„Hamama giren terler“

ich habe lange dem thema getrotzt. nicht weil es „es“ nicht gäbe oder weil es dinge, die nicht angesprochen werden ja auch nicht geben kann. oder darf.

es ist eines dieser themen, die einfach zu nichts führen, die diskussion dazu eigentlich mehr als flüssig ist. es hat bei derart künstlich gehypter entrüstung einfach keine basis für ein wirkliches reden und zuhören…

zu dem „geschichtchen“ um den herrn Grass habe ich einige posts und zeilen geschrieben und wieder verworfen. diese stumpfe schwarz / weiss ; gut / böse; freund / feind denke bringt niemanden weiter.

um so dankbarer bin ich für diese artikel, der das erste mal das bedürfnis geweckt hat einen standpunkt zu beziehen:

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DER TAGESSPIEGEL:

Wer ins Hamam geht, schwitzt

Von Hatice Akyün

Man sollte Günter Grass nicht einfach als Antisemit stigmatisieren. Wundern braucht er sich darüber aber auch nicht – vor allem weil die deutsche Debattenkultur mehr und mehr einem Brettspiel gleicht.

Über Ostern war ich bei meiner Familie in Duisburg. Auch Muslime verstecken Ostereier für ihre Kinder, knacken Schokoladenhasen und essen sie von den Ohren nach unten, um sich die dicke Bodenplatte bis zum Schluss aufzuheben. Ich mache dabei immer die Augen zu. Wenn ich nicht sehe was ich esse, schlägt es auch nicht auf die Hüften. […]

[…] Jemand, der sich für Sinti und Roma einsetzt, wegen des Asylkompromisses aus der SPD austrat und schon in den sechziger Jahren in Israel die Mitglieder der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Danzig aufsuchte, sich seit Kriegsende für Demokratie einsetzt, den kann man nicht einfach so als Antisemiten stigmatisieren. Wer aber sein quälendes Schweigen als Seniorenschnitzel so niederschwellig, berechnend und dazu noch rechtzeitig zu Ostern unter die Meute wirft, braucht sich nicht zu wundern, wenn selbst die kleinsten Dackel danach schnappen. […]

alles lesen…

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danke, Hatice Akyün!

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irgendwann muss geschichte auch sein, was sie ist. der blick muss nach vorne gehen. niemand, auch nicht herr Grass zweifeln an dem leid. aber wer in seiner opferrolle so aufgeht, jede kritik mit antisemitismus (ausländerfeindlickeit reicht hier nicht) brandmarkt, muss sich seiner aussenwirkung auf „unbeteiligte“ auch bewusst sein. oder solcher, mit ähnlich gelagerten problemen, aber einem völlig anderen umgang.

es ist nicht ganz einfach, mich auch nur ansatzweise in die nähe der braunen brüder drängen zu wollen. in dem land, dessen nationalität ich in die wiege gelegt bekommen habe, hat sich bis heute erfolgreich gegen den € gewehrt!

in meinem direkten arbeitsumfeld befinden sich gut 80% „ausländer“ vieler nationalitäten. Sie werden keinen finden, der sagen kann, mit mir wegen seinem pass, seiner religion oder seiner hautfarbe aneinandergeraten zu sein. wegen fragen zu arbeitsabläufen? einige…

ich will nicht einmal eine lanze für den alten Grass brechen. dazu sind wir zu weit auseinander, auch wenn ich gelegentlich an orten vorbeistromere im wissen um die erwähnung in seiner früheren literatur. so wie bei Schimi, nur mit lesen statt TV   😉

wir sollten nur einfach nicht vergessen, solche grundsätze für andere auch selbst einhalten zu können.

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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