aufs eigens produzierte abstellgleis? / offener brief

auf solche ideen kommt man „normalerweise“ nicht und glaubt sie auch nur schwer. jeder meter schiene, der das werk verlässt, sichert die schliessung. mit vollen auftragsbüchern, um verfehlungen der Haie im nadelstreifen zu büssen…

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NetzwerkIT:

NRW-Minister Jäger: Land wird TSTG nicht übernehmen

Bei der Podiumsdiskussion zur Lage bei TSTG demonstrierten alle Parteienvertreter im Wahlkampf Einigkeit: Eine Schließung des Duisburger Schienenwerks wolle man nicht.
Am kommenden Montag fährt ein Bus von TSTG-Beschäftigten zur Protestaktion nach Österreich. Am Rand der Veranstaltung diskutierten Beschäftigte, warum jetzt nicht gestreikt wird.

[…] Diskussion über Arbeitsniederlegungen

Eine immer wieder diskutierte Frage unter den Beschäftigten: Warum gibt es jetzt keinen Stillstand in der Produktion? Nur so könne man Voestalpine zum Einlenken zwingen, ist die Meinung vieler am Rande der Veranstaltung. Es sei „ein Unding“, dass immer noch Überschichten verrichtet würden. „Wir schmieren denen bei Voestalpine noch die Butterbrote.“ Auch im Anschluss an die Veranstaltung sollte bei TSTG normal weitergearbeitet werden. […]

alles lesen…

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man kann in einem als haiversuchten gebiet in einem schwarm Robben tauchen. man kann sich vorher mit einem gemenge aus fischinnereien, blut und ähnlichem einreiben, um noch sicherer kontakt mit dem „grossen fisch“ zu haben. das alles scheint sicherer, als sich für eine firma den rücken krumm zu machen. das könnte besonders in dieser gegend eine menge an Stahlkochern und PüttKollegen bestätigen. wenn sie was zu sagen hätten.

aber aus der begegnung mit Haien kann man lernen. Sie werden erst umkreist. der jäger nähert sich erst, wenn er zu wissen glaubt, was er da vor sich hat. der erste kontakt verläuft i.d.r. ohne lebensbedrohliche einwirkung auf die vermeintlche beute. ein touchieren, vielleicht ein probebiss. dieser erfolgt nur „leicht“, eigentlich nicht mehr als ein anpressen an den gaumen, die „essbarkeit“ wird geprüft. wie im echten leben…

Offener Brief an die Belegschaft der TSTG

liebe Kolleg/Innen,

der betrieb, in dem ich seit acht jahren meine brötchen verdiene, hat eine ähnlich dramatische wandlung noch nicht einmal hinter sich, der ausgang ist noch offen. es ist eine geschichte voller höhen und tiefen. kollegen haben u.a. über wochen eine mahnwache vor den werkstoren organisiert. ich bin mir sicher, wir wären heute schlechter dran, hätten die kollegen klein beigegeben.

wirklich wichtig ist in einer solchen phase der zusammenhalt unter den kollegen, abseits jeglicher „täglicher unstimmigkeiten“. gemeinsamkeiten suchen und einigkeit finden mit denen, die eher unmotiviert oder aus falschen motiven angst um ihren sowieso schon verlorenen arbeitsplatz haben. die noch an gerechtigkeit, die selbst siegt glauben mitnehmen.

ich bin weder Gewerkschaftsmitglied, noch im mittlerweile installierten Betriebsrat (in einem outgesourcten werksvertrag) und bin sicher nicht im bereich der AG-vertretung zu sehen. in vielen fällen verschwimmt diese grenze auch zusehens. es ist auch ohne „parteibuch“ durchaus möglich sich in schnittmengen der sache zuträglich zu zeigen und so weder freund noch feind sein zu können, ein einbeiniger spagat quasi.

Kollegen, wagt das undenkbare. Ihr habt nichts zu verlieren, bestenfalls noch ein stück hoffnung zu gewinnen. lasst Euch nicht von augenwischerei und haltlosen versprechen blenden. bleibt Euch treu und lasst Euch nicht vor den karren eines anderen un-ver.di-enten knecht spannen! von dort erwartet Euch nicht viel. Ballons, ein paar Fähnchen, vielleicht ein paar China-trillerpfeifen…

Ihr produziert Euren eigenen untergang. das werk soll die schlappe für die Kartellklage aufarbeiten, möglichst mit überstunden, desto schneller kann man die kette am werkstor anbringen. und vergessen.

die herren mit den krawatten haben ihre schäfchen schon im trockenen oder lassen sich beim eintreiben von Euch helfen.

macht Euch wegen denen keine sorgen…

Glück auf!

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soisses / foto: parcelpanic

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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