Licht am Ende des Tunnels?

spiegel.de:

Stolperfalle Bauzaun

Von Jörg Diehl und Steffen Winter, Düsseldorf und München
Love-Parade-Gedenken: "Eine vermeidbare Tragödie"

Fotos
REUTERS

Ein neues Gutachten stellt den Planern der Love Parade von Duisburg ein verheerendes Zeugnis aus. Demnach kam es 2010 bei der Massenparty zu einem tödliche Gedränge, weil elementare Sicherheitsvorkehrungen nicht getroffen wurden: Rampen waren zu schmal, Stolperfallen lagen im Weg.[…]

[…] Lange haben die Ermittler auf das Gutachten des Wissenschaftlers warten müssen, denn der weltweit ausgewiesene Fachmann spricht kein Deutsch, weshalb ihm wiederum wichtige Papiere erst übersetzt werden mussten. Doch nun liegt das Schriftstück den Beamten endlich vor und darin kommt dessen Urheber zu dem Schluss: Bei der Love Parade versagte ein Konzept, das versagen musste. […]

[…] Weil Bauzäune aufgestellt worden waren, hinter denen die Polizei auch ihre Einsatzwagen parkte, blieben gerade noch etwa zehneinhalb Meter Raum. Durch dieses Nadelöhr hätten sich laut Still 52.000 Menschen drängen können – aber eben nur in eine Richtung, nicht in beide. Eigentlich hätte, schreibt der Professor, ein solcher Planungsfehler doch im Vorfeld auffallen müssen. Nach Informationen des SPIEGEL hatte im Mai 2010 eine Mitarbeiterin des Duisburger Bauordnungsamtes per Mail vorgeschlagen, dass die Beamten am Tag der Love Parade besser zuhause blieben und nicht die Besucherströme kontrollierten. […]

[…] Am Tag der Veranstaltung seien zudem alle Warnsignale übersehen worden, so der Gutachter. Die Menschen hätten die gefährliche Situation über die Köpfe ihrer Vorderleute hinweg nicht erkennen können und daher immer stärker in den Eingangsbereich gedrängt. Weil funktionierende Lautsprecheranlagen gefehlt hätten, habe sie auch niemand warnen können. […]

alles lesen…

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es scheint die zeit gekommen. die zusammengetragenen fakten der internetgemeinschaft erfahren bestätigung. traurig, aber zumindest eine antwort. es sind diese dinge, die wütend machen. natürlich ist eine fundierte unabhängige meinung, besser zwei unerlässlich. um aber den bereits monaten vorliegenden tatsachen keinen glauben geschenkt haben zu wollen ist das, was der neue anfang ebenfalls auf der liste haben sollte.

unmöglich, es von einem Hinterbliebenen oder Betroffenen zu erwarten, sich durch die menge an amtlichen aktenbergen, filmaufzeichnungen etc zu wühlen. manchmal ist dies auch für den betrachter nicht leicht. ich bin durch die aktuelle berichterstattung wieder auf die geschichte eines Opfers gestossen, die mich schon anfangs schwer angefasst hat. es steht mir nicht zu, ihre geschichte zu erzählen. ein jüngeres zeitungszitat soll genügen:

[…] Vanessa war am 24. Juli 2010 direkt unter einem rosafarbenen Reklameschild an der Treppe des Loveparade-Geländes in Duisburg erstickt. Sie starb im Stehen, gegen 17.10 Uhr. Sie gehört zu den ersten fünf Toten der Duisburger Loveparade. […]

quelle: ruhrnachrichten.de

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es erschüttert einen aufs neue und versucht raum für wut zu schaffen. jedem derer, die Verantwortung trugen und ihr bis dato nicht nachgekommen sind, sollten mit schockvideos ein wenig eingeführt werden in die leiden der opfer. beginnend mit einer kleinen medizinischen, theorethischen einheit zur „Traumatische Asphyxie“ gefolgt von einer kleinen praktischen demonstration? und das ist noch human, wenn man sich überlegt, die Amis halten noch heute z.b. waterboarding für eine legale verhörmethode…

es gilt, zuverlässige daten des berichtes sichten zu können. man kann es fast als sicher ansehen, viel bekanntes zu lesen. nach der einschätzung zur weiteren verwendung des „du-weisst-schon-wem“ wird hier sicherlich ein weiteres mal die gemeinschaft des bewegten volkes bestätigt.

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Über parcelpanic

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4 Antworten zu Licht am Ende des Tunnels?

  1. Katharina schreibt:

    Das vorschnelle Gutachten für 400.00€ für was ???????????????????
    (Von einer unqualifizierten Anwältin. Ist nicht ihr Fachgebiet.)
    Verlorenes Geld für Kultur und Bildung. Und. Kann man das Geld zurückholen ?
    Wer hat das vorschnell in Auftrag gegeben und wollte es hinterher genehmigt haben?
    Und zwar nicht öffentlich, sondern heimlich in einer Sitzungspause, ich glaube i. d. Osterzeit.
    Wer hat hinterher unterschrieben? CDU und SPD.
    Wer hat das Geld für die Opfer für das Gutachten benutzen wollen? Nur die CDU ????????
    Wer hat vorschnell u. ohne wirkliche Kenntnis der Sachlage die Polizei gedeckt.

    Haben wir das und mehr vergessen? NEIN

  2. Mario Ernst schreibt:

    Der Bericht gefällt mir Jason….

    O.ton: Lasst die Energie aller nicht GEGENeinander richten,
    sondern FÜR den Versuch,
    ein ZIEL zu kämpfen und auch weiterhin gegen das Vergessen zu mobilisieren….

  3. Gilla schreibt:

    Das Licht am Ende des Tunnels ist von ganz weitem erkennbar aber der Weg um es zu
    erreichen,ist lang..,da es zuviele Ungereimtheiten gibt..zuvieles was bisher verheimlicht wurde!

    Sauerland & Rüttgers (zu dem Zeitpunkt noch NRW Ministerpräsident) wollten die Lopa
    unbedingt in -DU.haben,um ihre Macht zu demonstrieren,ihr Prestige.aufzumöbeln…Das Gelände war von vornherein ungeeignet dafür war!..Der Sicherheitsbeauftragte Raabe(und Raabe hatte es in der Hand gehabt,da schon ein NEIN auszusprechen) und Gefolge haben mehrmals auf dem Gelände Begehungen gehabt(das muß schriftlich festgehalten werden)und trotz aller von vielen Seiten geäußerten Sicherheitsbedenken,hat Raabe dieses Todesbringende Event statt finden lassen.Mit welchen Mitteln gearbeitet wurde, das Raabe dem trotz alledem zugestimmt hat,wird sich ein jeder denken können!Herr Raabe sollte genauso wie Sauerland aus dem Rathaus entfernt werden!
    Das von Sauerland für viel Geld(was der Stadt fehlt)von ihm in Auftrag gegebene Gutachten,ist für meine Befriffe nicht bindend!
    Es ist doch sehr eigenartig,das es erst nach der Abwahl publik wurde,das das- Neue erstellte Gutachten fertig ist,und zur Verfügung steht!
    Ich hoffe nur,das die Fehler,die von Anfang an gemacht wurden,und wer es letztendlich zu verantworten hatte,ein klares-NEIN auszusprechen,das das Todes Event nicht dort statt finden darf!
    Das ist für mich der massgebende Punkt!!!
    Weil alles,was dann im nachhinein geschehen ist,wäre niemals passiert,und viele Mitmenschen würden noch leben..es gäb keine Verletzten…keine Traumatisierten!

  4. parcelpanic schreibt:

    liebe weggefährten,

    Duisburg hätte ein bischen mehr Bochum sein müssen. wir wären uns zwar nie begegnet, Duisburg wäre weiter seinen weg des finanziellen untergangs entgegen geschritten, die schere immer weiter auseinander geklafft,…

    diese situation, in der sich die stadt befand, kann verhältnisse herbeizuführen, die aus England z.b. bekannt sind. brennende autos, gewalt gegen seinesgleichen, etc., besonders in anbetracht ihres „preises“ . in unserer stadt wurde nicht ein wasserwerfer bewegt, kein tränengas versprüht und keine brandstiftung betrieben. das allein ist ein beispiel an gewaltfreiem protest und widerstand.

    die DuisBürger können auf das geschaffte stolz im besten sinne sein. für uns alle wünsche ich mir, es möge gelingen daraus etwas für die zukunft zu machen. besonders für die generation nach uns.

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