Wenn der Weg das Ziel ist…

manchmal muss man tatsächlich auf die reise gehen, um bei sich selbst ankommen zu können. bewegung erfordert koordination und den willen ein ziel zu erreichen. wohl dem, der weiss, was ihn antreibt…

Gegend / foto: parcelpanic

als ich am Sonntag gegen 15:00uhr richtung nördlichstes Deutschland aufbrach, war die welt noch in ordnung, soweit man Duisburg mit einem normalzustand beschreiben kann. ziel der 1.000km-tour sollte ein kaff hinter Bad Segeberg sein, grund die rückführung derer, die ich da ende letzten monats (auf eigenen wunsch!) „ausgesetzt“ habe.

Bad Segeberg kennt man wohl für zwei Dinge: Die Karl-May-Spiele [HIER] und Norddeutschlands grösstes Möbelhaus [HIER], verbunden mit dem Namen jenes MöbelMoguls, der sich hier auch einen namen macht. nur welchen? das er beides kann, stellt er immer wieder unter beweis.

aber wo wir schon mal dabei sind. Kurt Krieger und sein Imperium können auch gönnerhaft. glauben Sie nicht? RudelGucken [HIER], z.b. ist kein problem. da ist platz für 7.000 menschen, auf 1.499 sitz- und 5.501 stehplätzen. klingt nach grossveranstaltung… da sehe ich schon mal wieder einen ansatzpunkt (*memo*) u.a. auch, weil diese aktion nicht deswegen stattfindet, weil der Onkel Kurt so ein grosser menschen und fussballfreund ist. das dürfte eher einen kaufmännischen ansatz haben. und was positiv funktionieren kann, muss negativ nicht ausgeschlossen sein…

„es wird regen geben…“ / foto: parcelpanic

manchmal ist kreativität erfordert, wenn man auf den eingetrampelten pfaden nicht ans ziel zu kommen scheint. das muss man sich allerdings eingestehen, bevor man sich auch die möglichkeit gibt, unkonventionelles in betracht zu ziehen, neues zu versuchen und den sich ändernden begebenheiten raum zu bieten. mit dem wissen von heute würde man Baustellen Kurt eine würdige Gedenkstätte am ort des geschehens als seine eigene idee verkaufen. möglichst für teuer geld, weil (zitat AS, aus kontext gerissen) „das geld ja in Duisburg investiert wird“

ich bin lange nicht zu dem vergnügen zu kommen, jemand anders 1.000 oder mehr kilometer am stück auf den tacho zu spulen, dann noch in eine all-time-favorite-area. alles, wo wasser gegen land schlägt, ist fast schon ein lohnendes ziel. besonders mit Sprit aus Holland: „van andern“ , gefolgt von dem aus Italien „schnorrelie“  😉 wenn es das schicksal dann noch gut mit einem meint, ist man mindestens eine strecke allein unterwegs. übernachtfahrten mit passagieren reduziert allerdings störungen gewaltig. wer schläft, dem ist nicht langweilig, nörgelt nicht und will mal eben vor die tür… einzigster störender nebeneffekt: das lauschen auf unregelmässigkeiten beim triebwerk, hervorgerufen durch schnarchen

sorgen für ordentlich küstenwinde / foto: parcelpanic

es ging nicht darum neue bestzeiten zu fahren (was auch seinen reiz haben kann), zumal der untersatz, aber auch die strecke das nicht hergegeben hätten. vom Ruhrgebiet über die A3 -> A2 -> A52 -> A43 -> A1 -> A21. immer via nord/ nordwest – die richtung 500… davon gefühlte 200km baustelle. wenn ich mich recht erinnere bei Bremen das längste stücksken mit nicht mal ganz (?) 25km am stück. diesmal hatte ich auf allen ingesamt vier fahrten auf dem stück keinen schwertransport mit überbreite = überholverbot für alle. ( ja, alle alle! ) während die meist um 70km/h vor sich hinschunkeln bei tempolimit 80km/h, fährt dort sonst jeder mindestens 90, wenn lange genug der LKW dicht genug am heck leckt. passiert mir nicht, ich bin lieber schnell aus den gefahrenbereichen…

nein, ich spar mir die theorie, ich würde mit 120km/h nur halb solange den verkehr gefährden, als wenn ich mich an die 60km/h in der baustelle halten. oder es ja kaum zu begreifen sei, wenn jeder zehnte unfall mit alkohol passiert. das heisst nicht, die anderen neun hätten einen zusammenstoss gehabt, weil sie nüchtern waren! es würde mir nur wieder den vorwurf einbringen, ich würde verhöhnen und andere herabsetzten wollen. ganz richtig ist das nicht.

mit „ei-ei“ und „heile-heile-gänschen … noch mal pusten?“ ist hier in Duisburg keine schnittblume zu gewinnen, um sie zum austrocknen auf eine treppenstufe zu werfen. übertragen wäre ja jemandem täglich einen fisch hinwerfen, statt ihn das fischen zu lehren?

brückenschlag / foto: parcelpanic

um mal wieder halbwegs zum thema zu driften und da anknüpfen zu wollen: wo ich just schreibe, was ich denke, um verstehen zu versuchen, was ich sagen will – mit jedem „gefressenen“ kilometer kommt dieses gefühl von (e)motion zurück, ein stück zeit für sich zu haben. ja, die kann man auch daheim auf dem sofa vorm TV oder wo auch immer im internet haben. aber dieses gefühl, „auf reise“ zu sein,  bewegt, hat etwas besonderes – vielleicht auch recht ursprüngliches: fern der heimat, auf sich gestellt mit der aufgabe. Columbus und Cook lassen grüssen?

in einigen kulturen nehmen menschen weit mehr strapazen auf sich, um einen weg zu machen. der Jakobsweg als ein beispiel der ursprünglicheren religionen unserer reglion oder Mekka (Haddsch), für eine andere grosse. dabei ist sicher auch das ziel zu sehen. der weg aber dürfte der härtere teil sein…

die eindrücke der vergangenen touren sind, als drehte man ein gut gesalzenes messer in einer just verheiltenden wunde. im vergangenen jahr ist es mir nicht gelungen, einen sponsor für einen weiteren tief verwurzelten wunsch zu finden, einen „sponsorweg“ über mindestens 1.000km „gegen das vergessen“ , etwa nach Berlin und zurück. der wunsch bleibt, besonders da der dritte Jahrestag mit der (provisorischen) Gedenkstätte recht unwahrscheinlich anmutet. wir werden uns darin üben müssen, wieder zeichen zu setzen…

derzeit scheint Duisburg wieder in eine alte lethargie zu verfallen. die auswahl der „spitzenkandidaten“ spricht bände. als ginge man, das smartphone in der hand munter zurck ins mittelalter. um sich dort zu wundern keinen empfang zu haben…

criss-cross / foto: parcelpanic

p.s.: mein highlight sieht so aus [HIER]

anmerkung: man muss dem verfasser zugute halten, sonst nicht unbedingt der abenteurer zu sein. ich kenne teile der strecke, die recht rustikal und nicht eben nach deutschen DIN-normen verläuft, auch den beschriebenen. es gehört natürlich etwas weniger vollkaskomentalität als die eines westfälischen frührentners dazu, lässt man sich nicht von jedem fehlenden schräubchen abhalten. in die andere richtung überspitzt   😉

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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