Es geht auch anders

wenn es derzeit um die planung und genehmigung von veranstaltungen in Deutschland geht, hört man unisono immer wieder den vorwurf, seit der Loveparade in Duisburg und den resultierenden verschärften sicherheitsbestimmungen sei dies fast eine unmöglichkeit geworden.

Karl Lehr Strasse – Oströhre / foto: parcelpanic

vor allem in einem punkt muss dem widersprochen werden. das gro dieser richtlinien ist ein alter hut, ein ergebnis des verheerenden Flughafenbrand am 11. April 1996. diese wurden, wie in Duisburg, nur unzureichend bis garnicht umgesetzt.

schlimmer noch: zur genehmigung der Loveparade, wenn diese dann überhaupt rechtlich haltbar erfolgte, wurden die minimalforderungen noch unterhöhlt oder umgangen, als beispiel die darstellung der vorhandenen rettungswege.

ich will überhaupt nicht abstreiten, es werde aber auch der verdacht erweckt, die derzeitigen, schleppenden genehmigungsverfahren für veranstaltungen besonders im Duisburger Umland (MetroPole Ruhrgebiet) könne mit der umsichgreifenden erkenntnis, übernommene verantwortung in Amt & Würden könne man nach dem 24.07.2010 nicht einfach ablehnen, einhergehen. hatte man bedenken bis dahin mit einem „et hätt noch immer jot jejange(Kölsches Grundgesetz, § 3) beiseite gewischt und alles unterschrieben,  was „politisch gewünscht“ oder dem wohl der lobbyisten diente, sehen sich die kontrollinstanzen heute dem vernehmen von veranstaltern nach kaum noch in der lage überhaupt ihren namen unter irgendein stück papier zu bringen. wenn dann, wie jüngst erst auf den letzten drücker und mit nachhilfe eines OB-kandidaten eine solche erwirkt werden kann, ist das schon geeignet zu fragen, ob da der alte geist wieder einzug hält. es wirft weder auf die stadt, noch auf die veranstaltung ein gutes licht.

eines sollte allen beteiligten klar sein:

leben ist immer risiko. auch ohne einen fuss vor die tür zu setzten. im alltag ist es die aufgabe eines jeden in seinem persönlichen umfeld dafür sorge zu tragen, dieses risiko zu minimieren. wir sehen uns um, bevor wir auf die strasse rennen, als beispiel. am arbeitsplatz sollten dafür die Arbeitssicherheitsbestimmungen greifen. [*]

… und bei genehmigungspflichtigen veranstaltungen?

wenn der letzte zug abgefahren ist / foto: parcelpanic

das genehmigungsverfahren soll einer veranstaltung auch bescheinigen, es sei alles getan, das restrisiko für jeden beteiligten und besonders der besucher und gäste zu minimieren. es geht dabei nicht darum den profit für gewerbetreibende und volksvertreter zu sichern!

ich als besucher oder gast muss davon ausgehen können, es sein alles menschenmögliche getan, bekannte risiken zu minimieren, besonders wenn, wie im fall „Alter Güterbahnhof“, deutlich vor diesen gewarnt wurde. der bereich Karl Lehr Str. / Rampe wurden damals (vor der tragödie) als „Hexenkessel“ bezeichnet.

vermutlich werden wir nie wirklich die wahrheit erfahren und weiter mit den fakten arbeiten müssen, die sich dank eines teilweise sogar unfreiwilligen netzwerk nicht wegleugnen lassen.

entgegen allen unkenrufen werden weiter veranstaltungen genehmigt werden. hier ein beispiel, wie es gehen kann, wenn die grundvorraussetzungen schon stimmen und das genehmigungsverfahren nicht erst auf die veranstaltung runtergerechnet werden muss…

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RadioLeverkusen:

Keine Besucherbeschränkung mehr für Wuppermann-Park

Die Sicherheitsbestimmungen beim Schützen- und Volksfest in Schlebusch werden wieder gelockert. Bei der Veranstaltung in rund einer Woche fällt laut Veranstalter die Besucherbeschränkung weg. […]

alles lesen…

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zu einigen genehmigungsrelevanten grössen gibt es nur eine alternative: erfüllen oder absagen.

siehe Bochum…

 

 

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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