Abschied

es ist nicht eben eine meiner stärken über persönliches zu schreiben. in dem fall zum  vorbeugenden verständnis…

wer diesen Blog gelegentlich liest, nicht nur um mit dem wissen im kommentarbereich oder anderswo tiefschläge landen zu wollen, hat auch von der einen oder anderen nicht sonderlich glücklichen fügung in dem, was ich mein leben nenne, gelesen / gehört. der nächste steht unmittelbar bevor. ich bitte schon jetzt für evtl. entgleisungen um nachsicht.

Duisburg Häfen – Nord / foto: parcelpanic (2009)

derzeit scheint fortuna gefallen daran zu finden, einmal auszuloten, was ein mensch auf einen schlag in der lage zu verkraften ist. es tut weh, dem ende entgegen sehen zu müssen, wissend nichts daran tun zu können. sterbegleitung und -hilfe sind eigentlich tabuthemen, die den betroffenen nur unnötig den weg erschweren. in diesem fall ist es nur ein hund. vielleicht glaube ich deswegen „gut“ damit klar zu kommen, weil ich das schon für einen sehr nahestehenden menschen tun „musste“ .

spätestens am Mittwoch werde ich einen der treuen und liebenswerten „besten freund des menschen“ auf seinem letzten weg begleiten. es wird das ende eines langen leidens, der für die arme kreatur eine erlösung sein wird. seine besitzerin hat sich verzweifelt an jeden strohhalm, der ein wenig den anschein einer hoffnung bot geklammert, bis sie nun endlich bereit ist, eine der schwersten entscheidungen zu treffen. trotz intensivster pflege scheint auch die leidensfähigkeit diese tapferen kämpfers erreicht zu sein, dessen hinterläufe mittlerweile komplett ihren dienst versagen, wenn man ihn als schatten seiner selbst, als hilfloses wesen und völlig abhängig von fremder hilfe sieht.

grüngelb / foto: parcelpanic

während ich früher selbst hundehalter war, fehlt mir ein solcher natürlich, seit ich nach Duisburg gezogen bin. bis dato wäre es dem tier gegenüber bei durchschnittlich 12 std/tag ausserhaus unverantwortlich gewesen und reiner eigennutz. daher haben hunde von freunden/bekannten als „ersatzhunde“ herhalten müssen. seit 2005 gehörte er zu den hunden, die ich selbst gerne gehabt hätte. aber meist doch besser dort aufgehoben waren, wo ich ihre „herrchen“ besuchte. er, Tuan, ist ein ziemlich gross geratener tricolor-weimaraner-mix-rüde einer (ex?) kollegin & bekannten, einer art schwester . sein gutmütig bis treudoofes wesen ergänzte seine ungeschickt wirkende fortbewegung, man musste ihm verfallen, wenn man hunde mag.

der abschied kommt nicht wirklich überraschend, der gute hat sichtbar die letzten jahre abgebaut. anfangs stand die schwerhörigkeit und anderen kleinen wehwehchen, die beginnende sehschwäche, gefolgt von einer art Hüftdysplasie. zog er zu beginn nur die rechte hinterpfote gelegentlich etwas nach, steigerte sich dies, bis er nun nicht mehr in der lage ist ohne fremde auch nur aufzustehen. ich erspare Ihnen details…

trotzdem bleibt das gefühl, es sei so plötzlich. die ohnmacht vor dem unausweichlichen und der vorwurf an einen selbst. es führt einem wieder einmal vor augen, wo unser weg uns hinführt, wenn wir das „glück“ haben und einem natürlichen ende entgegen gehen.

nature strikes back / foto: parcelpanic

was mich so betroffen macht, ist das wissen um die leidensfähigkeit besonders bei hunden. wenn auch viele „schauspieler“ ihr „wehwehchen“ antrainiert durch herrchen/frauchen einzusetzen wissen, leiden viele still. dieser grosse, tollpatschige kerl gehörte nie zu dieser kategorie. ihn heute so elend und oft fiepend nicht herr seiner selbst zu sehen bricht einem das herz.

schlimmeres erlebt man immer wieder im umfeld: kollegen, freunde und bekannte. besonders viele krebspatienten sind zutiefst menschlich schockiert, wie schnell sich vom flüchtig kennengelernten über (ex)mitarbeiter, nachbarn und verwandschaft viele abwenden, wenn sie sich „outen“ betroffen zu sein, krank.

ich möchte die gelegenheit wahrnehmen und dafür werben, in einer stillen minute über den weg nachzudenken, der uns alle erwartet. darüber, wie er in einem familienverbund sein kann, wenn man an solchen werten festhält und wie einsam dieser sein kann. unabhängigkeit, sein eigenes leben haben zu wollen und auszubrechen stehen gegen einsamkeit in der schwersten zeit.

ich glaube wir alle könnten ein bischen mehr an menschlichkeit und solidarität bitter gebrauchen

 

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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5 Antworten zu Abschied

  1. rolf karling schreibt:

    man bekommt zurück, so wie man austeilt!

    • parcelpanic schreibt:

      dann erwarten Dich schwere zeiten?

    • Jürgen Rohn schreibt:

      Genau 0.78 Prozent hast Du Austeiler erhalten, Was macht denn deine Parteigründung? Oder wird es ein Karnevalsverein? Dann darfst Du jedes Jahr das Rathaus stürmen, wo Du doch so gerne reinmöchtest. Mal eine Frage: Warum durfte deine blonde Begleitung am Wahltag nicht in den SaaL 100? So ein Pech aber auch, wo sie sich so aufgebrezelt hat, dass man meinen konnte, sie sei in einen Tuschkasten gefallen. Ich habe mich darüber schlappgelacht. So ein Spaß und dann noch kostenlos.

  2. Jürgen Rohn schreibt:

    Meine Güte, ich muss mich verbessern: Dein Ergebnis bei der OB Wahl war ja noch mickriger; Rollvieh: 0,72 % Und dafür machst Du die Welle und feierst dich per Homepage? Geh arbeiten, das wäre tatsächlich mal eine Meldung, womit Du die Bürger schocken könntest.

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