wes brot ich ess, des lied ich sing…

oder kolonialer gesagt: „He who pays the piper calls the tune.“

och nöö, das ist keine einleitung zur zensur oder „solange ihr eure füsse unter meinen… öhm was auch immer stellt…!“ eher wieder so eine geschwubbelkiste, ohne namen, ohne handfeste daten und so,… einfach, weil es noch zu früh ist. es geht darum ein wenig druck zu erzeugen und die ernsthaftigkeit des gesprochenen wortes durch taten zu festigen. mehr noch nicht.

Duisburg Häfen - Nord / foto: parcelpanic (2009)

ein langer atem und ein gesundes nervenkostum sind bei diesen David vs. Giliathgeschichten unablässig und sollten bereits erprobt sein. Sie sollten resistent sein gegen den vorwurf des „nestbeschmutzers“ und gewohnt weite strecken auf sich gestellt zu sein, wenn Sie um Ihren job kämpfen. seit fast acht jahren…

konstruieren wir mal folgende konstellation. ein branchenführer sourct einen betriebsbereich an eine tochter einer unternehmensgruppe aus, die eigens gegründet wird. die betriebsbedingt gekündigten kollegen können zu vergleichbaren konditionen beim „servicepartner“ ihren bisherigen arbeitsplatz behalten. darum entsteht eine jahreslange auseinandersetzung, die mit wochenlangen mahnwachen vorm werkstor ihren höhepunkt finden. soweit, so „naja“.

wir lassen zunächst die Pleiten, Pech & Pannen der ersten sagen wir fünf jahre aus, in denen sich u.a. beim servicepartner ein betriebsrat gründet. einer der postenhalter beispielsweise (bis vor kurzem) ein Peronalmanager… macht sinn? könnte, muss aber nicht. es ist nur so, als schaute man auf das, was an vom ehemaligen arbeitgeber und heutigen auftraggeber kennt. aber ein anderes kapitel in dem brockhaus der grenzwertigkeiten, die wir hoffentlich nie schreiben müssen.

bild: scharf-links.de

um es kurz zu halten: es wird ein tarifvertrag erkämpft. an sich eine gute sache und mit motivation auf allen seiten auch zu schultern. wenn aber alles so weiter den trott läuf wie 15 jahre vorher? … eben!

aufgrund des enormen kostendrucks und vielleicht um druck auf den Kunden zu erzeugen (?) werden daraufhin festeinstellungen gestoppt, verstärkt aushilfen eingestellt, worauf befristete verträge folgen. just im Januar diesen jahres der gipfel: die befristeten verträge der kollegen mit traiflohn werden nicht verlängert, ihnen vorübergehend aushilfsjobs auf 400€ basis angeboten mit der option, wenn verhandlungssicherheit „nach oben“ geschaffen sei, auf einen weiteren vertrag. hier könnten sich für wenigstens mit den basics „arbeitsrecht“ vertrauten schon die fussnägel aufrollen…

aber, aber. so empfindlich dürfen Sie da nicht sein. es kommt noch um längen besser! diesen kollegen, nun aushilfen wird unterbreitet bei einer Zeitarbeitsfirma für einen gut 20% geringeren std-lohn ins unternehmen entliehen zu werden. der clou: die menschenverschachererbutze gehört zur selben unternehmensgruppe… na, klingelts? und solche dinge sind keine ausreisser in der täglichen realsatiresoap, in der man gefangen ist.

zur verteidigung des global-personaldienstleister muss man sagen, es habe kaum sechs werkstage gebraucht um die sittenwidrigkeit selbst zu entdecken… die kollegen sind also nun entweder wieder aushilfen auf ihrem alten arbeitsplatz oder können für 20% weniger in der tasche woche für woche auf einen neuen einsatzort hoffen… und das alles ohne aufmucken des „Betriebsrates“ ???

lieber arbeitgeber:

auch loyalität hat grenzen. da wo recht zu unrecht wird, wird widerstand zur pflicht. dieser punkt ist erreicht.

ich sehe die arbeitsplätze, damit auch meine, an diesem standort akut gefährdet. nicht, weil der auftrag „es nicht hergibt“, eher weil resourcen nicht optimal genutzt werden. Zeitarbeit, Werksverträge und ihre spielarten kenne ich länger schon. als lohnsklave, als verwaltungskraft, niederlassungsassistent oder projektkoordinator beim Hermes, zu dessen hausspediteur ich dann wechselte. schauen sie einfach mal in die personalakte… ich weiss, dass es nicht nur anders, sondern auch besser geht.

DU - Meiderich, Alter Milchhof / foto: parcelpanic

2008 habe ich meinen unbefristeten und nicht vom outsourcing bedrohten arbeitsplatz gekündigt um in „unserem“ unternehmen mit knowhow und manpower zu pushen. ausschlaggebend dafür war u.a. der damalige Projektleiter mit seiner unkonventionellen, aber verlässlichen art, mittlerweile geschichte.

finden Sie eine vernünftige lösung für die betroffenen kollegen und forsten Sie im eigenen interesse das managment oberhalb der teamleiter genauestens durch, der auftraggeber macht es vor. mit einer echten personalführung dort die effizienz gesteigert. es macht einfach mehr sinn als günstlingswirtschaft und ist beständiger. mich würde es auch im blick aufs AÜG ruhiger schlafen lassen…

sorgen Sie für zuverlässige verhältnisse und klare strukturen. setzen Sie Ihr recht auf leistung für die bezahlung durch, nicht nur „unten rum“ bei den fuss-soldaten. diese wissen derzeit nicht, wem und was Sie glauben sollen, beim dem was dem anschein nach berechnend desinformierend verbreitet wird. gewährleisten Sie leistungsgerechte bezahlung, die sich nicht nach „good will“ richtet. gehen Sie endlich ernsthaft das thema kommunikation an!

den versuch machen, mit einer rechtsabteilung eindruck schinden zu wollen, hatten wir schon, bevor Sie das feld betraten, Ihre lerne ich auch gerne kennen. dies als „störung des betriebsfriedens“ oder gar als erpressungsversuch deklarieren zu wollen wird ein definitiver rohrkrepierer mit kollateralschaden, wetten?

bisher ist das hier ein planspiel. das sollte es auch bleiben. die gesammelten werke (die Sie hoffentlich auch von mir besitzen) sollten wir uns nicht um die ohren schlagen müssen. dabei habe ich „nur“ einen arbeitsplatz zu verlieren…

beim heutigen kunden, der vormals mein brötchengeber war, habe ich gekündigt, weil ich dessen menschenverachtendes „human resources handling“ ablehnte. so einfach wird es diesmal nicht werden, versprochen!

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Über parcelpanic

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