dieses Paket ist eine Bombe“ – 31.05.2012 [HIER]
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Über parcelpanic

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4 Antworten zu Mitten unter uns

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