time to say good bye

mehr als 23 monate sind ins land gegangen, nachrichten voller optimismus wurden abgelöst von niederschmetterndem.

plötzlich soll es ganz schnell gehen?

das, was „wir“ die provisorische Gedenkstätte nennen und in kürze seine endgültige form finden wird, befindet sich von jeher im wandel. geprägt von gaben Hinterbliebener und Besucher finden sich stücke, die personen oder gruppen dem ort im andenken an ein oder mehrere Opfer überlassen haben. das bild, vielfach und weit verbreitet, wird spätestens mit dem beginn der (ständigen) Gedenkstätte ein ende finden.

my tube / foto: parcelpanic

es mag hart klingen, für menschen, die die fläche begleiten noch härter zu sehen: damit das, was Baustellen Kurt mit den vertretern der Angehörigen und Betroffenen vereinbart einmal realität werden kann, wird die heutige fläche dem erdboden gleichgemacht werden müssen. klingt logisch, muss man sich aber auch bewusst machen…

die wünsche, wie diese nun sogar grosszügig bemessene fläche zu gestalten sei, dürften in der anzahl der vorstellungen noch die qm-zahl übertreffen. neben einem festen budget steht dem eine weitere grosse anforderung entgegen. ein täglicher pflegeaufwand wie der bisherige wird nicht aufrecht erhalten werden können, auf der sechsfachen fläche erst recht nicht? das Mahnmal am östlichen ende der unterführungsanlage beweist eindrucksvoll, wie etwas nicht „optimal“ funktioniert.

Meiderich & Mond / foto: parcelpanic

es geht nicht um die wertigkeit von Mahnmal und Gedenkstätte. diese ungeliebte kunstwerk kann aber lehrstück für eine bessere umsetzung sein. wer auch immer sich für die pflege dieses kunstwerkes verantwortlich zeichnet, möge sich in grund und boden schämen, auch und erst recht, wenn die pflege „fremdvergeben“ wurde… so etwas sollte am ort der zukünftigen ständigen Gedenkstätte im vorfeld vermieden werden. die „pflegeleichtigkeit“ sollte sicher nicht der gestalterische fokus sein, er sollte nur besonders bei dem umfang nicht ganz vergessen werden, will man langfristig etwas schaffen…

ich habe mir schon für mich (mir selbst) die frage gestellt, wo ich hingehe, solange an der rampe die bagger rollen. richtig: in der zeit erfährt das ungeliebte Mahnmal etwas mehr aufmerksamkeit…

einen schönen Sonntag…

¨…¨…¨…¨…¨…¨…¨…¨…¨…¨…¨

p.s.: ich gebe mir die blösse. neben schweiss hat der ort auch tränen gekostet. manche der erleichterung, andere aus schierer wut, verzweifelung. mit dem ort bin ich seit 2005 vertraut, die hallen und nebengebäude waren einmal eine art spielplatz. am 16.07.2009 habe ich für die person, die uns heute als Anita bekannt ist, eines meiner ersten YouTubeTrashVideos hochgeladen, „forgotten places – Alter Güterbahnhof“.

das ist bald alles geschichte!?

 

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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9 Antworten zu time to say good bye

  1. Lothar Evers schreibt:

    Zwei Anmerkungen zu Photos/Video:
    Es zeigt, hervervorragend:
    die Loveparade Macher haben selber massiv in die Topographie des Geländes eingegriffen. insbesondere die Rückeroberung durch die Natur beschränkt.
    Vandalismus dort gibt es nicht erst seit die Rampe als Ort des Gedenkens genutzt wird.

    Insofern wird am Ort der Katastrophe meiner Meinung nach -jedenfalls was die bisherigen Gestaltungsvorschläge aller Beteiligten wenig „dem Erdboden gleich gemacht“ sondern viel in der gestalteten Form zum zeitpunkt der Loveparade erhalten und in ein gestaltetes Umfeld eingebettet.

    Aus der angekündigten Bereitschaft von Kurt Krieger diesen Ort in der Gestaltung zeitlich zügig fertig zu stellen, schliesse ich, dass dort auch wenig „Bagger rollen“ werden. Es gab ja lange die Befürchtung, die Rampe werde zum Hauptzufahrtsweg der Baustelle werden. Das scheint mir erledigt. Es muss allerdings eingrosses Brückenbauwerk über der Karl Lehr Strasse errichtet werden, um die vorhandene <<<<<überführung zu verlängern.

    Zur Pflege:
    vielleicht ist da tatsächlich Platz für eine organisierte Form der auch jetzt dort arbeitenden Aktivisten. Dies müssten dazu die Konkrteisierung der Gestaltung wie sie sich jetzt zwischen der Selbstorganisation der Hinterbliebenen und Traumatisierten, der Stadt und dem Investor konkretisieren wird, akzeptieren, auf eigenen Geastaltung verzichten und sich auf Pflege und (nötigenfalls) Bewachung beschränken. Aber: warum nicht…

    • parcelpanic schreibt:

      eigentlich könnten die aktivisten doch auch den umbau machen. nach Deinen plänen und aus ihren mitteln?

      nichts für ungut…

      • Lothar Evers schreibt:

        Bauen können die glaube ich nicht. Pflegen schon.
        Bin selber in Sachen Gestaltung ohne jede Expertise oder Leidenschaft.
        Ich finde Wettbewerbe mit Gestaltern, die sowas schon öfter gestaltet haben das sympathischste. Habe aber den Eindruck, dass viele Menschen lieber nach eigenen Vorstellungen gestalten.

        War eine spontane Idee für ein dauerhaftes Engagement auch nach der (Um)gestaltung.. Wenn da niemand Lust drauf hat:
        „nichts für ungut…“

        • parcelpanic schreibt:

          was wir glauben, was andere können ist relativ unerheblich. es hätte wohl auch niemand geglaubt, nach der vermeindlichen auflösung und dem abgang eines vereins würde ein anderer sich dort weiter ebenso untätig verhalten. presse können die anderen aber schon…

          das engagement werden „die Pfleger/innen“ auch so finden, da bin ich zuversichtlich.
          genauso, wie sich „anderen“ das wieder auf die fahne schreiben werden. aber darüber streiten? müssig.

          lust ist überhaupt nicht die frage. wenn es danach ginge, gäbe es ein homogenes stillhalten, bis heute und zumindest in Duisburg… es mag sein, wirkliche MetroPoleRe städte wie Hamburg und Köln wären noch am ball. aber eher auch nicht, wem wollte man seine guten ratschläge geben???

          wenn es um die „gestaltung“ geht: es ist mir relativ einerlei. ich würde mir wünschen, die Treppe und den Turm erhalten zu können, wunschdenken. die restliche fläche würde ich minimalistisch gestalten, pflegeleicht. tue ich aber ebensowenig wie bisher…

          p.s.: wenn wir unter uns wären, würde ich anbieten sich das „nichts für ungut“ an einer stelle zu verwahren, an der die sonne nicht so oft scheint.

  2. Simone Semmel schreibt:

    Wo Konsens drauf steht, kann durchaus Nonsens drin sein. Ich glaube nicht, dass man mit Begriffen wie „verzichten und beschränken“ einen Menschen, der sich über knapp zwei Jahre hinweg freiwillig auf eigene Kosten mit einer Sache beschäftigt und für sie eingesetzt hat, dazu bewegt, sich mit der Sache über den zweiten Jahrestag hinaus auseinandersetzen. Der bevorzugt und genießt vielleicht doch lieber seine persönliche Freiheit, etwas nicht tun zu müssen. In dem Sinne wirklich: Warum nicht… Das Gute daran ist doch, dass es trotzdem noch Menschen gibt, die zum Konsens bereit sind.

    • parcelpanic schreibt:

      ich kann da nur für mich sprechen. mit dem ersten spatenstich der ständigen Gedenkstätte schliesst sich ein kapitel und ein neues öffnet sich. ziel war es, die fläche zu begleiten und sich dafür einzusetzen, sie zu erhalten. sieht so aus, als wäre das geschafft worden, von wem auch immer.

      es sind nun die an der reihe und gefragt, die die mittel haben. da gehen wir konform.

  3. Jürgen Rohn schreibt:

    Die Pflege des Geländes wird Krieger wahrscheinlich bezahlen und in Auftrag geben. Der kann sich nicht erlauben, dass auf seinem Grundstück etwas abhängig ist von der Beliebigkeit eines guten Willens. Der macht nichts, was nicht planbar ist. Abgesehen einmal davon: Das Menschen etwas tun, ist nicht a priori schon gut. Unabhängig von der Umsetzung muss man immer fragen, was veranlasst Menschen zu ihren Handlungen?

    Die NPD betreibt zum Beispiel gerne Stadtteilarbeit, um Legitimation, Kompetenz und Zugang zu Menschen zu bekommen. Die tun was, wird dann gesagt. Aus welchen Gründen, muss nicht beantwortet werden. Der unkritische Umgang mit Wohltätern kann ins Auge gehen. Es müssen nicht gleich Rechtsextreme drunter sein, Selbstdarsteller reichen auch schon.

    • parcelpanic schreibt:

      zur pflege:
      22.06.2010 – RP – „Möbelhaus im Park“
      […] Sowohl die Anlage wie auch die Pflege würde Krieger finanzieren. […]
      quelle: http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/duisburg/nachrichten/moebelhaus-im-park-1.1080153

      es geht um die schaffung und pflege der parklandschaft zwischen möbelbuden und den büroflächen.

      bei der bürgerbeteiligung hat er sich ganz ähnlich zu dem park geäussert. eine einleuchtende erklärung von ihm dazu: „dann weiss ich, dass es vernünftig wird.“ was er dabei nicht sagt ist eigentlich das interessante.

      wenn das jemand anderes stemmen sollte, müsste das schon ein verein machen. nur welcher?

  4. Jürgen Rohn schreibt:

    Der Drops ist gelutscht. Nach dem 2. Jahrestag werden die Aktivitäten um die ”Provisorische Gedenkstätte” verflachen. Einige werden sich noch kümmern. Für mich war und ist die Rampe, so wie sie jetzt ist, der Grund gewesen, dort hinzufahren, Aufnahmen zu machen, Menschen zu treffen. Sie erinnert an das Unfassbare. Wenn der Ort neu gestaltet wird, ob durch die ehrgeizigen Pläne von Mogendorf, der dafür eitel internationale Beachtung haben möchte, oder ob durch Krieger selbst, so ist dieser Ort für mich verfremdet und hat nichts oder zu wenig mit dem Ursprung zu tun. Ich werde da nie mehr hingehen.

    Die ganzen Nickeligkeiten, die sich während der Zeiten der Nevers – und erst recht danach – ergaben, haben mich fertiggemacht. Eitelkeit, Wichtigtuerei, Intrigen, etc.pp. – ich habe die Schnauze voll. Da kräht eine Frau gestern auf ihrer PIN ihre Betroffenheit über das Meldegesetz und verletztem Datenschutz. Die gleiche Person veröffentlichte zuvor eine Liste von Menschen, die sich für die ”Provisorische Gedenkstätte” einsetzten in Verbindung personenbezogener Daten. Statt sich zu entschuldigen, macht sie noch auf Empörung und labert dann gestern was von ”Vergaloppieren”. Dabei meint sie aber nicht sich selbst sondern ihre Kritiker. Sie kann getrost sich die Haare blond färben, damit man schon äußerlich erkennt, wie gefährlich dumm sie ist. Nächstens warne ich solche Menschen nicht mehr vor juristischen Folgen, ich lasse sie auflaufen.

    Mir passt es nicht, das Menschen, die mit Duisburg nichts am Hut haben, die von der Lopa nicht betroffen waren, seit 2 Jahren ihre Fäden ziehen und willige Deppen finden, die nach ihrer Pfeife tanzen. Ich stehe für eine offene Diskussionskultur, wo alles auf den Tisch kommt und nicht auf Aktionen weniger, die in Hinterzimmern meinen, andere Menschen fernsteuern zu können über ”Briefing”. Haben die Betreffenden in Duisburg keinen eigenen Kopf und sind auf geistigen Vorverdautem angewiesen? Offene Arbeitsgruppen ohne Vorturner sehen anders aus.
    Ich hasse Tricksereien, Unaufrichtigkeiten. Wer auf so einen Scheiß steht, kann ja einen Zirkel gründen wie Skull & Bones und versuchen, mit Weisheiten die Welt zu beglücken.

    Der Ort der Trauer und des Gedenkens sollte ein stiller Ort werden. Kein Platz für Eitelkeiten, kein Rampenlicht für nationale oder internationale Beachtung. Einfach ein Ort, wo die, die es angeht, sich in Ruhe mit ihrem Schicksal auseinandersetzen können.

    Die ganzen Verstörten, Verhuschten, psychisch Auffälligen, die Sonntagsredner und Berufsempörten setzen sich hoffentlich ab als Bodensatz einer trüben Brühe.

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