Aufgeben ist keine Option

zum 24. sind die fahnen ersetzt worden, nach dem diese von zivilisationsfremden zeitgenossen vor wenige tagen entwendet wurden. da die halterungen für diese beschädigt wurden, erfolgte ebenfalls deren austausch. zusammen mit den schmiereien ist damit ein bisheriger höhepunkt an respektlosigkeit erreicht worden.

Treppe 23.06.2012 / foto: parcelpanic

die versuche sind ebenso manigfaltig, wie die motivationen hinter den versuchen, zwietracht zu säen und die menschen mit dem ziel einer würdigen, stetigen Gedenkstätte möglichst weit auseinanderzuhalten. dabei sind üble nachrede und gezielte desinformation noch die harmloseren mittel, wie die jüngste vergangenheit bewiesen hat. das mittlerweile offen drohungen nicht nur ausgesprochen, sondern sogar via internet sowohl gegen die (provisorische) Gedenkstätte, als auch gegen einzelne personen geäussert werden, zeigt nur die destruktive energie eines dorn tief unter der haut, dem man mit einer axtklinge beizukommen versucht. vielleicht gelangt das metall des beils dorthin, auf seinem weg aber wird es unermesslich mehr schaden angerichtet haben, als die genugtuung des erfolges aufwiegen könnte. solche menschen und ihr handeln lassen sich mit logik nicht erfassen…

es sind 23 monate ins land gegangen, seit der verheerenden katastrophe, die sich ihre opfer wahllos aus den feiernden menschen griff, die im glauben auf eine bis zum restrisiko minimierte veranstaltung zu gehen kamen. das schicksal fragte nicht nationalität oder geschlecht, es genügte zur falschen zeit am falschen ort zu sein…

auch wenn es geschafft wurde, den unverantwortlichen OB21† für sein verhalten zurückzutreten. es bleibt beschämend, wie die politik die aufarbeitung verschleppt. die fehlenden ermittlungserfolge, die ausstehenden anklagen und prozesse, all das ist geeignet der justiz ein ähnliches vertrauen zu schenken, wie der politik. böse zungen sagen, niemand wolle sich den eigenen ast absägen oder sich gar selbst belasten.

gute frage / foto: parcelpanic

wer erlebt hat, wie die wurzeln der abwahlbewegung sich in den klüngelboden eingruben, bevor die politik sie unterwanderten und sieht, wie viele immer noch ihren weg gehen, unbeeindruckt vom polittheater dessen, was ein neuanfang werden sollte, glaubt auch wie ich daran, hier sei noch lange kein ende in sicht.

ähnlich verhält es sich mit der kleinen schar, die sich seit etlichen monaten, teils seit beginn der (provisorischen) Gedenkstätte bemühen. sie haben höhen und tiefen erlebt, sind angefeindet worden, denunziert und mit häme überzogen worden. und? sie sind immer noch da, anders als viele eintagsfliegen und selbstdarsteller mit ganz anderen motivationen als „der sache“ an sich.

ich kann nur für mich sprechen, wenn ich festhalte, mich nicht von meiner unterstützung abbringen zu lassen. die drohung, z.b. einen „krieg“ anzetteln zu wollen, besonders eines vorgeblichen berichterstatters mit darin manifestierten trauma, verhallen ebenso ungehört, wie augenscheinlich geplante und gezielte vandalismusaktionen am ort des geschehens. provokationen werden mit dem hinhalten der anderen wange beantwortet, zerstörtes wieder ersetzt, verleumdung mit den betreffenden (so möglich) diskret geklärt. was bleibt ist der spagat zwischen öffentlickeit für sowas schaffen, um es anzuprangern und vermeindliche verursacher mit gebotener ignoranz strafen.

für solche entarteten mitmenschen gibt es kein patentrezept, ist das waffenrecht in Deutschland zu liberal und die wenigsten begegnen sowas zum zweiten mal im leben. dafür sind sich viele der rädchen, die als ganzes die zeiger auf dem ziffernblatt der geschichte der (provisorischen) Gedenkstätte in bewegung halten erstaunlich einig. und erreicht damit einiges.

looking back / foto: parcelpanic

so hat sich am wochenende der scheidende Herr Stadtdirektor und zukünftiger oberster müllkutscher mit dem ort befassen müssen. (hat er sichtlich nicht eben gerne getan, hatte aber wenigstens ein ergebnis zur folge) sieht man als falschparker auch nicht gerne menschen vom Ordnungsamt, da sind sie nun gerne regelmässig an der Rampe gesehen. empfänglicher waren die herrschaften von der Polizei an der Düsseldorfer Strasse, die trotz regem tagesgeschäft zeit gefunden haben, sich die sorgen anzuhören. erste erfahrungen zeigen, man scheint hier momentan nicht nur versprechungen zu machen. dazu haben sich einige freiwillige gefunden, die unregelmässig zusätzlich vor ort nach dem rechten sehen, auch in den nachtstunden – teile des „campingteam“ vom Rathaus lassen grüssen.

das alles wird keine garantie für weitere übergriffe sein. solche unwürdigen und zutiefst destruktiven verhaltensmuster sprechen dagegen. bei mir löst das nach unverständnis und wut unmittelbar einen weiteren weniger kontrollierbaren verhaltenskomplex aus: konsequentes gegenhalten. auch zum eigenen nachteil.

ich kann nur an alle appellieren, die kenntnis von vergangenen oder geplanten vandalenaktionen haben diese zur vermeidung solchen tuns weiterzugeben. in verschiedenen aktionen habe ich meine diskretion z.b. gegen sensationspresse unter beweis gestellt. ich sichere sie auch denen zu, die diesesm treiben nicht wissentlich weiter indirekt durch mitwisserschaft unterstützen wollen.

allen anderen: viel glück

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Über parcelpanic

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3 Antworten zu Aufgeben ist keine Option

  1. parcelpanic schreibt:

    ups, beim nachlesen entdeckt:

    das mir bloss keiner über „entartet“ stolpert. es ist nicht homophob gemeint?

  2. Geli schreibt:

    Wer immer glaubt, mit Beschädigungen, Diebstählen und Zerstörungen am Unglücksort was auch immer erreichen zu können, sollte sich bitte einmal fünf Minuten Zeit nehmen und darüber nachdenken, was solche Aktionen bei denen verursachen, die dort ihre Kinder verloren haben.

    Sie haben noch etwas mehr als vier Wochen bis zum Jahrestag, quälen sich tagtäglich mit den immerwährenden Gedanken um ihren Verlust und nach dem Warum.
    Man hat bewusst, um sie nicht noch mehr in Aufruhr zu versetzetn, darauf verzichtet, sie immer präzise auf dem Laufenden zu halten über all die Ungeheulichkeiten, die manche Mitbürger meinen, sich am Unglücksort erdreisten zu müssen.
    Und dann ging es nicht mehr anders und man musste sich an die Presse wenden; zu allererst in der Hoffnung, dass eine breite Öffentlichkeit einen gewissen Schutz zumindest erhoffen lässt.
    Naturgemäß haben so natürlich auch die Familien, die man bisher schützen wollte, von den Vorgängen an der Rampe erfahren.

    Welchen Schock das verursacht hat, kann man sich – sofern man über ein Mindestmaß an Empathie verfügt – im Ansatz vorstellen.
    Den Täter scheint dieses Mindestmaß zu fehlen. Wie sonst können sie wissentlich den Menschen, deren Leid sich an diesem Ort manifestiert, solch grausame Schmerzen zufügen?

    Es sollte egal sein, wer sich um den Ort kümmert, weil er/sie es nicht für sich tun, sondern für diejenigen, die aus der Ferne eine enge Bindung dorthin haben. Das eigene Ego und Selbstdarsteller sind dort fehl am Platze………..und Racheaktionen von sich zurückgesetzt fühlenden sowieso!
    Ich rate jedem, dem die Erhaltung des Ortes angeblich am Herzen liegt, sich zuerst zu fragen, wie man den Angehörigen und überlebenden Opfern gerrecht werden kann; welche Maß an Würde die verdient haben, die dort ihr Leben lassen mussten…………..so, wie es die, die sich dort liebevoll kümmern, es längst getan haben und entsprechend handeln.

  3. Jürgen Rohn schreibt:

    Hast gut geschrieben, Geli. Kommt vom Herzen und das merkt man. Danke!

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