Baustellen Kurt

immer mal wieder taucht die frage auf, wie und auch wann die ersten bagger auf dem teil des Alten Güterbahnhof auftauchen, auf dem zunächst die beiden Möbelbuden, später noch ein park und leerstand büroflächen geschaffen werden soll(t)en, Monsterplan hin oder her.

nur `ne pfütze (07/2009) / foto: parcelpanic

vermutlich eher „zufällig“ standen früher schon mal über längere zeit bis zu drei bagger an der Rampe. geparkt. müssig zu fragen,  warum dort und nicht hinterm zaun, besser noch auf dem (gesicherten) firmenplatz der entsprechenden firma „oben“ auf der fläche. alles show…

dazu gesellt sich oft dann auch die frage, ob Kurt Krieger das gelände aufgäbe. weil er das gefühl bekäme, er sei unerwünscht. das gefühl kennt er nicht erst von hier, aber sollte ihn das bewegen sich abwenden zu wollen? das sicher nicht. wenn er sich etwas in den kopf gesetzt hat, bleibt er am ball. der weg von der ersten planung bis zur eröffnung kann dann schon mal 17 (siebzehn) jahre dauern und einiges an geldern verschlingen. so geschehen in Hamburg-Eidelstedt. die 39.000qm verkaufsfläche sind mit 120 millionen nicht eben ein schnapper.

man kann sicher sein, dieses projekt habe den mann geprägt.wenn man wissen will, warum er auf politiker mit unentschiedener meinung leicht allergisch reagiert, die anwort findet sich vermutlich auch in der o.g. „reifezeit“

Kurt Krieger hat sich mit seinen 64 eigentlich bereits vor mindestens zwei jahren aus dem bereich Möbeldivision zurückgezogen und an tochter Sonja übergeben, liest man. eigentlich. wenn es aber irgendwo irgendwas in sachen Kriegerimöbelimperium zu lesen gibt, hat es fast unweigerlich mit Kurt Krieger zu tun. er selbst sieht sich im unternehmen nur noch als „der gute Geist“ und sagt: „Ich tue nichts, was mir keinen Spaß macht“ …

Alter Güterbahnhof (A59) Feb. 2012 / foto: parcelpanic

kann er gut sagen, bei gut zwei milliarden umsatz im rücken und geschätzten 600 millionen €uro auf der privaten hohen kante…

mit Duisburg hat er es m.E. auch garnicht so eilig. nun, eine reihe menschen geht vom baubeginn in 2013 aus, eine meinung die ich nicht teile. was wiederum nicht heisst, ich ginge davon aus, die (provisorische) würde erhalten. wünsche ich mir, allein der glaube fehlt. und an 2013 glaube ich deswegen nicht, weil der Möbelmogul neben Duisburg weitere baustellen auf dem plan hat.

eine auswahl der baustellen (unvollständig):

  • Dresden: derzeit wieder (2010 erstmals) stellt die Stadt fest: im fertigen objekt sind „Kassenzonen, Wandregale, Umkleidekabinen und Rolltreppen“ in den bauunterlagen nicht als Verkaufsfläche angegeben.
  • Hannover – Altwarmenbüchen: 150 Millionen €uro investition in das Fachmarktzentrum und bau eines Möbelmarktes (Höffner)
  • Berlin – Pankow: auf dem gelände eines ehemaligen Güterbahnhof will Krieger für 350 Millionen €uro ein Möbelhaus, Einkaufszentrum, einen Park und eine Schule bauen. probleme gibt es hier bei den 30.000qm verkaufsfläche des EKZ.
  • Lübeck – Genin: hier war zumindest 2011 noch ein investionsvolumen von 70 Millionen €uro für 40.000qm Verkaufsfläche geplant. eigentlich hätte hier im April 2012 ein Markt eröffnet werden müssen oder eine Vertragsstrafe von 5 millionen € wären fällig geworden. stand 17.04.2012: [HIER]
  • Kiel: hier hat die Stadt jüngst dem bau eines Möbelhauses und eines Möbeldiscounter zugestimmt. auf dem gelände einer kleingartenanlage… das stösst auf etwas protest.

und natürlich Duisburg

das gelände des „Alten Güterbahnhof“,  eine fläche von fast 300 ha, welches vielleicht mal „Duisburger Freiheit“ heissen muss, soll das Möbelimperium dem vernehmen nach schon allein für die erschliessung 25 millionen €uro kosten. plus roundabout 95 millionen für die Möbelbuden. eine summe a la Hamburg. aber ne menge mehr land. da muss eine alte frau lange für stricken…

Duisburg hätte für den KriegerClan und sein Möbelimperium eine „good fellow“ referenz sein können. mit ein wenig fingerspitzengefühl und dem sinn für das, „was die leute wollen“ hätte man dort ohne grosses geld in die hand zu nehmen für unbezahlbare bilder mit einer irrsinnige verbreitung sorgen können.

Mond, achter Bahn / foto: parcelpanic

in den nun über 22 monaten der (provisorischen) Gedenkstätte sind eine menge unerwarteter dinge passiert. oft wenn man am wenigsten noch damit rechnete. es sind menschen, die hinter dem gigantischen unternehmen stehen. die, denen dieser ort so wichtig ist, und der, dem es wichtig ist dort seine tempel hochziehen zu können, bremst ein gemeinsamer berührungspunkt aus.

etwa aus der richtung, aus der auch irgendwie keiner was mit anderen genehmigen zu tun hatte. zumindest, solange man nicht stichhaltig den nachweis führen kann… ein anfang ist gemacht. DuisBürger haben gezeigt, wie sie ticken und was sie von unverantwortlichen halten.

so ca. 129.833 mal

p.s.: Kurt Krieger ist in keinster weise auch nur im ansatz mit den geschehnissen des 24.07.2010 in verbindung zu bringen. er hatte keinerlei einfluss auf genehmigung oder durchführung der Loveparade. ihn trifft kein vorwurf zu dem, was den ort zu dem gemacht hat, was er ist.

unschön dar stellt sich aber das gezerre um keine 250 qm für eine würdige Gedenkstätte z.b. nach Mogendorf/Spannhof, bei einer fläche von insgesamt 300 ha (1 ha ≈ 10.000 qm). und das feilschen um eine summe, die angesichts der insgesamt 120 millionen €uro nur für den ersten bauabschnitt (Möbelbuden) wirkliche peanuts sind.

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Über parcelpanic

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