Heute son`nen König…

quelle: derkleinebuergermeister.de

fast wie weihnachten, nur in schön…

heute wurde ich unerwartet mit etwas beschenkt, dass einem dieses „heute ein König„-gefühl verleiht, welches man sonst eher von einem gut gekühlten regionalen spitzenbier kennt.

ich danke Anita, die an mich gedacht hat, als sie heute dem herrn Martin Tazl am Abwahlstand in der City gegenüber stand. übrigens einem dem allseitigen vernehmen nach sehr angenehmer zeitgenosse. dank derer beider begegnung bin ich nun unsagbar stolzer besitzer und eigentümer eines signierten „Der kleine Bürgermeister – Das grosse Malbuch“ in echt und papier! und mit unterschrift!   😉

danke dafür!

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es waren 18 monate voller emotionen; guten und solchen, auf die man auch hätte verzichten wollen. monate voller hoffnung und bangen, voll tiefer, meist stiller trauer und leiser freude, wochen des auf und ab mit gleichzeitigem stillstand. es hat schlaf gekostet, ein paar graue haare und eine unmenge zeit.  es war eine prüfung für freund- und bekanntschaften. es hat menschen auseinander gebracht, aber auch neue bekanntschaften gestiftet, sogar ein paar neue freunde haben sich gefunden…

es war aber auch ein lehrstück über diese seltsame spezie mensch. die18 monate stecken voller geschichtchen und geschichte, verletzten eitelkeiten und falschen erwartungen, intrigen und menschlichen verfehlung in allen variationen, aber auch ergreifender begegnungen voller menschlicher wärme.

wählerherde 2.0 - der stallgeruch zählt nichts...

wenn ich auch erst gut zehn jährchen in meiner neuen wahl“heimat“ lebe, die stadt ist gefühlt eine andere geworden, seit jenem 24.07.2010. ein wenig von dem bunten ist aus der stadt gegangen und hat mehr von dem grau zurück gelassen, das die region jahrzehnte prägte. und noch heute in den köpfen der menschen ausserhalb dieser robusten industrie-romantik lebt. Schimanski, Hochofen, graue Häuserschluchten, Marxloh. so oder so ähnlich sieht Duisburg vermutlich von „draussen aus“. und vielleicht nur noch bis Sonntag auch wie die stadt, in der man sich seiner politische verantwortung in Gutsherrenart nach gutdünken stellt. oder eben auch nicht.

es ist noch nicht zuende. auch nicht am Sonntag, wenn die wahllokale ihre pforten schliessen und das zählen beginnt. auch nicht wenn die ersten zahlen durchsickern oder die zahlen bestätigt werden. egal wie das ergebnis sein wird, so oder so wird es weiter gehen für viele derer, die bis dato in der einen oder anderen art versucht haben dazu beizutragen, dass Hinterbliebene, Betroffene und Duisburger endlich die antworten bekommen, die ihnen zustehen. es ist nur ein wegpunkt auf der ersten etappe, wenn auch ein wichtiger. hier entscheidet sich lediglich die richtung der weiteren vorwärtsbewegung.

Plan B / montage: parcelpanic

solche stationen wie der stichtag der Abwahl sind regelmässig gelegenheit. für solche, die müde sind und lieber einen moment an den rand treten und andere, die sich haben wachrütteln lassen. manchmal, ganz selten auch, damit sich menschen (wieder) finden. ein frommer, unrealistischer wunsch? nicht für Duisburg. diese stadt ist immer für eine überraschung gut.

vielleicht hat dieses Trauerland tatsächlich das zeug, die stadt zu werden, in der „das neue grosse umdenken“ begann. vielleicht aus der überzeugung, es könne dem unbegreiflichen opfer von 21 toten und etlichen hundert verletzten und traumatisierten „einen sinn geben“. das epizentrum einer welle, die politik wieder verantwortsbewusster und dem volkswillen näher werden lässt.

das passiert nicht von selbst. es macht keinen sinn, darauf zu warten, von der welle mitgerissen werden zu wollen, ohne schwimmen oder gar nass werden zu wollen. das macht einem zu einem stück treibholz ohne eigene richtung und ist sicher kein garant für motivation. wenn es irgendwo anfängt, dann bei einem selbst. eine Unterschrift, eine gute sache. ein Kreuz, eine stück gelebte Demokratie. und dann?

„nur“ meckern bringt nix…

Adolf Sauerland - 17.10.2011 / foto: parcelpanic

das kleiner übel ist noch ein paar „freiwillige“ zu finden, die weiter versuchen möglichst viele diese kleinen und grossen motoren in der energie zu bündeln und eine interessensvertretung im Rat gewahrt zu sehen. der kasus knaxus liegt darin, die gesellschaft zu leben, die das auch deswegen akzeptiert, besser noch unterstützt, von dem sie auch nutzniessen soll. dabei geht es nicht einmal um „vereinsmeierei“, eher darum eine solche veränderung für ein mehr „miteinander“ als bestenfalls nur „nebeneinander“ oder gar sinnfreies gegeneinander im kleinen (vor-)  zu-leben.

es gibt sie noch. diese menschen, denen es ausnahmslos in erster folge um „die sache“ geht. diese menschen, meist eher im hintergrund, oft unbemerkt. denen respekt gebührt und die einen mit ihrer bescheidenen und aufopfernden art zu einer art demut (im positiven sinn) führen kann. ein held des alltags, Herr Johann.

Dirk beschreibt ihn in seinem Artikel Der heimliche Held der provisorischen Gedenkstätte  [HIER], ich habe dazu am 24.11.2011 zu: „Herr Johann“ gepostet. er ist den meisten menschen, die mit der (provisorischen) Gedenkstätte, dem ehem. „Kubus“ oder dem jetztigen Mahnmal gelegentlich bis öfter zu tun haben bekannt. wenn er auf den ersten blick vielleicht einen gebrechlichen eindruck macht, verfliegt der spätestens, wenn man in in aktion erlebt. dabei sind seine gebrechen, von denen er kein aufheben gemacht haben möchte, für ihn zweitrangig. ebenso wie schlammschlachten, die ihm ohne internet erspart bleiben, kameras und mikrofone meidet er in den meisten fällen. dagegen ist ein gespräch von mensch zu mensch vermutlich zu fast jeder begegnung mit ihm möglich.

lightning / foto: parcelpanic

gelegentlich begegnen Herrn Johann und ich uns, meist an der (provisorischen) Gedenkstätte, auch schon mal am Mahnmal. zu solchen gelegenheiten durchwandern wir auch schon mal zusammen die Oströhre von der einen zur anderen stelle. die atmosphäre dort geht einen immer wieder an. er ist ein ebenso exzellenter zuhörer wie rat- und ideengeber. seine unvorgenommene und bodenständige art runden das bild eines menschen ab, den man gerne trifft.

für mich wirken die fahrzeuge dort immer noch wie lärmende fremdkörper. der gesperrte verkehrsweg zum ersten jahrestag der tragödie hat die erinnerungen an die ersten sechs wochen nach dem 24.07.2010 wieder aufgefrischt. und an zeiten davor.

früher war alles besser. wenn ich mich manchmal beim anblick gottvoll schöner bilder erwische sentimental zu werden, wünsche ich mir, unsere gesellschaft wäre ein bischen mehr Herr Johann…

KreuzZug / montage: parcelpanic

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und abspann…

D – Code – Not Over Yet / by via YouTube

 

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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