Danke, Sören!

was sich gestern im Duisburger Rathaus abspielte, kann man getrost als ein kapitel der geschichte bezeichnen. und der anfang eines neuen…

mein persönlicher und tief empfundener Dank gilt auch und besonders Herrn Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg.

Durchbruch / foto: parcelpanic

es ist kein sieg, aber die zukünftig ehemalige (provisorische) Gedenkstätte mit allen, die sie eingefordert haben und, woran viele nicht mehr glauben konnten, der just vereidigte Oberbürgermeister der Stadt Duisburg aber erfahren mit diesem Tag ein stück verbundenheit, an der es seit über 23 monaten mangelte.

dieser lange, steinige weg vom aufstellen der ersten kerzen nach dem 24.07.2010 bis zum beschluss des Duisburger Rates am 04.07.2010 ist eine reise durch die abgründe einer gesellschaft. er ist gespickt mit geschichten, die von ereignissen erzählen, die zeigen, was ein solches ereignis und sein umgang damit aus menschen machen kann. dieser pfad durch die wirrungen hinterlässt viele, die unterwegs verloren gingen und nicht weniger, die nicht ohne schaden diese reise beenden werden. diese etappe auf dem weg zu einer würdigen Gedenkstätte muss schon als schlacht bezeichnet werden. das geflügelte wort der tiefen gräben, aus denen viele dieser kleinen und grossen kämpfe geführt wurden kommt nicht von ungefähr und wird diese gesellschaft noch lange beschäftigen. von gewinnern und verlierern zu sprechen, wird der sache nicht gerecht. zu gewinnen gibt es nichts.

aufwärmen zum abnicken / foto: parcelpanic

es ist lange noch kein abschluss, kein ziel erreicht. es wurde, was nicht hoch genug bewertet werden kann, ein wegpunkt erreicht, der es nun auch erlaubt, irgendwann seinen frieden zu machen. den angehörigen und betroffenen dieses in weiten teilen unwürdigen gezerre um etwas, dass in unserer kultur und gesellschaft auch ein zeichen des respekt gegenüber diesen menschen und dem ereignis darstellt wird nun zuteil, was jede minute, jedes wort, jede tat, jeden tropfen schweiss und vielleicht auch einen teil der zerwürfnisse „wert“ ist: eine würdige Gedenkstätte an dem ort, der aus dieser Stadt ein schlachtfeld hat werden lassen.

dieser tag hinterlässt viele nicht nur mit dem gefühl tiefer dankbarkeit. er ruft auch auf, inne zu halten, seinen eigenen weg zu überdenken und sich neu zu positionieren. er fragt uns auch, warum das alles erst passieren musste, damit geschehen kann, was längst fällig war und ob wir es wieder zulassen werden.

dieser Neuanfang, von dem immer gesprochen wird, beginnt nicht nur bei anderen, die bereit sind auch etwas dafür zu tun, wessen wir uns nicht in der lage sehen (wollen). er beginnt bei jedem einzelnen und kann nur so auch mehr werden als eine leere worthülse, in der es hohl und ohne sinn als bewegte luft dröhnt. dieser Neuanfang beginnt bei Dir, Ihnen und mir, bei uns im kopf und nur wenn wir uns aktiv damit beschäftigen nimmt er uns mit!

in dem sinne einen guten (Neu) anfang…

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p.s.: meine mobilnummer kann getrost aus telefonlisten gestrichen werden. das teil liegt am Schwanentor neben der Weissen Flotte. schwimmt aber schlechter…

 

 

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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8 Antworten zu Danke, Sören!

  1. Lothar Evers schreibt:

    ein Kommentar aus einer anderen Zeit:
    „…und ein Platz im Gemenge würde frei sein, die Löwewnpranke würde dort hängen,
    greifbar für jeden,
    und solange sie unten nicht abließen voneinander, würden sie die Pranke des Löwenfells nicht sehen,
    und es würde kein Kenntlicher kommen, den leeren Platz zu füllen,
    sie müssten selber mächtig werden dieses einzigen Griffs, dieser weit ausholenden und schwingenden Bewegung, mit der sie den furchtbaren Duck, der auf ihnen lastete, endlich hinwegfegen könnten.“
    Peter Weiss: „Die Ästhetik des Widerstands“

    Seit vielen Jahren eines meiner liebsten Bücher. Das sind due letzten Worte i8m Roman.
    Unsere Kämpfe sind winzig, unsere Erfolge bescheiden.
    Aber:
    darum gehts.

    so ist es vor allem neben Sören Links gut beschriebenen Einsatz die Kraft und Präzision der Verletzten und Hinterbliebenen, die die Ausdauer hatten, nicht aufzugeben, bevor dieser Etappensieg erreicht werden konnte…

  2. parcelpanic schreibt:

    ich fürchte, wir werden alle noch einmal stark sein müssen, bis die Gedenkstätte endlich zu dem wird, dessen ziel dieser weg nicht war, vielmehr noch ist: würdevoll

  3. Jürgen Rohn schreibt:

    Wer das schreibt, der ist möglicherweise ahnungslos. Der weiß wirklich nicht, was hinter den Kulissen seit letzten Samstag abgegangen ist. Würdevoll meinst Du, Jason? Wir haben ein sehr gutes Ergebnis erzielt im Pakt mit dem Teufel, Sauerland ist weg und die Rampe wird mit 649 Quadratmeter gerettet. Wären da nicht ein paar schmutzige Sachen gelaufen, es wäre fast zu schön, um wahr zu sein. Wer wirklich „Würde“ haben möchte, der zieht sich nach dem Jahrestag zurück bis auf die wirklich Betroffenen.

  4. Jürgen Rohn schreibt:

    Rechnungen ohne den Wirt? Bleiben wir bei der Gastronomie. Wer ist Koch, wer ist Kellner?

    Würdevoll ist es, wenn es an der Gedenkstätte zu keinen Kitschorgien mehr kommt, die von ALLEN Nevers getragen wurden. Bussibärchen in schwarzer Kutte als Tod und einem Rauschgoldengel, der kältebedingt durch drei Winterpullis unter dem Linnen an ein Michelin-Männchen erinnern konnte. Bärchen und Hasis, künstliche Ostereier und Xavier Naidoo zum Abkotzen, diese kleinbürgerliche spießige Unkultur, die würdelos war. Wenn dieser Scheiß nicht wieder auftaucht, das wäre würdevoll.

    Würdevoll ist es aber auch, die Trauer für sich nicht zu vereinnahmen, wenn man selbst keinen Grund zur Trauer hat, allenfalls abstrakt. Wer rödelt nicht alles auf diesem Thema rum, obwohl er selbst nicht auf der Lopa war und keine Angehörigen zu beklagen hat?

    Da setzen sich Menschen ein aus Hamburg oder Oberhausen, denen der direkte Bezug fehlt. Wobei ich bei der Oberhausenerin sagen muss, dass die noch Einsatz gezeigt hat. Sie hat malocht, andere zum Arbeiten angetrieben. Wenn sie sich selbst ins Abseits stellt, müssen wir das nicht auch noch machen. Würde und Gerechtigkeit gehen Hand in Hand. Selbst Arschlöcher haben darauf ein Recht, für ihre Verdienste anerkannt zu werden. Ich finde, die Gründerin der „Provisorischen Gedenkstätte“ sollte nicht als Unperson behandelt werden. Egal was sie macht, ihre Verdienste stehen für sich. Auch das hat mit Würde zu tun, die professionelle Distanz einzuüben bei einem sensiblen und umstrittenen Thema.

    Und dann kommen wir zum Thema Solidarität. Für einander einzustehen ist keine Einbahnstraße. Ich muss es vorleben auf Gegenseitigkeit. Du hast das gemacht, Jason. Als ich auf dieser Seite unter Beschuss stand und ausgegrenzt wurde von Jürgen Hagemann, dem ich zuvor einheizte, sagtest Du, Rohn gehört dazu. Vielleicht nicht wie Johann, aber auch er gehört dazu. Du bist nicht zu mir auf Abstand gegangen, wie ich es vor Tagen von lieben Freunden erfahren durfte. Du hast mich nicht verhöhnt als „armes Opfer“, so wie ein altes Brötchen es vor Tagen tat. Als die meinte, ihr Plan, Angehörige zur BI rüber zuziehen, sei gefährdet durch mich, ging sie auf Abstand. Man sagte nicht, der gehört dazu, man sagte, was hat der denn schon getan auf der Seite außer ein paar Kommentare zu schreiben. Diese verfickte BI Seite und die Idee, die dahintersteht, kam von mir. ich habe noch ein wenig mehr gemacht, außer nur ein paar Kommentare abzugeben. Dass die Seite nicht vor Monaten geschlossen wurde, weil Bussibärchen nichts machte und Anita auch keinen Bock mehr hatte, dafür habe ich mich eingesetzt. Sonst wäre sie nach /dev/null gelandet. Würdevoll fängt an im Umgang mit meinem Gegenüber.

    Wir haben in unterschiedlicher Beteiligung die wichtigen Ziele erreicht. Nun sollten die sich damit beschäftigen, die einen schlüssigen Bezug dazu haben und nicht die, die einen Anspruch in den Raum stellen. Jeder sollte also anfangen, sich um seinen eigenen Scheiß zu kümmern. Auch das hat mit Würde zu tun.

    • parcelpanic schreibt:

      es fühlt sich an wie eine mischung aus „get your own life“ und „der mohr hat seine pflicht getan…“ derzeit von den verdiensten um die zukünftige Gedenkstätte zu lesen und hören. wer sich so alles den erfolg auf die fahne schreibt ist nicht überraschend, macht aber traurig.

      noch bedrückender ist zu sehen, wie einigen (auch weggefährten) der erfolg, der wirklich keiner ist, zu kopf steigt und zu höhenflügen verleitet. die hoffnung, alle versöhnlich an einen tisch zu bringen – dahin.

      derzeit trage ich mich im hinblick auf die zukünftige entwicklung noch vor dem zweiten jahrestag aus der aktiven rolle zurückzuziehen, eine teilnahme an veranstaltungen hatte ich bereits abgelehnt.

  5. Jürgen Rohn schreibt:

    Aus Hamburg gesteuerte Opfer Lopa Truppe verstößt gegen Persönllchkeitsrechte

    Die so genannte „BI Gegen das Vergessen LoPa 2010“, Verantwortliche im FB Impressum Gaby Simon Schmidt aus Buchholz bei Hamburg, veröffentlicht eine Liste von Klarnamen, die in Beziehung zur „Provisorischen Gedenkstätte“ stehen sollen. Nicht nur, das gegen Persönlichkeitsrechte und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verstoßen wird, man ordnet jedem Namen eine Funktion zu. So werden manche Personen als Spender geoutet, andere zugeordnet im Detail ihrer angeblichen Tätigkeiten. Es dürfte gegen Frau Schmidt beim Landgericht in Hamburg, die für restriktive Rechtsprechung beim Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht bekannt sind, am Wochenanfang fließbandmäßig einstweilige Verfügungen hageln.

    So wie der Bürger ein Recht an ein eigenes Bild hat, so kann er sich erfolgreich gegen Einmischungen in seine Privatsphäre wehren. Wie viel der Bürger von sich preisgeben möchte, das ist zum Glück seine Sache.

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