Aus dem Off

 

ich hatte nur vergessen mich abzumelden…


… und „Danke!“ zu sagen, für die Mahnwache vom 20. bis 24. Juli.

zu behaupten, keine bedenken gehabt zu haben oder solche als mitverantwortlicher die Mahnwache zu bestreiten, wäre etwas, was anderen dann vorzuwerfen schwer fällt: unehrlich(keit). am meisten sich selbst gegenüber? die fünf tage sind ohne grössere blessuren von statten gegangen, die kleinen schnitzer dürften nur solchen aufgefallen sein, die auch öfter da waren  😉

(Ost) Rampe 30.07.2012 / foto: parcelpanic

insgesamt war es ein prägendes erlebnis. nicht nur die resonanz, vorallem auch die anteilnahme und das mitmachen/anpacken so vieler verschiedener unterstützer trotz unterschiedlichster standpunkte war schon beeindruckend. die erwartete besucherzahl dürfte trotz einer ordentlichen spur optimismus nicht gelangt haben.
besonders der 23. mit seinem lichtermeer an kerzen war … wow! nachdem der „offizielle“ teil (die medienmeute) abgefüttert schien und die sonne den leuchten das feld überliess senkte sich eine ruhe über die fläche, der auch der verkehr wenig anhaben konnte. dieses bild der im kerzenschein erleuchteten Fläche mit und um die (provisorische) Gedenkstätte hat etwas berührendes. dort zu sitzen und zu reden lässt sich in kein foto pressen, die stimmung hat vermutlich keins der bilder getroffen. ebenso wie die eindrücke vieler, die in diesem sicher nicht leichten rahmen ihre ersten schritte wieder an den ort gelenkt haben. viele haben die möglichkeit genutzt, jenseits des zauns ein paar schritte die eigentlichen Rampe hinauf zu machen, u.a. auch der videozeuge, der mit seinem erschütternden YouTubeMehrteiler zeitgeschichte schrieb. Danke…

Karl Lehr Str. – 30.07.2012 / foto: parcelpanic

der zweite jahrestag für mich einen wegpunkt markiert, der als logische konsequenz einen rückzug aus dem aktiven geschehen zum übergang zur ständigen Gedenkstätte zur folge hat. mein persönliches anliegen, eine würdige Gedenkstätte für Angehörige und Freunde von Opfern, Verletzte und / oder Traumatisierte sowie DuisBürger kann man als gesichert betrachten. die gestaltung war bei der provisorischen Gedenkstätte für mich, wenn überhaupt operativ relevant, bei der ständigen spreche ich mir jegliche einmischung ab. mein einziger ansatz liegt bei der pflegeintensität und der klärung, wer dies leistet und wer das sicherstellt, ein Mahnmal genügt. würde an der stelle am ausgang der Ostunterführung nicht private hand gelegentlich für sauberkeit sorgen (Danke, Herr Johann!), würden sich dort regelmässig hinterlassenschaften solcher finden, die am nahegelegenen discounter die restetonnen abgesucht haben und ihre beute auf den bänken am Mahnmal inspizieren. und oft genug dort verteilen. was hier aber kein thema sein sollte.

Danke den vielen helfenden hände, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre. das ganze haben viele menschen ermöglicht, die dies i.d.r. auch aus einer verbundenheit zum ort und geschehen taten, ohne die frage was man dafür erhalten würde. das waren neben prominenten wie Michael Rubinstein bei der Nacht der 1000 Lichter, der nicht erst gebeten werden musste und anpackte, menschen wie Rolf Gilles (ein anruf genügt) oder der Caterer aus überzeugung (Danke, Rolf) auch menschen wie Sie/Du & ich. … o.k., eher wie Sie/DU…
Danke für meist nette gespräche, aufmunternde worte, für schweigend miteinander ein stück zu gehen, für ideen-teilen oder einfach fürs drandenken. da ich hauptsächlich in den nachtstunden dort war, bin ich auch und ein stückweit auch vorallem den Damen mit den Thermoskannen dankbar. wie sie mit den ersten sonnenstrahlen, die sich vom absatz am häuschen die Treppe ihren weg hinunter suchten mit ihren glitzernden und funkelnden kannen im gegenlicht die rampe heraufkamen…

ich liebe diese ruhe / foto: parcelpanic

für mich sollte eigentlich mit übergabe der fläche an das Ordnungsamt/Seelsorge/Polizei am 24. gegen 13:00 Uhr das kapitel geschlossen werden. anschliessend wollte ich auf bitte zumindest den Trauermarsch vom Mahnmal in die City ein stück weit begleiten. leider haben wir zu spät wind davon bekommen, Herr Johann würde auf der Westseite am weitergehen gehindert, er habe keine legitimation… unschön, sowas, gelinde gesagt… dank Jascha R. hat er dann aber noch den Durchbruch geschafft. ich will nicht den eindruck zu erzeugen, ich hätte von dem zug mehr mitbekommen, als ich durch den sucher der LeihKnipseDeluxe gesehen habe. bei der rede des neuen OB Sören Link allerdings habe ich dann genau hingehört. gut gesprochen, dem werden hoffentlich (erwartungsgemäss) auch solche taten folgen. die latte, anfangs schon selbst hoch angelegt, ist noch mal ein stück nach oben gewandert. wenn alle probleme zu zügig angegangen werden, können wir uns schon schön für nach seiner wiederwahl neuen MillionenLeuchtTurmProjekte zum in den sand setzten planen?

vielleicht beschäftigt mich sowas zukünftig mehr. muss aber nicht. vielleicht konvertiere ich auch – oder formatiere. mich zumindest.sicher werde ich auch weiter die (noch provisorische) Gedenkstätte besuchen, was ich bereits habe. aber ich werde dort wieder gast sein. ohne den druck von verantwortung oder der überlegungen der aussenwirkung oder der „gefahr“ andere in die schusslinie zu ziehen, BI, e.V., whatever…

shadow on the wall / foto: parcelpanic

nach dem 24. habe ich anfangs freiwillig, mittlerweile aus technischen gründen pausiert. freiwillig, weil ich nach der Mahnwache, dem Marsch, der Veranstaltung und noch einem netten gespräch im MuseumsCafe völlig platt, leer und matt daheim am rechner gesessen habe und nicht einmal die bilder bearbeiten wollte. von buchstaben, die sich wie sonst eher zufällig zu wörtern und sätzen finden, ganz abgesehen. die „u“ standen den „e“ im weg, wie die „k“ den „o“ und umgekehrt. wenn die flinte in den brunnen gefallen ist, kann man der krone auch gleich noch das fass aus dem boden schlagen…oder so. wenn man sagt: „blablabla, mach ich, blabla“, sollte man zumindest … – … egal!

kennen Sie doch auch, wenn man in jüngeren jahren etwas vom „Werteverfall“ u.d.gl. hörte; dieses instinktive augenverdrehen und ohren-auf-durchzug-stellen, ob der zu erwartenden klagelieder, die allgemeinhin damit angestimmt werden. ja, ich kenne das auch. wenn man allerdings anfängt sich beim abspulen eben dieser als phrasen empfundenen feststellungen erwischt, könnte man nachdenklich werden. einer dieser hochgelobten werte dürfte „Konsequenz“ sein. auch oder besonders sich selbst gegenüber. irgendwann macht man sich mit geäusserten/angedrohten und nicht durchgesetzten folgerungen aus handlungungen unglaubwürdig. in der art „lass mal reden, macht eh nix ausser quatschen.“ oder „hunde die bellen, beissen nicht.“ etwa.

OB 8 ! / foto: parcelpanic

als vergleichendes bild der ComedianGag mit „Chantalle, de omma geht getz! … Chantalle,…. de omma is getz wech! …“ oder auch der bengel, der immer „Wolf! Wolf!“ rief, bis ihm keiner mehr glaubte. und weil in allem auch ein fünkchen wahrheit stecken könnte, kann wohl auch davon ausgehen, ständige ankündigungen dies oder jenes zu tun (oder eben zu lassen) ohne sichtbare (re-) aktion im anschluss könnte irgendwann dazu führen, die leute würden einen nicht mehr ganz ernst nehmen… hm, eigentor? vermutlich wollte ich auf irgendwetwas hinaus. vergessen Sie es, habe ich auch schon. wo ich so vor den mittlerweile paar zeilchen sitze, die da langsam von links nach rechts stetig wachsen, frag ich mich auch schon wieder, was ich da wohl geschrieben habe. aber das kann warten.

wie der Blog. er gehört zum engagement an und um die Rampe wie der prüfende blick eines Herrn Johann. sich damit zu beschäftigen war zu früh um wirklich eine linie zu ziehen. nachdem ich schon wieder mit dem gedanken gespielt habe, zumindest mal ein lebenszeichen ins zwischennetz zu entlassen, hat der gute alte Router beschlossen, ihm wäre wohl zu warm und den dienst quittiert. wieso ist da keine sicherung (F) drin? damit lieber das netzteilchen durchschmurgelt? damit nicht genug. natürlich ist auch das festnetz dadurch nicht nutzbar. genau, ich bin kein kunde (mehr) der telekomiker – ich bin auf eine jüngere reingefallen. kennen Sie, bestimmt. die mit dem kleinen schwarzen, … Alice! die war billig und ich steh nicht auf den Davis von 1 und noch ne zahl    😉
ich werde mir also die nummer von der telekomunnikationstechnischen Lady besorgen und so ein neues teil ordern. ich nehme noch wetten an, ob sie das teilchen selbst vorbeibringt… solange werde ich die internetabstinenz weiter geniessen und versuchen mehr an dem leben da draussen teilnehmen zu wollen.

*daumen-hoch* / foto: parcelpanic

das mit dem daumen hoch/runter geht da übrigens auch…

+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+

p.s.: Herr Meiser? die speicherkarte… bitte an Herrn Rodenbücher, sollte der eher getroffen werden als mich, merci!

 

Advertisements

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Duisburg, Fotos, Gedenkstätte, Internet, Kultur, Leute, update abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

41 Antworten zu Aus dem Off

  1. elisabethhoeller schreibt:

    Herr Johann, wurde nicht am durchgehen gehindert, er ist durchaus von alleine stehen geblieben nachdem ich ihm erklärt habe das gerade die Andacht der Angehörigen stattfindet, und ja er hatte keine Berechtigung als Angehöriger, darüber muß man ja wohl auch nicht streiten, er hatte lediglich eine Besucherkarte für die Gedenkfeier, wäre er aber zu einem Zeitpunkt gekommen, der vor dem Eintreffen der Angehörigen lag, hätte man positiv darüber reden können, Der Zeitpunkt war eben ungünstig, auch Herr Gerste von DMG mit der gleichen Karte wie Herr Johann und dem gleichen schlechten Zeitpunkt mußte warten. Beide hatten volles Verständnis,

    • elisabethhoeller schreibt:

      ach und Jascha hatte gar nichts damit zu tun, der war nicht mal in der Nähe. Der Tunnel ist um 18 Uhr geöffnet worden, da konnte jeder wieder durchgehen…

      • parcelpanic schreibt:

        Herr Johann hätte eine berechtigungskarte bekommen sollen, die es verhindern sollte, dass er der fläche verwiesen wird, genauso wie andere aktive der letzten 24 monate. in dem glauben ist er zwischen ende der Mahnwache um 13:00Uhr und dem beginn des Marsch 18:00Uhr kurz daheim gewesen und wäre mit dem wissen von heute am 24. eher einen anderen weg gegangen. schlechter zeitpunkt… sicher.

        p.s.: Herr Gerste? hab ich nur am bierwagen neben der bühne gesehen.
        […] Die Duisburg Marketing (DMG) hat ein Unterstützerkonto eingerichtet, um so die Finanzierung der Liebesparade auf die Beine zu stellen. DMG-Chef Uwe Gerste: „Duisburg will die Loveparade in Duisburg!” […] zitat: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/der-duisburger-loveparade-zoff-im-ueberblick-id2508604.html

        und den mit Herrn Johann vergleichen? aua

        • elisabethhoeller schreibt:

          das hätte er aber wissen müssen!!! Es stand in der Zeitung, Radio Duisburg hat es rauf und runter gedudelt, und Herrn Schales wurde mitgeteilt das die Karten nur für die Gedenkfeier sind und keine Zutrittskarten für den Tunnel, die galten nur für Verletzte und Hinterbliebene, auch das habt ihr doch gewußt, oder??? Und 17.15 Uhr ist der schlechteste Zeitpunkt aller gewesen. Ich habe Herrn Gerste als Besucher der Gedenkfeier gesehen und mehrmals im Tunnel, aber nicht am Bierstand, den hatte ich aber auch nicht der ganzen Abend im Auge, da gab es wichtigeres…..

    • parcelpanic schreibt:

      […] Herr Johann, wurde nicht am durchgehen gehindert, er ist durchaus von alleine stehen geblieben […]

      ich verlass mich auf das, was bezugspersonen dazu sagen. Herr Johann bestätigt eher meine sicht. aber

      […] da gab es wichtigeres….. […]

  2. Lothar Evers schreibt:

    Es gab Berechtigungskarten nur für Verletzte und Hinterbliebene und deren Begleitpersonen für die Zeit bis 18:00 und zwar noch mal getrennt für diese beiden Gruppen. Das war im vorigen Jahr genauso. Ebenso klar war, das nach 18:00 die Unterführung wieder auf sein würde. Man musste also zur Ostseite kommen, um frühzeitig am Mahnmal zu sein, oder im Westen warten, bis man hindurch gehen konnte.
    Und:
    die Loveparade wollten (mindestens) 90 % der Duisburger verwaltung und der komplatte Rat, and by the way:
    auch alle Teilnehmer am 24. Juli 2010.

    • parcelpanic schreibt:

      vielen dank für die aufklärung. je mehr stimmen dazu stellung nehmen, desto mehr meinungen erhält man… auch praktisch.

      apropos: was macht das neue niederschwellige projekt, in dem menschen umgesiedelt werden?

      • Lothar Evers schreibt:

        Jason es gab im Vorfeld klare Informationen für alle Beteiligten:
        am Nachmittag, des 24. Juli bis 18:00 ist der Ort der Katastrophe exclusiv zuerst für Verletzte, dann für Hinterbliebene reserviert. Die können entscheiden, ob und wen sie individuell mitnehmen wollen.
        Meiner Meinung nach, ist von diesen beiden Gruppen niemand in irgend einer Weise beeinträchtigt worden. Nach allem was ich höre, war das auch für Jede(n) nicht unmittelbar Betroffenen klar und akzeptabel.

        Und:
        überleg Dir noch mal, in welchen Kontext Du Menschen stellst, denen Du Beteiligung an „Umsiedlungsprojekten“ unterstellst…
        In beiden Fällen „Johann“ und „Umsiedlung“ das alte doch längst überwundene Muster:
        der andere „böse“, selbst „ohne Fehl und Tadel“…
        Da wähnte ich uns weiter…

  3. Thomas schreibt:

    Nun, wenn die Angehörigen und Opfer den Mann, der seit 24 Monaten tagein tagaus, bei Schnee, Sturm, Gewitter, Hagel oder Temperaturen jenseits der 30 Grad, den Unglücksort gefegt, gepflegt und aufgeräumt hat und damit vor allem das Andenken der 21 Toten aufrecht erhalten hat, nicht dabei haben wollen, dann ist das so und eben auch mehr als bedauerlich.

    • parcelpanic schreibt:

      Thomas?
      ich würde ähnlich verfahren, einfach mal andere machen lassen. können die aber nicht, hatten sie doch das Mahnmal als vorlauf. kümmert sich ausser Herrn Johann auch keiner drum…
      und bis zum dritten Jahrestag ist an der Rampe eh alles neu. und vielleicht auch ein neuer dummer gefunden…

    • Lothar Evers schreibt:

      Das hat mit „dabei haben wollen“ wenig zu tun.
      Jeder(r) der, die ein Betroffener dabei haben wollte, hat eine Eingangskarte bekommen. Kann es nicht einfach sein, dass „Herr“ Johann nach seinem Besuch zu Hause auf der falschen Seite der Unterführung gelandet war, und es ein Riesenumweg war, auf die Ostseite zu kommen?
      Das ist blöd. Ging aber einigen so.
      Und alle -inclusive dem Erwähnten- hatten Verständnis für die Sperrung exclusiv für Betroffene bis 18:00 Uhr.

      • parcelpanic schreibt:

        klingt, als wüsste der mann nicht mehr wo er täglich mehrfach hingeht.

        formulieren wir anders: wenn der mann die energie gehabt hätte und nach dem ende der mahnwache geblieben wäre… und dann? mit dem ausweis wedeln? mit leuten diskutieren, die einmal im jahr da rum stehen?

        • Lothar Evers schreibt:

          Glaub uns einfach, dass da vor Ort ein ruhiger, sensibler Umgang miteinader funktioniert hat. Ganz anders als hier, eine Woche später.
          Findest Du es denn falsch, diesen Ort in diesen Stunden zu reservieren?

          • parcelpanic schreibt:

            ich überlege derzeit ob chronologisch oder alphabetisch antworten soll.

            hier ist auch nicht die Rampe? dann kriegen die leute aber wenigstens die zähne auseinander. was besser funktioniert? mag jeder für sich beurteilen

            • Lothar Evers schreibt:

              ich fände es durchaus gut, sich mit ein zwei Monaten Abstand zusammen zu setzen, und zu überlegen, was gut und was schlecht gelaufen ist. Bei „Loveparade Selbsthilfe“ machen wir das längst, aber bezogen auf unsere eigene Organisation.
              Stichwort „Splitter und Balken.
              z. B. waren vor Beginn der Veranstaltung noch viele Sitzplätze unbelegt. Auch von der Mannschaft, die sich mit Karten hatte ausstatten lassen, dann aber verlautete, richtig gedenken könne man nur am historischen Ort.
              Das war nun der miesete Eindruck:
              Karten für Aktivisten, die boykottieren, und die Duisburger Bevölkerung auf Stehplatz drumrum. Deshalb, haben wir kurz vor beginn auch ohne Karten Leute auf die Sitzplätze gelassen. Was nach dem Sicherheitskonzept keineswegs unproblematisch ist.
              Das dann zu spät kommende keinen reservierten Sitzplatz mehr vorfinden, beschreibt Simone zu recht. Das würden, wir beim nächsten Mal sicher anders machen.

            • parcelpanic schreibt:

              viel glück

  4. Geli schreibt:

    Um das mal in aller Klarheit zu formulieren:
    auch die Fördermitglieder und Beiräte unseres Vereins hatten keine Karte, die ihnen erlaubt hätte, zum Unglückszeitpunkt den Tunnel zu betreten und die Verletzen und Traumatisierten hatten ebenso auf die Angehörigen Rücksicht zu nehmen, wie bereits im letzten Jahr.
    Dirk ist zudem informiert worden, dass diese Karten eben NICHT dazu geeignet sind, zu den nicht-öffentlichen Sperrzeiten den Tunnel zu betreten.
    Wer dann noch glaubt, ausgerechnet um 17.15 Uhr – eine sensibelere Zeit ging wohl nicht – durch den Tunnel zu wollen, dem kann echt nicht mehr zu helfen sein. Da hatte ich mir ganz besonders von den Aktivisten, die sich seit 24 Monaten mit dem Unglück beschäftigen, ein bisschen mehr Feingefühl erwartet!

    • Simone Semmel schreibt:

      Liest sich dann am Anfang des Monats unter Eurem Post „Einladung zum 2. Jahrestag des Loveparade-Unglücks“ auf unserer FB-Seite noch so:

      […] Es liegt vielen Mitgliedern des Vereins sehr daran, dass Dirk, Anita, Jason und Herr Johann an der Feier teilnehmen. Das hat nichts mit „Duldung“ zu tun; jeder ist sich dessen bewusst, was sie an der Rampe leisten und ist dankbar für ihren Einsatz. „Ausweispflichtig“ ist die Veranstaltung in keinster Weise. Jeder, der möchte, kann die Rampe aufsuchen. Nur eben nicht zwischen 16:00 und 18:00 Uhr. Und natürlich kann auch jeder, der möchte, die Gedenkfeier in Duisburg besuchen. Nur können wir leider nicht so viele Sitzplätze zur Verfügung stellen, so dass die meisten Besucher sich mit Stehplätzen begnügen müssen.

      Was nicht heißt, dass man das Thema durchaus auch sensibler gestalten kann. Oder wie war das mit der Dame, die aufgrund Verletzung zu spät aus dem Hotel kam, darum keinen Sitzplatz ergattert hatte und wieder nach Hause gehen sollte?

      LG Simone

      • Lothar Evers schreibt:

        Wo ist der Widerspruch?
        Der hjstorische Ort der Katastrophe zwischen 16:00 und 18:00 Uhr reserviert für Betroffene und individuelle von diesen ausgewählte BegleiterInnen.
        Nicht für eine Gedenkfeier.
        Individuell trauernd und gedenkend.
        Anschliessend auf dem Opernplatz die öffentliche Gedenkfeier. Mit knapp 400 Sitzplätzen für die man eine Eintrittskarte brauchte und einem weiten Areal auch mit Sitzplätzen auf den Wiesen.
        Eine Impression von Stimmung, Platz und Teilnehmern gibt das Video von Wilfried Krüssmann, das bei mir allerdings im Ton „stolpert“…

    • parcelpanic schreibt:

      mit der selben klaren antwort: Fördermitglieder und Beiräte sind für mich auf der augenhöhe eines Herrn Gerste… auch was den vergleich angeht. feingefühl? so wie die „selektion“ der mitglieder in eurem „verein“ etwa? dann versteh ich das, ok…
      allein die reaktion auf die „kritik“ spricht schon bände, keine weiteren fragen, danke…

      p.s.: gut das Frau Gelli nicht für sich oder MassenLopa-wie-auch-immer spricht, sondern fast ausschliesslich für Hinterbliebene, sonst hätte ich fast widersprochen. hat Simone aber schon, danke dafür.

      • Lothar Evers schreibt:

        Da ist ein weiteres -noch hässlicheres- Wort in Deinem Kommentar, das perfekt in den Kontext von „niederschwelliges Projekt zur Umsiedlung“ passt:
        „Selektion“.

        Du weist genau in welchen Kontext Du uns damit stellst.
        Der Vergleich ist inhaltlich völlig daneben und einfach nur:
        agressiv…

        • parcelpanic schreibt:

          ja, „böse“ worte.
          für mich wie die unterstellungen solcher, die erst einmal auf so krummes gedankengut (ups?) kommen müssen…

          wer „wir/uns“ ist gemeint bei:
          […] Du weist genau in welchen Kontext Du uns damit stellst. […]
          ?

          es tut mir nicht leid, mit der last eines nachfahren eines ureinwohners dieser unserer aller heimat behaftet zu sein. ich muss mich schon immer bremsen nicht in arroganter siegerpose zu drapieren, da kommt es schon mal vor, wenn man seinen vermeintlich verbündeten nicht in jeder seiner kulturbedingten dünnhäutigkeit voll unterstützt. sorry…

          aber um sich an kultur zu reiben:
          das soll mal einer hier versuchen?

          • Lothar Evers schreibt:

            „Wir/uns“:
            die Menschen die an dem was Du „Umsiedlung“ nennst beteiligt waren/ sind.

            Und gerade weil Du mit der deutschen Sprache sorgältig und oft genug brilliant umgehst, rutscht Dir -glaube ich- ein Wort wie „Umsiedlung“ nicht so einfach heraus, ohne dass vorher eine „agressive Aufladung“ stattgefunden hat. Dazu gibt es zu viele andere Worte, meistens Verben, um ein echte Interesse Deinerseits an dem was geschieht, auszudrücken.

            Echtes Interesse vorausgesetzt, korrespondieren wir besser per email oder Telefon.

            Die emotionale Aufladung spüre -ich jedenfalls- auch angesichts Deiner Wortschöpfung „MassenLopa-wie-auch-immer“.
            Es ist offensichtlich wie da das alte „Massenpaniker“ im Hintergrund lauert. Nun heisst der Verein nicht mehr so und zahlreiche Hinterbliebene haben sich ihm angeschlossen.
            So bleibt das (Schimpf)wort auf halber Strecke transformiert stecken.

  5. Pingback: AtaSe.de-Blog Visions

  6. Jürgen Hagemann schreibt:

    1. Gedenken am Unglücksort
    Der Tunnel an der Karl – Lehr – Straße wird ab 14.00 Uhr für den Verkehr gesperrt.
    Bis 15.45 Uhr wird es für den interessierten Bürger möglich sein, den Unglückort aufzusuchen; danach bleibt der Ort bis zur Aufhebung der Verkehrssperrung den Hinterbliebenen
    und Verletzten vorbehalten.

    Das ist tagelang in den Medien rauf und runter gedudelt worden, wurde in Zeitungen veröffentlicht, war an den üblichen Stellen im Internet zu finden. Das hat nicht im geringsten mit irgendwelchen Vereinszugehörigkeiten etwas zu tun gehabt, sondern einzig und allein mit dem Wunsch der o.g. Gruppen, unter sich und ungestört zu diesem Zeitpunkt zu gedenken. Manche haben Begleitpersonen mitgenommen.

    Dieses kurze Zeitfenster, welches Angehörige und Verletzte für sich hatten, wurde breit akzeptiert und verstanden. Erstaunlich, dass gerade aus Kreisen von Aktivisten dies nicht akzeptiert wird und eigene Begehrlichkeiten vorangestellt werden.

    • Lothar Evers schreibt:

      und dieses in einer extrem agressiven Form…

      Wenn es mehr an unserer Verantwortung für den 24. Juli nicht zu kritisieren gibt ist es mir schon viel zu perfekt.

      Ich hätte da auch noch was zum Thema „Sponsoring“ am Vorabend:
      „Colour your home…“
      Haben die Sponsoren darauf bestanden, oder passte das farblich und inhaltlich so gut?

      • parcelpanic schreibt:

        vergessen wurde, das ein Fahrzeug eines XtraNews-Mitarbeiters nicht wunschgemäss für die vorstellungen einer perfekten inszenierung des mitgereisten eigenen pressetross (?) entfernt werden konnte.

        und schräge fotos? ist mein fach…

        • Lothar Evers schreibt:

          Bei wem ist ein Pressetross mitgereist?
          Wir haben die ganzen Tage nicht mal jemand für Pressekontakte abgestellt, keine Phototermine oder ähnliches angeboten. Unsere Pressearbeit haben wir auf das Wochenende vor dem Jahrestag konzentriert.
          Es zeigt doch nur eins:
          irgendein Kreis von Aktivisten, der Mahnwache ist damit befasst, die Arbeit von „Loveparade Selbsthilfe“ hier anzupopeln.
          Das ist unnötig, es sei denn, man hat es nötig…

          • parcelpanic schreibt:

            […] irgendein Kreis von Aktivisten, der Mahnwache ist damit befasst, die Arbeit von “Loveparade Selbsthilfe” hier anzupopeln.
            Das ist unnötig, es sei denn, man hat es nötig… […]

            so, nun mal in den kommentaren nach oben scrollen.
            wer hat angefangen?
            … na?

            aber wenn man es nötig hat – eben!

            • elisabethhoeller schreibt:

              angefangen hat der, der es in seinem Beitrag nicht lassen konnte nachzutreten, wo es nichts nachzutreten gab. Noch mal Fakt ist Herr Johann war zur falschen Zeit am falschen Ort, ich habe es ihm freundlich erklärt, er hat die Hände gehoben und gesagt um Gottes willen da habe ich Verständnis für, (sollte er es Euch anders erzählt haben, dann frage ich mich was er damit bezwecken will). Und hier diskutiert der Verfasser des Artikels nur um des Rechthabens willens, das ist albern und macht keinen Sinn…..

            • parcelpanic schreibt:

              … sagt die, die die lawine losgetreten hat…

              tut mir leid, wenn ich kommentare (wie den alleresten) mit unrichtigem inhalt so nicht stehen lasse?

            • Lothar Evers schreibt:

              Schau noch mal auf Deine Worte:
              „leider haben wir zu spät wind davon bekommen, Herr Johann würde auf der Westseite am weitergehen gehindert, er habe keine legitimation… unschön, sowas, gelinde gesagt… dank Jascha R. hat er dann aber noch den Durchbruch geschafft.“

              Diese Worte haben etwas verschwörerisches (Wind bekommen…)
              und
              militärisches „am weitergehen hindern…“ / „Durchbruch schaffen…“

              Auf Deinen Bericht vom „Hörensagen“ hat die Elisabeth, die Person, die in der realen Interaktion mit „Herrn“ Johann war, ihre Wahrnehmung und deren Hintergründe geschildert.

              Nun wäre es in der Tat spannend, zu erfahren, ob Johann verärgert war oder ist, ob Dirk ihn über die Sperrung des Tunnels korrekt informiert hatte oder nicht. All das erfahren wir nicht.
              Stattdessen unterstellst Du uns „Umsiedlung und Selektion“…

            • parcelpanic schreibt:

              vielleicht solltest Du weniger zwischen den zeilen lesen und nicht mehr hineininterpretieren, als da steht?
              und der versuch, mit einzelnen worten eine verbindung zu einer epoche zu ziehen, die mich in eine ecke mit den dumm-doofen rechten rückt… das hab ich von Dir auch schon besser gesehen.

            • Lothar Evers schreibt:

              Vielleicht wäre es in dem Fall aber auch gut, Du erklärst, was diese Wortwahl sollte.
              Ob Du von der Agression nichts bemerkst?

              Oder um was es im Kern geht?
              Sonst bleibt die Agression so unverbunden mit den Fakten.
              Sowohl die „Johannsche Tunnelsperre“, als auch mein „Umsiedlungsprojekt“ wirken auf mich wie Vehikel, um eine unabhängig davon existierende Wut/Agression zu schleudern.
              Und diesem Grundsätzlichen würde ich gerne auf die Spur kommen, weil es das zu klären gilt…

              Und nicht Du wirst in die Nähe „eine(r) ecke mit den dumm-doofen rechten (ge)rückt“.
              Du verteilst an mich/ uns Etiketten, wie „umsiedeln“ und „selektieren“, mit denen man eine eher rechte faschistoide Ideologie kennzeichnet…

    • parcelpanic schreibt:

      das alte lied…
      […] Erstaunlich, dass gerade aus Kreisen von Aktivisten dies nicht akzeptiert wird und eigene Begehrlichkeiten vorangestellt werden. […]

      niemand stellt hier seine eigenen „Begehrlichkeiten“ voran. das unterscheidet z.b. von „Vereinen“. wenn, wurde mit einer randnote etwas angerissen. die mutation von der mücke zum rüsseltier kommt einer ganz anderen richtung?

  7. Simone Semmel schreibt:

    Kleiner Film-Tipp an die Kritiker, die Verben wie “umsiedeln” und “selektieren” schon fast zwanghaft als Etiketten einer eher faschistoiden Ideologie kennzeichnen:

    .::SIEHE:
    » deutsch Film: Defamation – Antisemitismus heute
    http://www.atase.de/blog/netzwelt/sehen-netzwelt/film-defamation-antisemitismus-heute/

    • parcelpanic schreibt:

      ah… da isse ja. Danke, Simone.

      wenn man auf jede minderheit und ihre befindlichkeiten rücksicht nehmen muss und auch jedes wort meidet, welches in der menschengeschichte schon mal negativ behaftet war nicht mehr nutzen dürfte… was bleibt da noch?

      wenn Du/Lothar jemanden zu einem besseren menschen machen willst, Du bist praktisch an der quelle. bei mir bringt das absolut nichts, nopes… ich kann Dir die agrros, die Du siehst, aber ich nicht als solche aussende/empfinde schlichtweg nicht erklären. aber der versuch ehrt Dich, Danke Lothar!

      • Lothar Evers schreibt:

        Menschen zu bessern liegt mir so wenig wie sie umzusiedeln. Mir sind worte aufgefallen, weil ich glaube dass ein sorgfältiger Umgang mit Sprache zu Verständigung oder Missverständnissen führt.
        Du und auch Simone habe ja zu den Umständen dessen was Du als Umsiedlung bezeichnet hast, nichts mehr geschrieben.

        Für mich ist umsiedeln, im Gegensatz zu verreisen und Siedeln, nicht denkbar, ohne dass eine Gruppe oder Person, die Interesses und Macht besitzt eine andere zwingt, sich räumlich zu verändern.
        Um siedeln geht nur wenn der/die Umgesiedelte zum Objekt gemacht wird.
        Mir ist einfach völlig unklar, ob Du
        wirklich ein nachfrageendes Interesse hattest,
        Du etwas Kritisieren wolltest,
        oder was diese polemische Frage sollte?

        Offensichtlich willst Du aber dazu nicht wirklich in einen Dialog treten…

  8. Simone Semmel schreibt:

    >> Menschen zu bessern liegt mir so wenig wie sie umzusiedeln.
    Sondern?

    >> Du und auch Simone habe ja zu den Umständen dessen was Du als Umsiedlung bezeichnet hast, nichts mehr geschrieben.

    Für meinen Teil logisch, weil ich nicht mal wusste, auf was der Verfasser konkret abzielt. Wüste Spekulation überlasse ich stets anderen. Nur wenn du, Lothar, differenzierst zwischen ‚umsiedeln‘ und ‚verreisen‘, dann wird mir klar, welches nicht umgesiedelte Objekt sich wie als verreistes Subjekt seinem gastgebenden Chef de Cuisine gegenüber äußert: „Das doch nicht. Schmeiß‘ mal das andere in den Topf rein. Die Scheiße kann’ste doch nicht fressen!…“
    Bei der Fantasie so mancher Zeitgenossen, die aus der Mahnwache „Die Nacht der langen Messer“ konstruieren, könnte aus einer Reise ins Idyll durchaus das geheime Treffen im konspirativ genutzten Wochenendhaus werden. Sich an der sarkastischen Bezeichnung „umsiedlung“ in hoffentlich doch noch enden wollenden Kommentaren hochzuziehen, ist dagegen doch ein Witz, oder? Zumindest lachen viele drüber. Ich kann das verstehen.

    🙂
    LG Simone

    • Lothar Evers schreibt:

      Simone,
      zwischen uns beiden gibt es schon lange keinen Dialog mehr.
      Das hat gute Gründe, die ich nach Deinem Filmtip zum Thema „Antisemitismus“ noch besser verstehe.

      Die europäischen Juden wurden von Deutschland nicht umgesiedelt.
      Das erzählten sich lediglich die (früheren) Nachbarn.
      Ohne sich zu wundern warum nie eine Postkarte kam.
      Die europäischen Juden wurden ermordet.

      Umsiedlungen, finden in aktuell in vielen Regionen statt.
      Meist von den Besitzern der Macht gegen Machtlose im Zusammenhang eines „Gedankens der Reinheit und Einheitlichkeit als „ethnische Säuberung.

      Meinen Versuch einen Dialog zu starten, zielte auf Jason.
      Dass er sich offensichtlich nicht verdeutlichen will, finde ich immer noch bedauerlich.

  9. Simone Semmel schreibt:

    >>zwischen uns beiden gibt es schon lange keinen Dialog mehr.
    Um das zu erklären, brauche ich keinen Film-Tipp, da lese ich mir dann nur deine Sprüche an Jason durch, Lothar:
    Du verteilst an mich/ uns Etiketten, wie “umsiedeln” und “selektieren”, mit denen man eine eher rechte faschistoide Ideologie kennzeichnet…

    Der Film zeigt lediglich, wer „heute“ warum den Einsatz bestimmter Begriffe bewusst in eine noch bestimmtere Ecke drängt. Deine Äußerung dazu zeigt mir lediglich, dass es leichter ist, jemandem eine rechte faschistoide Ideologie kennzeichnende Terminologie zu unterstellen, als sich mit selbst aufgestellten Behauptung zu befassen. Das ist doch die Frage, die sich dem Leser unweigerlich aufdrängt: Was bringt dir so eine Unterstellung an der Stelle?

hinterlasse einen kommentar...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s