Eckendrängler und Kleingeister

liebe LINKE,

nochmal herzlichen glückwunsch zu euren hervorragenden 2,5% in NRW, klasse gemacht. mit einem so hohen ergebnis hatte nun wirklich niemand gerechnet!

Duisburg HBF / foto: parcelpanic

es könnte ja mal einer selbstkritisch genug werden und beginnt zu fragen, warum der wähler so entscheidet. ich habe eine vorstellung davon…

sowas (be)trifft eigentlich alle. man muss nicht einmal berühmt sein. ein leichtes abdriften von dem, was eine an sich selbst krankende gesellschaft für normal hält, genügt. und schon erfährt man dinge über sich, von denen man selbst nichts wusste… in vielen fällen verbirgt sich hinter einem solchen shitstorm auch ein stück neid auf die zielperson und menschen, die zwar alles besser wissen, oft aber selbst nichts auf die kette bekommen.

die Duisburger Band „Die Bandbreite“ um Marcel „Wojna“ Wojnarowicz steht immer wieder mal nicht nur wegen ihrer musik in den schlagzeilen. waren es bis dato immer wieder versuche, die Band in die rechte ecke drängen zu wollen, hat man besonders aus der ecke der Linken nun „Homophobe“-tendenzen entdeckt.

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quer.de:

„Homophobe Paranoia-Band“ beim CSD Duisburg?

Der geplante Auftritt von „Die Bandbreite“ beim Duisburger CSD sorgt für Aufregung: Die Linke wirft dem Hiphop-Duo Homophobie vor, die CSD-Organisatoren widersprechen energisch. […]

zum Artikel…

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kurz vor nach / foto: parcelpanic

der begriff Homophobie (griech. homo: gleich; phobos: Angst) bezeichnet ein soziale ablehnungen, aversionen oder feindseligkeiten der gesellschaft gegen gleichgeschlechtlich empfindende, einfach gesagt. man spricht von einer (unbewussten) angst vor der infragestellung der eigenen identität. wer es genau wissen will, liest einfach dort, wo der begriff seine prägung fand: George Weinberg, Psychotherapeut [1]

was aber will der geist des linken flügels da eigentlich wirklich sagen? wenn man den Artikel (und die unten beigefügten) liest, wird es nicht immer gleich klar. ich lese die worte, glaube ihren sinn zu erfassen und weiss immer noch nicht, was so empört. den vogel allerdings schiesst diese passage ab:

[…] Homophobie kann nicht nur als offene Abwertung schwuler Männer und lesbischer Frauen daher kommen, sondern auch als vermeintlicher Scherz, der gängige Klischees bedient. Das macht die „Bandbreite“ in ‚Kein Sex mit Nazis‘ eindeutig: Indem Adolf Hitler eine homosexuelle Orientierung angedichtet wird, stellt der Song in dieser Verbindung Schwulsein als verachtenswerte Eigenschaft dar. Darüber hinaus bedient der Song das gängige Klischee des promiskuitiven Schwulen, indem sie Homosexualität auf Sex reduziert und alle anderen Aspekte schwulen Lebens ausblendet. Ein Verweis auf das Leid der Homosexuellen und anderer Minderheiten im Dritten Reich fehlt in diesem Lied völlig, der Song verharmlost damit auch den Holocaust und die unfassbaren Verbrechen der Faschisten. […] quelle: linke-queer-nrw.de

äh, … momentchen. der letzte satz zeigt, wie weit der verfasser noch in unserer realität beheimatet ist. wie soll das funktionieren? 3:30min „liedgut“ und dazu einen „führer durchs dritte reich“ als booklet? und das zukünftig bei allen titeln, die in irgendeiner form auch nur im ansatz etwas verwenden, dass es in dieser zeit auch gab? nonsens…

wer da ohne schuld ist… / foto: parcelpanic

das würde eher dazu führen, jeder könne erst rassistische texte verbreiten, wenn er dann im nachgang erklärt, wie es wirklich war. also nach der auffassung, die als gesellschaftlich o.k. gilt?

viel schlimmer finde ich „Die Bandbreite“ und besonders auch Wojna rechte tendenzen unterschieben zu wollen. nicht weil es dafür gute gründe gibt, es ist eher sowas wie eine Phobie. wenn man es nicht versteht, erst mal ablehnen, bekämpfen. bei hunden nennt man sowas angstbeissen.

achja: wissen Sie, warum Nazis schon beim bewerbertest für schallplattenläden durchfallen? sie begreifen den unterschied zwischen 33 und 45 nicht…

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[1] Weinberg, G. (1972). Society and the healthy homosexual. New York: St. Martin’s Press.

siehe auch:

neues-deutschland.de: Wie links ist Paranoia?
linke-queer-nrw.de: Homophobe Paranoia-Band tritt beim Duisburger CSD auf
 

p.s.: falls es entgangen sein sollte: Sylvia von Häfen ist die kandidatin für DIE LINKE

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Über parcelpanic

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